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Waffengesetz gegen Multitools – das Aus für Leatherman und Co?

Eines der unerlässlichen Werkzeuge eines jeden Bühnenbeauftragten, Rigger, PA-Menschen und aller Leute, die irgendwieein Kabel von A nach B legen, ist das Multitool des Vertrauens, meist in einer passenden Tasche am Gürtel befestigt. Laut Gesetz fallen Leatherman, Swisstool oder Gerber allerdings unter das Waffengesetz und ohne Waffenschein greift nun das Führverbot nach §42A Abs. 1 Nr.3 Waffg. Warum?

Multitool


Wie einem Artikel auf knife-blog zu entnehmen ist, ist die Schonzeit für Multitools in Deutschland jetzt definitiv zu Ende. Da unsere geliebten Multitools mit einer Hand bedient, geöffnet und verriegelt werden können und auch eine oder mehrere recht scharfe Klingen montiert sind, gelten diese als verbotene „Einhandmesser“ und fallen damit unter das Waffengesetz und werden nicht mehr als Werkzeug geduldet.
Jahrelang wurde das Führen der Alleskönner vom Gesetzgeber und Polizei nicht beanstandet, wohl auch in Hinsicht auf die arbeitende Bevölkerung im Konzertsegment und ähnlichem. Laut besagtem Blog ist seit einiger Zeit allerdings das Sicherstellen von Multitools eine Art „Bestseller“ geworden.
Das Problem hierbei: Die Multitools dürfen im Rahmen der Berufsausübung geführt werden, auf dem Weg von oder zu der Arbeit allerdings nicht. Zwar werden Anklagen erhoben, einige Richter stellen die Verfahren aber auch gerne wieder ein. Dennoch, das Risiko einer Anklage und Strafe bleibt. Was das BKA, die Landespolizeidirektion und das Bayrische Innenministerium zu dem Thema sagt, könnt ihr auf auf knife-blog nachlesen.
Also alles halb so schlimm, aber ein Problem, mit dem man rechnen muss. Wenn Ihr Feierabend macht: Runter mit dem Multitool, ab in eine Schutztasche und in die abgeschlossene Werkzeugkiste damit und lasst das gute Stück verstaut, bis ihr wieder auf dem „Bau“ seid. Und hoffen, dass wir noch lange damit arbeiten dürfen.

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von Axel Erbstösser

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Profilbild von querfeldein

querfeldein sagt:

#1 - 15.09.2017 um 06:18 Uhr

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Das Teppich und Paketmesser auch gleich verbieten und die Welt wird mit einem Schlag sicherer.

    Profilbild von Axel Erbstoesser

    Axel Erbstoesser sagt:

    #1.1 - 15.09.2017 um 09:56 Uhr

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    Das würden die wohl auch glatt machen. Der Knackpunkt dabei ist die einhändige Verriegelung. Das geht bei den meisten Teppichmessern eben nicht

    Antwort auf #1 von querfeldein

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    +2
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Mathias sagt:

#2 - 15.09.2017 um 11:16 Uhr

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Als ob man die Klinge eines Leatherman jetzt mit einer Hand ausklappen könnte. Man braucht ja doch beide Hände um die Klinge auszuklappen. Irgendwie muss man sie ja aus dem Griff fummeln. Unter Einhandmessern werden z.B. Butterfly-Messer oder Messer mit einem automatischen Ausklappmechanissmuss. verstanden. Der Leatherman läuft als Taschenmesser, wie ein Schweizer Taschenmesser. Und so lang die Klinge nicht länger als 12 cm ist, ist auch das kein Problem.

    Profilbild von Axel Erbstoesser

    Axel Erbstoesser sagt:

    #2.1 - 15.09.2017 um 11:36 Uhr

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    Hallo Mathias. Ja es klingt hanebüchen aber tatsächlich haben die Sicherstellungen zugenommen und auch die Anklagen werden erhoben. Ob es tatsächlich zur Bestrafung kommt ist im Ermessen des Richters und bei Stagehands wird der wohl erst garnicht den Prozess eröffnen wollen. Tatsache sit allerdings diese Meldung von Knife-Blog, die sich beim BKA erkundigt habenAuf Nachfrage von Knife-Blog hat die Pressestelle des BKA am 03.09.2017 erklärt:Sogenannte Multifunktionswerkzeuge, bei denen eine Messerklinge vorhanden ist, die sich einhändig öffnen und arretieren lässt, fallen als sogenannte Einhandmesser unter das Führverbot gem. § 42a Absatz 1 Nummer 3 WaffG.Diese Rechtsauffassung vertritt das Bundeskriminalamt bereits seit Jahren. Bei dieser Regelung im Waffengesetz kommt es nicht darauf an, ob die fragliche Messerklinge eine Hieb- und Stoßwaffe oder eine Gebrauchswaffe darstellt. Da diesbezüglich keine waffenrechtlichen Zweifel bestehen, wird hier auch keine Notwendigkeit für einen Feststellungsbescheid gesehen, den es bisher auch nicht gibt.Bei der Nachfrage hat Knife-Blog darauf hingewiesen, dass die Klingen von Multifunktionswerkzeugen keine Waffeneigenschaft besitzen und auch keine Fälle bekannt sind, bei denen diese Werkzeuge als Tatwaffe eingesetzt wurden. Die Gleichstellung mit Einhandmessern lässt sich daher weder von der Bauform noch von der möglichen Verwendung als Waffe ableiten. Auf den Einwand antwortet das Bundeskriminalamt:Zu Ihren Fragen hinsichtlich der Zunahme von Multifunktionswerkzeugen als Deliktswerkzeuge liegen, mangels entsprechender Differenzierung in der Kriminalitätsstatistik, hier keine Zahlen vor.Auch bei der Eingrenzung der Ausnahmen durch „berechtigtes Interesse“ gemäß §42a Abs. 2 Nummer 3 oder §42a Abs. 3 gibt das BKA keine Richtung vor und delegiert die Ermessensgrundlage an die jeweiligen Bundesländer:Nach § 42a Absatz 2 Nummer 3 und Absatz 3 WaffG sind Ausnahmetatbestände zum Führen sogenannter Einhandmessern möglich. Fragen dazu fallen jedoch nicht in die Zuständigkeit des Bundeskriminalamtes. Ansprechpartner hierfür sind die jeweiligen zuständigen Behörden vor Ort.

    +1
    Profilbild von mgagre

    mgagre sagt:

    #2.2 - 20.02.2018 um 16:25 Uhr

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    So ganz Hanebüchen ist das allerdings leider nicht. Hab das mal fünf Minuten lang geübt (Ich habe ein "Skeleton Tool") und bringe es tatsächlich fertig, mit einer zügigen Bewegung auf dem Weg von der Hosentasche bis zu dir ein feststehendes Messer in der Hand zu halten.

Profilbild von Teddy Drums

Teddy Drums sagt:

#3 - 15.09.2017 um 11:17 Uhr

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Aber es gibt doch auch einfachere, ältere Leathermans, da kriegt man weder Zange noch Klinge mit einer Hand raus. Gilt das Verbot für diese Varianten auch?

    Profilbild von Axel Erbstoesser

    Axel Erbstoesser sagt:

    #3.1 - 15.09.2017 um 11:38 Uhr

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    Ob das Multitool nun ein neues geschmeidiges ist, was mit einer Hand bedient werden kann oder ein alter Knochen, wie wir sie schätzen und leiben gelernt haben, das unterscheidet die Polizei auf den ersten Blick nicht. Dennoch gilt gerade für die alten Modelle (Zitat Knife-Blog)"... Nicht unter das Führverbot fallen all jene Werkzeuge, bei denen man die Griffstücke umklappen muss, bevor Zugriff auf eine arretierbare Klinge besteht. Dabei handelt es sich aber häufig um ältere Modelle, bei denen die Klingen an der Griffinnenseite anstatt an der Griffaußenseite angebracht sind. Da die Handhabung von Multitools mit dieser Bauform umständlich und beschwerlich ist, werden sie kaum noch in guter Qualität produziert."

    Antwort auf #3 von Teddy Drums

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Profilbild von Bertram Zimmermann

Bertram Zimmermann sagt:

#4 - 17.09.2017 um 08:27 Uhr

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Also ich interpretiere die Antwort des bayrischen Innenministeriums so, dass man das Tool durchaus auf dem Weg zur Arbeit im rucksack haben darf, da es einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zur Arbeit gibt.Das als das Ende der Multitools zu propagieren ist wirklich weit hergeholt.

Profilbild von Axel Erbstoesser

Axel Erbstoesser sagt:

#5 - 22.09.2017 um 14:53 Uhr

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Für alle, die noch Zweifeln und mit der Länger der Messer argumentieren. Die Pressestelle des BKA hat soeben die Meldung aus dem knife-blog verifziert:"Die Ausführungen im „knife-Blog“ sind richtig. Auch sog. Multitools, bei denen sich eine vorhandene Messerklinge einhändig öffnen und arretieren lässt, fallen unter die Regelungen des § 42a Absatz 1 Nummer 3 WaffG (Führverbot für Einhandmesser).Da die Ausführung des WaffG Sache der Bundesländer ist, kann ich Ihnen zu möglichen Ausnahmetatbeständen vom Führverbot keine Aussagen machen.Freundliche Grüße
Bundeskriminalamt
Pressestelle"Also Obacht und informiert Euch gegebenfalls bei Eurer zuständigen Landespolizei.

Profilbild von PlanNine

PlanNine sagt:

#6 - 27.09.2017 um 14:49 Uhr

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Entfernt doch einfach die Klinge. Falls eine Klinge benötigt wird dann reicht ein Gürtelmesser mit einer feststehenden Klinge < 12cm.

Profilbild von Soeren S.

Soeren S. sagt:

#7 - 07.10.2017 um 08:20 Uhr

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Also mir soll einer mal vormachen, wie man die Klinge eines Standard-Swisstools einhändig ausklappt. Ich habe es gerade versucht und bin kläglich gescheitert. Trotz kürzlicher Behandlung mit WD40.

Profilbild von Kris Arntd

Kris Arntd sagt:

#8 - 04.12.2017 um 08:03 Uhr

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Etwas Dämlicheres habe ich noch selten gelesen! Vielleicht sollten sich unsere Herren Gesetzesmacher und Ordnungshüter mal besser um Stilettos (Springmesser), Nunchakus, Schlagstöcke und Schusswaffen usw. im Rotlichtmilieu, bei Zuhältern, Rockerbanden uam. kümmern. Denn diese Leute führen solche Waffen, die garantiert keine Werkzeuge mehr sind, nicht zum Spaß mit sich spazieren. Aber an die trauen sie sich halt nicht ran. Und so nimmt man jetzt halt mal zur Abwechslung die Roadies ins Visier. Wieder einmal lassen sie es an den Schwächsten aus, die nur die besten Absichten hegen und nur ihren Job machen wollen. Wenn ich eine Dose Erbseneintopf aufmache, bleibt danach auch immer ein scharfkantiger Deckel mit einem Ring-Pull-Verschluss übrig, womit ich mir das Teil als verheerende Schneidwaffe an der Hand befestigen könnte. Vielleicht fordern sie jetzt auch ein Verbot von Konservendosen aus Blech? Nur mal ein Beispiel aus Absurdistan, das uns näher ist als wir ahnen.

Profilbild von Peace Maker

Peace Maker sagt:

#9 - 16.05.2019 um 06:00 Uhr

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Ironischerweise habt ihr über dem Artikel eines der älteren Modelle abgebildet, bei denen die Klinge IM Griff liegt und mit einer Hand nicht zu bedienen ist. Besitze selber so eines und führe es immer mit mir!

Profilbild von Vergessen

Vergessen sagt:

#10 - 29.08.2022 um 18:30 Uhr

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Da sieht man mal wieder wie weit weg unsere Politiker von der Realität sind. Vielleicht verbieten sie dann auch noch Kugelschreiber, Schraubendreher usw. die taugen auch hervorragend als "Stichwaffe" und die sind teilweise länger

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