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30.07.2021

Prince Album 'Welcome 2 America' gibt es jetzt im Stream

'Welcome 2 America' sollte schon 2011 erscheinen, doch aus bisher unbekannten Gründen hat Prince das fertige Album in seinem Tresor liegen lassen. Der Nachlass brach den Tresor auf und veröffentlichte nun das Album. 

Prince Veröffentlichungen in den späten 2000er Jahren waren wenig überzeugend mit Alben wie 'Elixer', '20Ten' oder 'MPLSound'. Auch wenn er mit Live-Auftritten in der Zeit, etwa beim Super Bowl, große Shows lieferte, waren viele Fans enttäuscht von den Releases. Dass die weniger erfolgreichen Alben ein Grund waren, weshalb er das 2010 aufgenommene 'Welcome 2 America' zurückgehalten hat, erscheint dennoch als unwahrscheinlich. Denn Prince dachte einfach anders, als das was wir als "normale Maßstäbe" erachten. 

8000 Songs im Tresor versteckt

In Prince Tresor im Keller seines Studios, dem sogenannten "vault", hinter einer Stahltür, sollen noch tausende unveröffentlichte Songs lagern. Gerüchte machten die Runde, das ganze 8.000 Songs dort zurückgehalten wurden. Auch Gerüchte von einem Album mit Miles Davis und dass er seine besten Songs für den "richtigen Moment" aufheben möchte, machten die Runde. Auch dass er als einziger den Zugangscode zum Tresor kannte war oft zu Vernehmen. Letzteres scheint sich bewahrheitet zu haben, schließlich musste der Nachlass den Tresor mit Profi-Werkzeug aufbrechen. 

In Absprache mit dem Nachlass und ein Team aus Archivaren wurden Deluxe-Versionen und Originals, also Demoaufnahmenen, veröffentlicht. Mit "Welcome 2 America" folgt ein Album bei dem die Frage durchaus berechtigt ist - wieso erst jetzt?

Verschiedene Genres mit Themen von heute

Das neue Album bringt dabei verschiedenste Prince-Sounds mit sich, ohne das Rad neu zu erfinden. Bei 'Hot Sommer' kommt sofort gute Laune auf, der Track hat auch Potenzial auf jeder Party. Bei "When She Comes" kommt schnell Wehmut an vergangene 60er-Souls-Zeiten auf. Auch sonst ist ein guter Mix zwischen Pop, RnB, Soul, Funk und Jazz zu finden. Bei '1000 Light Years From Here' singt Prince gefühlvollen Latin Funk, bei knapp der Hälfte der Songs finden sich Jazz-Parts von Mr. Hayes. In den Texten sind dazu sozialpolitische Kritiken zu finden. So stemmt sich Prince gegen Diskriminierung und hinterfragt das Bildungssystem, bei dem Sachen unterrichtet werden, die von vielen nicht hinterfragt werden. Die Themen passen daher genauso zum heutigen Zeitgeist wie 2010, als Prince das Album aufgenommen hatte. 

Das ganze Album gibt es unter anderem auf Spotify zu hören:

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