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26.06.2017

Stagehand, Aufbauhelfer – ein Job für Anpacker

Ausbildung oder Quereinstieg in den Eventbereich - Teil 6

Im Eventsektor gibt es zahlreiche Aufgaben, für die keine Ausbildung erforderlich ist. So muss zum Beispiel Equipment transportiert sowie ab- und aufgebaut werden. Da sind die Aufbauhelfer gefragt, auch Stagehands genannt. Wichtige Voraussetzungen für diesen Job sind körperliche und psychische Belastbarkeit. Wer sich daran nicht stört, kann auch im Nebenjob gutes Geld verdienen.

Stagehands sind Hilfskräfte, die den ausgebildeten Veranstaltungstechnikern vor und auf der Bühne zuarbeiten. Die Einsatzmöglichkeiten beschränken sich nicht nur auf den Bühnenbereich bei Konzerten oder Festivals, die fleißigen Dienste sind auch bei Messeveranstaltungen usw. gefragt. Deshalb spricht man auch von Eventhelfern. Deren Aufgaben: Equipment von den LKW entladen, Cases, Traversen, Bühnenelemente und vieles mehr zum Aufbauort bringen.

Dann heißt es zuarbeiten und auf Anweisung der Fachkräfte all das tun, was getan werden muss. Körperliche Belastbarkeit ist eine Grundvoraussetzung. Das Equipment ist nun mal schwer.

Flexibilität und Stressresistenz

Aufbauhelfer müssen außerdem flexibel sein und auch mal zwischendurch für zwei, drei oder 36 Stunden zur Verfügung stehen. Hinzu kommt, dass Veranstaltungen oft am Wochenende stattfinden und bis spät in die Nacht dauern. Nach Konzertende nimmt die Abbaumaschinerie direkt wieder Fahrt auf. Stress ist dabei unausweichlich. Denn auch während der Events gibt es häufig Arbeit: Treten mehrere Bands auf, muss das Equipment schnellstens umgebaut und umgeräumt werden. Außerdem werden die Helfer für Ordnungsdienste wie die Ticketkontrolle, das Freihalten der Treppen etc. eingesetzt.

Natürlich gehört auch das Aufbauen und Riggen des Equipments zu den Aufgaben der Stagehands. Im rechtlichen Sinne verantwortlich dafür sind allerdings zertifizierte Fachkräfte. Hierarchische Strukturen innerhalb der Crew lassen sich vor diesem Hintergrund nicht vermeiden. Es gibt viele Tätigkeiten, die sollst du erledigen. Andere wiederum darfst du aufgrund fehlender Zertifikate gar nicht ausführen. Du bist ein Weisungsempfänger – und machst du Mist, wirst du beim nächsten Gig vermutlich keinen Job mehr bekommen.

Ideal für Quereinsteiger

Für die Tätigkeit als Stagehand ist keine Ausbildung nötig. In der Regel wird sogar bewusst auf branchenaffine, aber nicht speziell qualifizierte Helfer gesetzt, denn für gut ausgebildete Festangestellte fehlt häufig das Budget. Mit Aushilfskräften lässt sich im Branchenwettbewerb günstiger kalkulieren. Dabei ist es für die Dienstleister wichtig, über einen ausreichend großen Pool von flexiblem „Spontan-Personal“ zu verfügen.

Stagehands werden meistens im Umfeld ihres Wohnortes eingesetzt – im Gegensatz zu Roadies, die während der gesamten Tour mit der Band unterwegs sind. Hauptberufliche Roadies sehen ihr Zuhause und ihre Familie nur selten, sind oft über Monate auf Tour. Stagehands fahren nach absolvierter Arbeit wieder heim. Klingt banal, ist es auch.

Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten

Stagehands können in Voll- oder Teilzeit arbeiten; üblicher ist die Beschäftigung auf Aushilfsbasis. Das ist beispielsweise für Studenten eine ideale Variante, um den monatlichen Etat aufzubessern. Stundenlöhne um 13 Euro sind relativ normal. Es gibt mittlerweile Personalverleiher, die deutschlandweit vermitteln und viele Aufträge ermöglichen, dann aber auch gerne den Lohn reduzieren. Die Einsätze sind von der Auftragslage der Dienstleister abhängig und angesichts der vielen Sommer-Open-Airs natürlich auch ein Saisongeschäft.

Sprungbrett

Klingt alles ein wenig nach Spargelstechen auf Event-Niveau. Aber der Job hat mehrere Vorzüge. Schließlich gibt es genügend Menschen, die eine Nebentätigkeit suchen und vom Rock’n’Roll-Virus infiziert sind. Man bekommt zahlreiche Eindrücke, die nur diese Branche zu bieten hat. Nicht zu vergessen, dass es auch ein Sprungbrett sein kann. Hat man die ersten Eindrücke und Kontakte in der Branche gesammelt und sich durch engagierten Einsatz empfohlen, folgt nicht selten eine Ausbildung beispielsweise zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Oder es gibt ein Angebot als Roadie für längere Touren. Nebenher jobben in der Gastronomie, als Taxifahrer oder als Aufbauhelfer? Ich wüsste, wie ich mich entschiede. 

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