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Yoga für Musiker

Musik ist etwas sehr Körperliches. Egal, ob wir ein Instrument mit den Händen spielen oder singen – unser Körper ist für das Musizieren verantwortlich. Dass wir uns als Musikerinnen und Musiker um unseren Körper also gut kümmern müssen, ist die eine Sache. Die andere ist unser Kopf: Mir geht es oft so, dass Pläne, Bookingstress, Koordinieren von Band, Locations und Gespräche mit Geschäftspartnern so sehr im Kopf rotieren, dass es mir selbst gerne mal schwerfällt, den Fokus wieder auf das Musikmachen zu richten und vor allem meinen Geist dafür auch wieder “frei” zu haben. Als ich gehört habe, dass es in Hamburg mittlerweile “Yoga für Musiker” gibt, bin ich natürlich hellhörig geworden. Das scheint nicht nur für mich, sondern für viele Musiker ein Thema zu sein. Ich habe mich mit Claudia Schnackenberg, die diesen Kurs anbietet, unterhalten und wollte wissen, was Yoga für uns Musiker tut.

Foto: Claudia Schnackenberg
Foto: Claudia Schnackenberg

Erzähl doch einmal kurz von dir: Was machst du genau? Wie bist du Yoga-Lehrerin geworden? Wie kommt es, dass du Yoga für Musiker anbietest?
Ich bin durch einen Bandkollegen vor über 10 Jahren zum Yoga gekommen.
Ich war damals mit meiner Musical-Ausbildung fertig und wollte irgendwas finden, um beweglich zu bleiben. An meiner Schule damals gab es auch Yoga und ich hatte dort auch mal an ein paar Stunden teilgenommen, aber verliebt habe ich mich erst, als ich das erste Mal bei einer Hot-Yoga-Stunde bei 40 Grad Hitze jeden einzelnen Muskel meines Körpers spürte. Daraus wurden irgendwann drei Mal die Woche und ich begann, mich körperlich langsam zu verändern. Ich wurde nicht nur beweglicher, sondern bekam auch mehr Muskelkraft. Seelisch und geistig bemerkte ich auch eine Veränderung, die durchweg positiv war. Damit war meine Begeisterung für Yoga entfacht und drei Jahre später begab ich mich für eine Lehrer-Ausbildung nach Indien. Seither praktiziere und unterrichte ich Yoga in Firmen und gebe Einzelcoachings für Menschen, die unter Rückenschmerzen leiden oder deren Beweglichkeit durch Verspannungen eingeschränkt wird.

Warum ist Yoga für Musiker gut und was unterscheidet Yoga für Musiker von “normalem” Yoga?
Wir alle sitzen meist zu viel und bewegen uns zu wenig. Einseitige Bewegungen, wie sie zum Beispiel auch beim Saxophon- oder Geigespielen entstehen, begünstigen auf Dauer eine Fehlhaltung und können zu Schmerzen im Bewegungsapparat führen. Der Unterschied zu anderen Yogastunden ist einfach, dass auf diese Disbalancen eingegangen wird und gezielt Übungen gemacht werden, die einen Ausgleich schaffen. Ebenso macht es Spaß, Musik und vielleicht auch die Stimme mit in den Unterricht zu integrieren. Ich selbst bin ja auch Sängerin und setze meine Stimme auch hin und wieder gern mal ein.

Worauf sollte man achten, wenn man noch nie Yoga praktiziert hat? Wie findet man einen geeigneten Kurs?
Am besten ist es, sich verschiedene Stile mal anzusehen. Schau einfach, welcher Stil dich eher anspricht und gehe in verschiedene Schulen und mach Stunden bei verschiedenen Lehrern mit. Es ist wichtig, seinen Lehrer zu finden, da jeder anders unterrichtet und andere Schwerpunkte setzt. Wer zu mir kommt, sollte nicht das Sportliche am Yoga erwarten, denn ich unterrichte viel Achtsamkeit. Mir ist wichtig, dass meine Schüler lernen, den Kopf auszustellen und ins Fühlen und Spüren zu kommen.

Als Sängerin habe ich oft das Gefühl, dass die körperliche sowie psychische Verfassung einen großen Einfluss auf unsere Performance hat. Was leistet Yoga für Sängerinnen und Sänger?
Das ist definitiv so. Stimme und Stimmung stehen auf einer Stufe und bedingen sich gegenseitig. Ich kann nicht authentisch auf der Bühne performen, wenn ich nicht bei mir, also mit meiner Mitte verbunden bin. Yoga ist ein Weg, zu sich zu finden, authentisch zu sein, so wie man ist. Dazu gehört auch, alle Stärken und Schwächen bedingungslos zu akzeptieren. Je entspannter man ist, desto klarer und durchlässiger ist auch die Stimme.

Macht Yoga eigentlich auch fit oder ist es vor allem “für den Kopf”?
Yoga ist das beste Allround-Trainingskonzept, wenn man beweglich und kräftig sein möchte und mental wie seelisch ausgeglichen. Es gibt in meine Augen keine bessere Möglichkeit, sich etwas Gutes zu tun. Yoga ist sehr vielseitig und hat so viele Facetten, dass für jeden etwas mit dabei ist.

Kannst du uns vielleicht sogar eine kleine Übung verraten, die uns hilft, vor einem Auftritt entspannter und fokussierter zu werden?
Ja, klar. Um die Unruhe vor einem Auftritt zu verlieren, kannst du dich aufrecht hinstellen. Die Füße sind hüftweit aufgestellt. Lege deine Hände in die Hüften und richte dich einatmend lang auf. Hebe bewusst dein Brustbein nach oben zur Decke. Schließe die Augen und spüre die Weite, die in deiner Brust entsteht. Atme bewusst mehrmals langsam tief ein und über die Nase aus. Stell dir vor, wie du gleich auf der Bühne performen wirst, voller Energie und Freude und das Publikum total begeistert von deiner Musik und deiner Performance ist.
Diese Übung wird dir definitiv helfen, das Lampenfieber zu besänftigen und dich auf einen grandiosen Auftritt vorbereiten.

Claudia gibt auch Einzelcoachings für alle, die ihr Lampenfieber besser für sich nutzen möchten, den Körper mit der Stimme mehr zu verbinden oder Haltungsschäden durch das Instrument zu korrigieren. Schaut mal auf ihrer Homepage unter www.claudia-schnackenberg.de vorbei.
Ich schiebe ewig vor mir her, Yoga auszuprobieren. Motiviert ducrh das Interview mit Claudia, werde ich das endlich mal in Angriff nehmen. Was tut ihr, um euch für die Bühne fit zu machen?
Eure Nina

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Foto: Claudia Schnackenberg

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von nina.graf

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