Workshop_Folge
Workshop
4
09.04.2016

Selfmade Grooves mit Rudiments #5

Teil 5 – Paradiddle Diddle

Diddle-Mäuschen

Selbst bei Nichttrommlern ist der Paradiddle als eine typische Technikübung für Schlagzeuger bekannt. Aber kennt Ihr den Paradiddle Diddle? Keine Angst: Mit der kitschigen Comic-Maus hat er nichts zu tun, vielmehr ist es ein ebenfalls hilfreiches Rudiment. Um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern, zeige ich in diesem Workshop, wie vielseitig man mit ihm Musik machen kann. Sicher fragt ihr euch, woher der seltsame Name für dieses Rudiment rührt. Wie beim Paradiddle auch, ist hier Lautmalerei im Spiel, denn die Handsätze hören sich auf der Trommel eben an wie „Pa-Ra-Diddle-Diddle“. Trommelt doch einfach mal mit den Fingern auf der Tischplatte: „Pa“ und „Ra“ stehen hier für den Single Stroke und „Diddle“ für einen Double Stroke. In diesem Rudiment haben wir zwei Singles und zwei Double Strokes. Es wird mit „right hand lead“ (rechte Hand fängt an) oder „left hand lead“ (linke Hand fängt an) gespielt, lautet dementsprechend also RLRRLL oder LRLLRR.

Der Paradiddle Diddle ist somit eine Fortführung des Single Paradiddle, über den ich schon in einem früheren Workshop geschrieben habe. Hängt einfach noch einen Double Stroke (Doppelschlag) an einen Paradiddle, und fertig ist der Paradiddle Diddle. Bevor ihr mit dem Paradiddle Diddle loslegt, solltet ihr Double Strokes spielen können, da unser Rudiment aus Singles,- und Double Strokes besteht. Einen kleinen Spieltipp habe ich noch: Betont den jeweils ersten Schlag, dann klingt das Rudiment noch interessanter.

Also los geht´s:

Zuerst habe ich den Paradiddle Diddle in ein Vierviertel-Schema gepresst. Wenn ich den kompletten Handsatz viermal ausschreibe, sind sogenannte Sechstolen das Ergebnis. Das bedeutet, dass das sechschlägige Rudiment auf einer Viertel passiert.

Damit ihr das Rudiment auch in geraden Fills, also in auf Achtel und Sechzehntel basierter Musik einsetzten könnt, gibt es hier eine Vorübung in der das Rudiment als Sechzehntel gespielt wird.

Der erste Schlag wird auf dem Tom gespielt; der zweite Schlag ist akzentuiert.

Spielt statt dem Tom ein Crashbecken und gleichzeitig die Bassdrum.

Unser heutiges Rudiment ist auch Teil einer Aufwärmübung für Drum Corps, eine bis zu 150 Spielleuten starke Musikgruppe, die aus Blechbläsern, Trommlern und Tänzern besteht. Um alle Musiker auf einen Nenner zu bringen ist Präzision gefragt, die folgende Übung vermittelt. 44446646664444646644. Die „4“ steht für einen halben Single Paradiddle und die „6“ für einen Paradiddle Diddle. Diese Übung bezeichnen die Amerikaner als „Telefonnummer“.

Durch die Verteilung auf dem Drumset hört sich das Rudiment richtig gut an. Indem ich jetzt den Paradiddle Diddle einen Schlag später zu spielen beginne, entsteht ein komplett neues Fill In. Spielt die Akzente erst auf den Toms, dann auf den Cymbals.

In der folgenden Übung füge ich einen Schlag auf der Bassdrum dazu. Ich erhalte dadurch Septolen. Keine Angst, der Akzent auf der Snare kommt immer auf den Beat. In dem Notenbeispiel seht ihr „RF“ damit ist der rechte Fuß gemeint – also die Bassdrum.

Hier spiele ich zwei Bassdrumschläge mit dem Doppelpedal hintereinander und erhalte dadurch eine Gruppe von insgesamt acht Schlägen. Die zwei Bassdrumschläge eignen sich im schnelleren Tempo sehr gut für das Spiel mit dem Doppelpedal. LF steht hier natürlich für den linken Fuß.

Im letzten Soundbeispiel könnt ihr hören, dass der Paradiddle Diddle auch in der Popmusik eine gute Figur macht.

Viel Spaß beim "Paradiddlediddlediddlediddlen"!

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