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Fachmeister für Veranstaltungssicherheit

Das Besondere an Groß-Events: Sie stellen höchste Anforderungen an die Dienstleister in technischer Hinsicht; zugleich müssen die intuitiven Mechanismen großer Menschenmassen einkalkuliert werden. Ein höchst umfangreiches Thema für Experten, das nach konsequenter und auch langjähriger Ausbildung verlangt. 

Wer den Weg von der Fachkraft zum Meister für Veranstaltungstechnik gegangen ist, kann seit einigen Jahren eine Zusatzqualifikation zum Fachmeister für Veranstaltungssicherheit machen. Das zertifizierte Know-how macht diese Top-Player der Branche zu weltweit gefragten Koryphäen ihrer Disziplin.        

(Bild: Fotolia, Credits: G.Light)

Vertrauen dürfen – vertrauen können

Für die Besucher von Konzerten, Festivals, Messen und weiteren Groß-Events scheint die Sicherheit eine geradezu naturgegebene Selbstverständlichkeit zu sein. Die Sicherheitsdienstleister und die entsprechenden Maßnahmen vom Einlass bis zum Auslass sind jedem sichtbar. Man weiß, dass da irgendwas organisiert ist. In welchem Umfang jedoch die Spezialisten im Hintergrund tätig sind, ist für das Publikum eher ein Buch mit – mindestens – sieben Siegeln. Die Event-Gäste möchten und sollen vertrauen. Darauf, dass alles dafür getan ist, damit sie nach der Veranstaltung gesund und unversehrt mit tollen Erinnerungen wieder nach Hause kommen. Das ist bei aller gewünschter Sensibilität von allen Seiten gut so und soll auch so sein. Umso unbedarfter und ausgiebiger kann die Veranstaltung genossen werden. Technisch und organisatorisch greifen die Kompetenzen der Dienstleister dafür perfekt ineinander. Einen bestimmenden Platz nehmen im diesem Zusammenhang die Fachmeister für Veranstaltungssicherheit ein.      


Weiterbildung ist in dieser Branche extrem wichtig Mit dem Meister Veranstaltungstechnik in der Tasche kann man sich anschließend zum Fachmeister für Veranstaltungssicherheit weiterbilden. Auch diplomierten Ingenieuren für Theater- und Veranstaltungstechnik oder den Akademikern mit Bachelor und Master für Veranstaltungstechnik steht diese Möglichkeit offen. Es handelt sich keineswegs um einen separaten Ausbildungs- oder Studienberuf, stattdessen um eine Zusatzqualifikation. Abgenommen wird die Prüfung zumeist vom TÜV bzw. der DPVT, der Deutschen Prüfgesellschaft für Veranstaltungstechnik.
Habt Ihr das Zertifikat in der Hand, liegt der Vorteil auf der Hand: Ihr steigert euren persönlichen Marktwert. Nicht nur, dass die Auftragslage dadurch gesteigert werden kann, auch in Sachen Reibung zwischen Daumen und Zeigefinger macht sich das sicherlich bemerkbar. Werden (offiziell) als Gehälter für den Meister Veranstaltungstechnik Zahlen zwischen 2.600 und 3.400 Euro benannt, liegt die „Dunkelziffer“ oft deutlich darüber. Und mit dem „Markenzeichen“ Fachmeister für Veranstaltungssicherheit legt ihr noch mal eine Schippe drauf.

Kurs-Inhalte mit echtem Mehrwert

Zu den Kursinhalten für die künftigen Fachmeister gehören Aspekte wie Baurecht, Crowd Management oder die Erstellung eines Sicherheitskonzeptes. Ebenso werden das Notfall- und Krisenmanagement sowie die Gefährdungsbeurteilung, der Brandschutz und das Veranstaltungsrecht beleuchtet. Zumal Sicherheit für die Masse nur gewährleistet werden kann, wenn die Dienstleister selbst sicher sind, ist selbstverständlich auch die Arbeitssicherheit eines der zahlreichen Themengebiete. Um das nicht falsch verstanden zu wissen: Das ist lediglich ein Auszug des vermittelten Wissens dieser Zusatzqualifikation.    

Banales darf es bei Veranstaltungssicherheit nicht geben

Wer sich nur einen ganz banalen Fall vor die Augen führt und den auf die komplexen Szenarien hochmultipliziert, bekommt wenigstens ansatzweise eine Vorstellung davon, dass absolut nichts dem Zufall überlassen werden darf. Schon mal überlegt, was passiert, wenn eine geflogene Box sich in 25 Metern Höhe aus der Rigging-Konstruktion verabschiedet und aufs Publikum niedersaust?
Das Material der Truss-Komponenten war nicht ausreichend stabil oder die mechanische Sicherung war nicht vorschriftsmäßig umgesetzt. Herzlichen Glückwunsch. Und überall dort, wo bewegte Komponenten auf extremes Gewicht, Spannung und Menschen treffen, wird’s dann noch eine Spur komplexer. Insofern ist die Materialqualität inklusive Umgang mit dem Equipment zwingend wichtig. Lebensrettend! ·        

Deutschland, du und deine Bürokratie

Um hier und in sämtlichen anderen Details im wahrsten Sinne auf Nummer sicher zu gehen, hat der Gesetzgeber zahlreiche Vorschriften und Genehmigungsverfahren installiert. Komplett wird das durch brancheneigene Normen, mit denen etwaige Vorschrifts- oder Gesetzeslücken zusätzlich abgedichtet werden. Eine dezidierte Auflistung würde an dieser Stelle ganz sicher zu weit führen und den Rahmen sprengen.
Durchaus erwähnenswert, dass die Veranstalter und Betreiber durchaus mal über die Vorgaben stöhnen. Von der bundesdeutschen Branche werden oftmals die bürokratischen Vorgaben bemängelt. Insgeheim wissen aber eigentlich alle, welchem Zweck das dient: Der Sicherheit von Leib und Leben von Menschenmassen im öffentlichen Raum.

Kein Tableau für Quereinsteiger – ein Thema für gestandene Profis

Dass Deutschland sich immer weiter in ein Korsett der Bürokratie zwängt, scheint bei vielen Praktikern die Nerven im Tour-Alltag und bei der Eventplanung zu strapazieren. Demgegenüber steht allerdings die unbedingt positive Tatsache, dass die hiesigen Dienstleister gerade aufgrund dieser restriktiven Konzepte und dem sensibilisierten Umgang mit Veranstaltungsrisiken weltweit überaus anerkannt und renommiert sind.
Unter dem Strich stehen gleich zwei Tatsachen: Ohne entsprechende Ausbildung geht da gar nichts. Und weil diese Thematik so speziell und immens bedeutend ist, außerdem die Groß-Events immer mehr werden, bietet der Arbeitsmarkt große Perspektiven für qualifizierte Fachkräfte. Das sich verändernde Weltklima, das auch hierzulande bereits deutliche Auswirkungen bei abgesagten oder unterbrochenen Open-Airs zeigt, macht ein Übriges.

Akzeptanz bei Veranstaltern, Behörden und Dienstleistern

Um sich der Wertigkeit der damit im Zusammenhang stehenden Berufsbilder und der eigenen Person bewusst zu sein, bietet es sich an, aus der Perspektive der Veranstalter zu denken: Die Veranstalter haben eine sogenannte Organisationsverantwortung und auch eine Kontrollpflicht. Wer diesen Pflichten nur nach dem Motto „Augen zu und durch“ nachgeht und beispielsweise minder oder gar nicht qualifizierte Dienstleister einsetzt, muss mit empfindlichen finanziellen Strafen rechnen.
Im Worst Case reicht die Haftung auch weit darüber hinaus. Wer also am falschen Ende den sparenden Rotstift zückt, gefährdet damit nicht nur Menschen, sondern auch seine eigene wirtschaftliche Existenz.   

Positive Signale aus der Event-Branche

Die Branche ist für ihre verantwortliche Umgangsweise mit dem Thema Sicherheit bekannt. Dennoch ist jedem bewusst, dass es die letztgültig nicht geben kann. Zu viele Eventualitäten vom Faktor Mensch mitsamt der Schwarmintelligenz über Materialqualitäten bis zu Umweltkatastrophen spielen eine Rolle. Insofern geht es um einen Näherungswert an die so oft als Ziel genannte positive Null. Mit Zusatzqualifikationen wie dem Fachmeister für Veranstaltungssicherheit tragt ihr einen bedeutenden Teil dazu bei, den extrem guten Ruf der hiesigen Dienstleister zu sichern.

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von Jörn Petersen

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