Workshop_Folge
Workshop
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19.09.2011

STROPHE

Der Minimalismus der Drums setzt sich bei den übrigen Instrumenten fort. Beginnen wir beim Bass: Er macht die Betonungen der Bassdrum mit, um anschließend mit einer kleinen Achtel-Linie für den richtigen Flow zu sorgen. Verwendet habe ich mal wieder den an den Roland Juno 60 angelehnten Software-Synth TAL U-NO-62, weil er in fast allen Plug-In-Formaten erhältlich ist – und umsonst. Im Intro spielt der Bass zunächst eine Oktave höher, um dann beim Einsetzen der Drums in seine angestammte Lage zu wechseln.

Für den Bass-Groove (und auch für die gleich folgenden Synths) sind die Notenlängen von entscheidender Bedeutung. Eine Bearbeitung jeder einzelnen eingespielten Note ist jedoch zeitraubend und vor allem langweilig. Deshalb bieten viele Sequenzer Werkzeuge an, mit denen sich der Prozess beschleunigen lässt. In Logic kann man hierfür gut den „Transformer“ verwenden, der einiges kann und oft übersehen wird. Auch manche andere Sequenzer haben entsprechende Tools, mit denen man MIDI-Noten anhand bestimmter Kriterien schnell auswählen und bearbeiten kann.

Der Bass wird von einem Synth gedoppelt, der den Sound in die Breite zieht und im Frequenzspektrum nach oben hin abrundet. Zum Einsatz kommt ebenfalls der U-NO-62 mit seinem eingebauten Chorus. Obwohl der Synth schon ein Hochpassfilter mitbringt, habe ich zusätzlich noch mit einem EQ dafür gesorgt, dass er sich aus den unteren Frequenzbereichen heraus hält. Zusätzlich kommt noch ein Chorus zum Einsatz. Zum Abschluss durchläuft das Signal ein Plug-In, das einen künstlichen Stereo-Effekt erzeugt. Hiermit muss man vorsichtig umgehen, denn ein übermäßiger Einsatz klingt meistens eher merkwürdig. Ein Delay verleiht dem Sound Tiefe und unterstützt den Groove, ohne wie ein Hall zu matschen.

Ein weiterer, perkussiverer Synth orientiert sich ebenfalls an der Bassline. Er spielt in einer höheren Lage und macht nicht alle Bassnoten mit. Trotzdem hält er sich strikt an das rhythmische Pattern. Zur Abwechslung habe ich ein anderes Instrument von Togu Audio Line (TAL) verwendet: den „Noize Maker“, der recht rabiate Synth-Sounds liefern kann. Hier ist er jedoch recht zahm. Er bleibt weitestgehend unbearbeitet, bekommt aber ein bisschen von dem gleichen Delay spendiert.

Und als hätten wir nicht schon genug Instrumente, die sich mit der gleichen Line beschäftigen, kommt zur Hälfte der Strophe ein letzter Synth hinzu. Er liefert einen typischen Trance-Leadsound, wie er in den letzten Jahren wieder schwer in Mode gekommen ist. Dafür habe ich den Massive von Native Instruments verwendet. Mit einem EQ wird er auf die anderen Synths abgestimmt. Auch er bekommt das Delay, zusätzlich jedoch auch ein wenig Hall.

Damit haben wir die Strophen schon fertig. Ein denkbar simpler Groove und vier Synths, die eigentlich alle das gleiche spielen. Produzieren kann so einfach sein...

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