Workshop_Folge
Workshop
3
19.09.2011

GROOVE

Der zugrunde liegende Grundrhythmus verändert sich im gesamten Stück überhaupt nicht. Er wird maßgeblich von einer kleinen, synthetischen Snaredrum getragen, die fast so etwas wie die Funktion einer Clave übernimmt. Ich habe dafür eines der Millionen von Roland-TR808-Snare-Samples verwendet. Außer einer leichten Höhenabsenkung erfährt die Trommel keinerlei weitere Bearbeitung – sie schafft es sogar völlig trocken (also ohne zusätzlichen Hall) in den Mix.

Später kommt eine Hi-Hat dazu, die genau dieses Pattern mitspielt und deshalb kaum auffällt:

Die relativ harte Bassdrum spielt immer auf der „1“ und auf der „2+“ (wenn man das Doubletime-Feeling zugrunde legt). Wir setzen sie einmal mehr aus zwei Elementen zusammen. Eine prägnante, aggressive Kickdrum ist für den Druck zuständig. Sie wird von einer zweiten Bass noch etwas abgerundet. Dazu werden die beiden Bassdrums mittels EQs aufeinander abgestimmt. Wie das im einzelnen funktioniert, habe ich bisher in fast jeder Folge dieses Workshops gezeigt, und erspare euch deshalb diesmal die Details. Im Soundbeispiel hört ihr zunächst die beiden Bassdrums einzeln und dann in Kombination.

Der jeweils letzte Akzent („4“) des Patterns wird von einem Clap bedient. Auch hier benutzen wir zwei Samples. Ein relativ langer, räumlicher Clap bekommt durch die Verwendung des zweiten, dünneren Samples noch etwas „Sparkle“ verliehen. Dabei wird der zweite Clap nur leise dazugemischt und außerdem im Timing leicht nach hinten geschoben. Hier ist Ausprobieren der Schlüssel zum Erfolg. Der Clap ist das einzige Element des Grooves, das einen nennenswerten Raumklang bekommt. Dazu werden beide Einzelteile durch den gleichen Hall geschickt, was sie zusätzlich noch etwas „zusammenklebt“. Im Beispiel sind wieder zuerst die beiden Einzelteile, dann der Gesamtsound zu hören.

Das war’s, mehr brauchen wir nicht, um den Beat von „I’m Into You“ zusammen zu bauen! Ich glaube, weniger Drumsounds habe ich noch in keiner Folge dieses Workshops verwendet. Und der Minimalismus setzt sich auch im Arrangement fort, denn alle Fills und Variationen des Grooves entstehen in bester Hip-Hop-Manier ausschließlich durch Weglassen. So findet die zweite Strophe zum Beispiel komplett ohne die Kick und den Clap statt. Die vier Takte aus dem folgenden Soundbeispiel kann man theoretisch über den ganzen Song hinweg kopieren und nach Bedarf ausdünnen. Zusätzliche Noten einfügen verboten!

2 / 4
.

Verwandte Artikel

User Kommentare