Software
Test
10
23.01.2019

Praxis

Arpeggiator

Startet man Gladiator, wurde bereits der Default-Sound namens Welcome geladen. Streng genommen ist das kein Arpeggiator-Sound, aber er ist absolut hörenswert. Zwei Stimmen werden voneinander weg gepitcht, ein Sound, den man so ähnlich vom Vorspann großer Hollywood-Streifen kennt. Das zweite Preset ist dann ein richtiger ARP-Sound, eine aufwendig programmierte Sound-Schleife mit viel Bewegung. Die Distortion-Einheit zerrt die Spitzen leicht an, dadurch wird das perkussive Element hervorgehoben. Ping-Pong-Delay und Hall sorgen für einen verzögerten Ausklang. Das dritte Beispiel könnte aus dem Bladerunner-Soundtrack stammen. Gerade hier hört man die gute Klangqualität von Gladiator. Der Sound klingt rund, ausgewogen und präsent, die Bässe sind angenehm satt und durch das Ping-Pong-Delay bewegt sich der Sound auch noch im Stereofeld hin und her. 

 

Pad

Beim Preset BluePlanet hört man tatsächlich das Rauschen des Wassers, auch wenn dieses Geräusch auf die Dauer etwas zu vordergründig wirkt. Der zweite Pad-Sound präsentiert eine interessante und subtile Bewegung, fast wie ein Flackern. Hinzu kommt die langsame Wanderung durch das Stereofeld; ein sehr interessanter Sound. VintagePWM, das dritte Preset in dieser Kategorie, erinnert dann wieder an einen klassischen Synthesizer-Pad-Sound. Auch hier fällt die Klangqualität auf, der Sound ist ganz klar und detailreich. In dieser Qualität nicht unbedingt üblich bei Software-Synths.

Synth

Gerade in dieser Kategorie fällt mir die Klangqualität von Gladiator besonders positiv auf. Schon der erste Sound wirkt so direkt und klar. Insomniac erinnert dann natürlich an den Hit von Faithless, aber dieses Preset hat wesentlich mehr Attack als im Hit aus den 90ern. Der Sound klingt sehr präsent und clean, und der Hall wirklich gut. Durchaus vorstellbar, dass wir diesen Sound in einer zukünftigen Produktion genau so hören werden. Beim letzen Beispiel in dieser Kategorie, Surrealhit, hört man dann deutlich die beiden verwendeten Wellenformen heraus, die beide aus der Kategorie Vox stammen.

Vocoder

Spätestens wenn man rhythmische Sounds braucht, die nicht nach Arpeggiator klingen, aber trotzdem perkussiv sind, erweist es sich als durchaus praktisch, wenn man unter den Wellenformen auch Drumloops hat. Kombiniert mit einem Vocoder erhält man das erste Klangbeispiel. Im zweiten Beispiel zeigt dieser Vocoder-Sound sein Potential als Bass-Sound. Das Knarzen verleiht dem Sound in dieser Tiefe enorm viel Charakter. Durchaus denkbar, dass Junkie XL genau diesen Sound für einen seiner Soundtracks benutzt hat, oder noch benutzen wird. Und auch das dritte Preset in dieser Kategorie überzeugt besonders in der Tiefe als einzigartiger Bass, der bedrohlich und knallhart klingt.

Semireal

Aber Gladiator kann auch „normale“ Sounds. Falls Eddie Van Halen den ersten Sound namens BR SynBrass hört, denkt er wahrscheinlich darüber nach, seinen Hit Jump noch einmal neu aufzunehmen. Dieses Preset klingt wirklich gut und kommt dem Original-Sound schon ganz schön nahe. Selbst das Saxophon im zweiten Beispiel klingt gut, bei dem natürlich auch die vielen Wellenformen zum Einsatz kommen. Besonders gut gefällt mir, dass der Sound gar nicht versucht, echt zu klingen. Und genau das trifft auch auf das Rhodes im letzten Beispiel zu. Man fühlt sich an das Original erinnert, mehr aber auch nicht. Das empfinde ich als sehr positiv.

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