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23.03.2020

Vergleichstest: Sire Marcus Miller V7-Bässe

Sire-Bässe im Vergleich / Bedienung der Marcus Heritage-3 Elektronik

Welchen Sire Marcus Miller Bass soll ich kaufen?

Kaum ein anderer E-Bass hat in der letzten Dekade für so viel Furore gesorgt wie V7 aus dem Hause Sire - besser bekannt als "Marcus Miller Bass". Seitdem der amerikanische Bass-Superstar Marcus Miller mit der koreanischen Company kooperiert, ist viel Bewegung in den Markt gekommen ‑ Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft! Zu keinem anderen Instrument bekommen wir derart viele Fragen gestellt: "Wie klingt der V7 mit Esche-Body im Vergleich zum Erle-Body?", "Wie klingt das Ebenholz-Griffbrett im Vergleich zum Ahorn-Griffbrett?", "Was ist der Unterschied zwischen der normalen und der Vintage-Serie des V7?", "Wie klingt die Vintage-Serie im Vergleich zur normalen Serie?" etc. Auf alle diese Fragen wollen wir in diesem Artikel Antworten finden und vor allem die verschiedenen Ausführungen klanglich miteinander vergleichen. Das ist ja schließlich immer noch das entscheidende Kriterium.

Mittlerweile hat der Sire Marcus Miller V7 ja so einige Brüder und Schwestern bekommen: den V3, den V9 und den V10. Der absolute Publikumsliebling - und auch Marcus Millers erste Wahl - ist und bleibt jedoch der V7, weshalb wir uns auf dieses Modell fokussieren möchten.

Ein weiterer Punkt dieses Artikels ist die Erläuterung der umfangreichen Onboard-Aktivelektronik des V7, die Marcus Heritage-3 Elektronik. Auch zum Umgang mit dieser aktiven Elektronik tauchen stets Fragen seitens unserer Leser auf. Daher gibt es im zweiten Teil dieses Artikels auch zu diesem Thema eine Erläuterung inklusive eines Videos mit Klangbeispielen.

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Sire Marcus Miller V7 vs. Sire Marcus Miller V7 Vintage

Der V7 ist in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, welche abermals verschiedene Optionen bezüglich der Holzauswahl bereithalten. Im Grunde hat die "normale" Serie keinen zusätzlichen Namen, daher nenne ich sie hier einfach mal "Standard". Die zweite Ausführung nennt sich "Vintage".

Die von uns getesteten Modelle sind:

Betrachtet man das Ganze historisch, so orientiert sich die Standard-Serie grob am 60's Jazz Bass und die Vintage-Serie grob an den Spezifikationen der 70er-Jahre. Nachfolgend findet ihr die wichtigsten Unterschiede zwischen beiden Modellreihen.

Sire Marcus Miller V7 - Pickups/Tonabnehmer

  • Standard-Serie: MM Revolution Pickups
  • Vintage-Serie: MM Vintage-J Revolution Pickups mit Draht aus Enamel, der in 70er-Jahren häufig verwendet wurde. Zudem besitzen die Pickups das sogenannte "70's Spacing" - hier sitzt der hintere Tonabnehmer ca. 5mm näher an der Brücke und liefert daher etwas mehr Höhen und Hochmitten.

Sire Marcus Miller V7 - Bridge

  • Standard-Serie: High Mass mit massiven Saitenreitern
  • Vintage-Serie: Klassischer Blechwinkel mit gerillten Saitenreitern

Sire Marcus Miller V7 - Holz-Kombinationen

Die Standard-Serie gibt es in folgenden Ausführungen:

  • Erlekorpus, Ahornhals, Ebenholzgriffbrett
  • Erlekorpus, Ahornhals, Ahorngriffbrett
  • Eschekorpus, Ahornhals, Ahorngriffbrett

Die Vintage-Serie gibt es in folgenden Ausführungen:

  • Erlekorpus, Ahornhals, Ahorngriffbrett
  • Eschekorpus, Ahornhals, Ahorngriffbrett

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Sire Marcus Miller V7 - Griffbrettradius

Die Standard-Serie besitzt einen Griffbrettradius von 9,5 Zoll und ist somit etwas flacher der der Vintage-Serie (7,25 Zoll). Unterschiedliche Griffbrettradien bringen natürlich auch ein unterschiedliches Spielgefühl mit sich. Wofür man sich hier entscheidet, hängt also ausschließlich vom persönlichen Geschmack ab.

Sire Marcus Miller V7 - Blockinlays im Griffbrett

Diese sind bei der Standard-Serie ausschließlich in Weiß und bei der Vintage-Serie ausschließlich in Schwarz verfügbar. Hier wird einem die Qual der Wahl also etwas erleichtert!

Video: Klangunterschiede in der Sire-V7-Modellpalette

In diesem Video vergleichen wir die beiden Serien in nahezu allen erhältlichen Ausführungen.

Sire V7: 1st Generation vs. 2nd Generation

Vor nicht allzu langer Zeit bekam der V7 ein großes Update. Für viele Leser, die über den Erwerb eines Sire V7 nachdenken, stellen sich daher die Fragen: Sind die Neuerungen wirklich signifikante Verbesserungen oder nur geschmacklicher Natur? Macht ein neuer V7 der zweiten Generation Sinn, oder soll ich lieber gebraucht und günstig einen V7 der ersten Generation kaufen?

Dazu gibt es hier einen kleinen Überblick über die wichtigsten Unterschiede: Laut Sire wurden die Tonabnehmer komplett überarbeitet. Neue Materialien für Magneten und Draht sollen einen transparenteren Sound mit mehr Details liefern.

Aufgrund des CITES-Abkommens verschwindet Palisander (Rosewood) immer mehr aus dem Instrumentenbau. Bei Sires 2nd Generation kommt für die Griffbretter nunmehr Ebenholz (Ebony) anstelle von Palisander zum Einsatz. Dies bringt natürlich auch klangliche Unterschiede mit sich, was wie immer Geschmackssache ist.

>>>Wie du das Griffbrett deines E-Basses pflegen und reinigen kannst, erfährst du in diesem Artikel!<<<

Am Hals finden sich bei der zweiten Generation deutliche Veränderungen: Das High Gloss Finish wich einer dünneren und matteren Lackierung (nur bei Standard), die ein angenehmeres Spielgefühl vermitteln soll. Der Radius des Griffbretts wurde vergrößert (nur bei Standard), dadurch wird dieses flacher, was einer moderneren Interpretation entspricht.

Ein tolles unübliches Feature in dieser Preisklasse sind die an der Griffbrettkante haptisch sehr bequeme abgerundete Bünde bei den neuen Bässen! Zudem gibt es noch einige kleinere optische Modifikationen (Abdeckung des Batteriefachs etc.). Diese stellen jedoch sicherlich keine kaufentscheidenden Faktoren dar.

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Marcus Heritage-3 Elektronik: Bedienung der Sire-Elektronik

"Wie stelle ich die Sire Marcus Heritage-3-Elektronik ein?"

Alle derzeitigen Sire-Bässe werden mit der sogenannten Marcus Heritage-3-Aktivelektronik ausgestattet. Diese umfasst ganze fünf Regler - zwei davon in der Ausführung als Doppelstock-Poti - sowie einen Kippschalter. Das ist wahrlich eine verwirrend umfangreiche Elektronik, deren richtige Bedienung gerade Anfänger und Semiprofis häufig vor Probleme stellt. Andererseits bietet die Marcus Heritage-3 dafür aber auch eine enorme Flexibilität hinsichtlich der Gestaltung des Sounds!

Für diejenigen, die sich der Herausforderung stellen möchten, gibt es hier ein Bild, das die Features der Marcus Heritage-3 des Sire Marcus Miller V7 näher beschreibt:

Zunächst: Wer möchte, kann den V7 selbstverständlich auch einfach wie z.B. einen klassischen Fender Jazz Bass rein passiv betreiben (hellblauer Bereich) und braucht sich in diesem Falle nur um die zwei vorderen Regler zu kümmern! Aktiviert man jedoch den 3-Band-Equalizer (dunkelblauer Bereich), so stehen einem zusätzlich ein Bass-, ein Höhen- sowie ein parametrischer Mittenregler zur Verfügung.

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Dank des konzentrischen Potis (auch: "Doppelstock-Poti") lässt sich die Einsatzfrequenz stufenlos von 80 Hz bis 2 kHz anwählen und dann anheben oder ansenken. Auf diese Weise kann man dem Sound etwa zu mehr Druck und Durchsetzungskraft durch einen Tiefmittenboost verhelfen, oder man entschärft die Eigenresonanzen z.B. einer schwierig zu handelnden hölzernen Bühne durch einen entsprechenden Cut im Bassbereich.

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Video: Umgang mit der Sire Marcus Heritage-3 Elektronik

Das nachfolgende Video zeigt ein paar praxisnahe Klangbeispiele inklusive der entsprechenden Reglerstellungen. Diese Einstellungen könnt ihr an eurem Bass gerne "nachbauen". Sie dienen aber auch hervorragend als Ausgangspunkte für eigene Einstellungen!

Ich wünsche euch viel Spaß und eine gute Zeit mit eurem Sire Marcus Miller V7-Bass!

Thomas Meinlschmidt

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