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07.07.2021

Pro-Ject Debut III Matt Black Test

Klassischer manueller Plattenspieler

Puristisch, preisbewusst & audiophil

Mit dem Debut III bietet der österreichische Hersteller Pro-Ject einen riemengetriebenen Plattenspieler, der mit einem aus einem Stück gefertigten Aluminium-Tonarm sowie einem Ortofon OM 5e Tonabnehmer (zum Testmarathon) preisbewusste Audiopuristen aus der Reserve locken will. Die Company mit Headquarters in Wien lässt seine hinsichtlich des Klangs kompromisslosen und deswegen sehr puristischen Gerätschaften seit den 90ern in Tschechien von SEV Litovel in der Nähe von Prag fertigen. Hierzu muss man wissen, dass jenes Werk seit den 70ern für Firmen wie Tesla, LENCO sowie NAD HiFi-Geräte mit sehr großem Erfolg herstellte. Die Österreicher haben eben ein sehr feines Gespür bei der Wahl ihrer Partner, mit denen sie am Weltmarkt auftreten. Nicht ohne Grund zählt auch der dänische Hersteller Ortofon hierzu, der sämtliche Plattenspieler von Pro-Ject mit passenden Tonabnehmern bestückt.

So wie auch beim vorliegenden Testprobanden, dem Debut III in mattem Schwarz, der mit einem vorinstallierten und fertig justierten OM 5e mit elliptischer Abtastnadel in die Verkaufsläden kommt. Der puristische Plattenspieler, dessen Bedienung durchgehend manuell erfolgt, wandert aktuell für etwa 250 Euro über die Ladentheke. Ob auch der Debut III den sehr guten Ruf seiner Vorgänger bestätigen kann, erfahrt Ihr in folgendem Artikel

Details

Lieferumfang

Aus dem Karton, der gut organisiert gepackt ist, entnehme ich zuallererst die Acrylhaube, dann das Benutzerhandbuch, ein NF-Kabel samt Erdungsleitung, einen Single-Puck, das Tonarm-Gegengewicht, ein externes Schaltnetzteil, den Antriebsriemen sowie ein kleines Tool zum Umlegen desselbigen, das Antiskating-Gewicht, das aus MDF gefertigte Chassis und zu guter Letzt den aus Stahlblech hergestellten und 1300 Gramm schweren Platter sowie eine Filzmatte.

In der zweisprachigen Bedienungsanleitung (englisch & deutsch) findet man den Hinweis, den Karton für Servicefälle unbedingt aufzuheben sowie eine Explosionszeichnung, die übersichtlich darstellt, wie alles wieder in der korrekten Reihenfolge zurück in den Karton wandert, super! Aus dem Benutzerhandbuch fällt mir abschließend noch eine 2-Punkt-Einstellschablone aus Papier heraus. Ein ziemlich üppiger Lieferumfang!

Insgesamt machen die Ingredienzien einen guten bis sehr guten Eindruck auf mich. Die Verarbeitung des Chassis und des Platters sind sehr gut und das Finish ist ohne jeden Makel. Von einer edlen Optik will ich in diesem Fall gar nicht reden, schließlich ist der Auftrag des MDF-Chassis matt schwarz, aber ansprechend ist sie auf jeden Fall und ohne optische Fehler kommt der Testproband auch aus und das für weniger als 250 Euro. Das ist mehr als nur okay. Außerdem zählt für mich das gesamte Design-Konzept und das kann gerne auch als zeitlos tituliert werden.

Montage

Pro-Ject bewirbt die Debut-Serie unter anderem mit Plug-and-Play-Qualitäten. Schauen wir mal, was es damit auf sich hat. Zunächst soll der Debut III sicher und eben stehen. In der Regel stehen hierfür Gummifüße bereit, mit deren Hilfe man das Chassis in Waage bringen kann. Hier aber nicht: Die effektiv hinsichtlich der Abkopplung erscheinenden vier Schockabsorber erlauben keine Korrektur und sitzen fest in der Unterseite des Gehäuses – der Untergrund sollte also bestenfalls schon selbst nahezu eben sein. Nun gut.

Die Acrylhaube ist schnell aufgesteckt und auch eben so leicht wieder abgenommen. Der transparente Staubschutz ist wirklich von guter Qualität und verharrt zudem in 45-Grad-Stellung. Prima! Genau das, was wir wollen. Dennoch kann sie erst mal wieder ab.

Der Riemen ist mit und ohne Werkzeug schnell um den Antriebs-Pulley gelegt. Ebenso zügig lässt sich der Platter auf den Mittelzapfen setzen und die Filzmatte auf den Plattenteller legen.

Bei Betrachtung des Debut III von allen Seiten wird offensichtlich, dass wir es hier mit einem tollen Konzept und einer wirklich sehr guten Verarbeitung aller Einzelteile zu tun haben. Das Spaltmaß zwischen Platter und Chassis stimmt hundertprozentig. Ein erster flüchtiger Blick von der Seite verdeutlicht, dass der Tonarm ohne unser Einwirken nahezu parallel zum Plattenteller liegt. Doch dazu gleich mehr.

Tonarm & Basis

Die Tonarmbasis ist nicht höhenverstellbar, was in dieser Preisklasse auch nicht erwartet werden kann. Sie ist mit einer 2-Punkt-Aufhängung angesichts des Preises sinnvoll konstruiert und sehr sauber gefertigt. Das Gegengewicht ist von konventioneller Art mit einem separat verstellbaren Skalenring. Das gerade 8,6 Zoll lange Tonarmrohr ist samt Headshell aus einem Stück Aluminium gefertigt. Die nötigen 23 Grad Kröpfung der Tonabnehmerhalterung ist gleich mit einberechnet. Das vorinstallierte System von Ortofon bedarf keiner weiteren Justierarbeiten, diese wurden bereits im Werk verrichtet.

Das Antiskating

… wird mit Hilfe eines echten Gewichts realisiert, das an einer Schnur befestigt ist und genauso an den Endkunden ausgeliefert wird. Aufgabe ist es nun, die Schlaufe der Schnur in die passende Rille eines Bolzens, der am Tonarm sitzt, einzufädeln. Der weitere Verlauf der Schnur wird in die deutlich sichtbare Führungsstütze eingehängt, so dass das zylinderförmige Gewicht durch seine Schwerkraft seitlich am Tonarm zieht, um den Skating-Kräften entgegenzuwirken. Der Bolzen offeriert 3 Rillen für Auflagekräfte von 10-14 mN, 15-20 mN und mehr als 20 mN. Bei dem hier vorinstallierten Tonabnehmer wird eine Auflagekraft von 17,5 mN empfohlen, sprich 1,75 Gramm. Somit wird die Schlaufe in die zweite Rille eingehängt. Fertig.

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