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08.08.2017

Pioneer DJ Interface 2 Test

DJ-Audiointerface

Der „Missing Link“ ist da

Pioneer DJ holt zum nächsten Streich aus: Nach CDJ-Playern, DJM-Mixern und PLX-Turntables bieten die Japaner nun auch ein universelles Interface für ihr DVS-System an, das schlicht „Interface 2“ heißt. Fortan benötigt der rekordbox dvs Anwender keinen kompatiblen Pioneer-Mixer oder -Controller mehr, sondern kann Interface 2 an jedes beliebige Mischpult mit Line-Eingang anschließen. Berechnet man die Einzelpreise der mitgelieferten Lizenzen für rekordbox dj und rekordbox dvs, der Control-Vinyls und Kabel, gibt’s die Soundkarte quasi umsonst dazu. Ein No-Brainer für den Rekordbox-Anwender und eine echte Alternative für DVS-DJs anderer Systeme?

Details

In der etwas mehr als zwölf Zoll großen Box befinden sich das Interface selbst, zwei Control-Vinyls, ein 5-Volt-Netzteil, vier Stereo-Cinch-Kabel (150 cm lang), ein USB-Kabel (150 cm lang) sowie ein Plastiktütchen mit mehrsprachiger Bedienungsanleitung, Garantie, einem Flyer mit Einladung zur Erstellung eines Pioneer-DJ-Profils sowie ganz wichtig: einer Karte mit den Lizenzschlüsseln für rekordbox dj und rekordbox dvs, zu laden von der Internetseite des Herstellers.

Herzstück des Pakets ist das Interface 2, etwa 14 x 12 x 3 cm groß und 600 Gramm leicht, sehr robust, aus schwarzem Metall, mit abgerundeten Kanten und schützend überstehenden Seitenteilen und schön schlichtem, funktionalem Design. Nicht zu groß und nicht zu klein und passt gut in die Seitentaschen der Plattentasche rein.

Auf der Rückseite bieten zwei Cinch-Stereo-Eingänge den Anschluss für die Timecode-Medien, entweder die mitgelieferten DVS-Vinyls via Plattenspieler oder ein WAV-Signal, das mittels CD-Player oder USB-Stick zugeführt wird und auf der Pioneer-Website zum Download bereitsteht. Und wofür braucht man das WAV-Signal bei einem DVS-System? Nun, stellt euch vor, ihr kommt zum Gig und es stehen keine rekordbox-kompatiblen CDJs zur Verfügung. Mit Interface 2 und zwei Control-CDs könnt ihr dann trotzdem rekordbox dj nutzen und auf eure Playlisten auf dem Laptop zugreifen.

Das Eingangssignal wird mit dem kleinen Line/Phono-Schalter angewählt, allerdings für beide Kanäle gleichzeitig. Ein Mischbetrieb ist nicht möglich. Wir wollen bei Vinyl bleiben und schließen die beiden Technics-Turntables direkt an die Soundkarte an. Für die Massekabel gibt es eine Erdungsschraube, die ganz wunderbar dick und robust ausgefallen ist, sehr vorbildlich. Natürlich kann DJ auch die Masse des Mixers nutzen. Schließlich findet auf der Rückseite noch das mitgelieferte 5-Volt-Netzteil Anschluss. Das Kabel kann mit einem Kabelhaken vor unbeabsichtigtem Abziehen gesichert werden. Das braucht man aber nicht zwangsläufig, denn Interface 2 kann auch per USB-Power problemlos betrieben werden. Trotzdem ist das Netzteil wichtig, denn damit kann die Soundkarte dann zwischen Plattenspielern und Mischpult installiert bleiben, wenn kein Computer daran angeschlossen ist. Der USB-Typ B-Anschluss befindet sich auf der Vorderseite. Ein Kabelhaken dient der Zugsicherung. Ansonsten gibt es noch zwei Stereo-Cinch-Ausgänge.

Auf der linken Seite des Interface 2 findet sich ein Schlitz für ein Kensington-Schloss. Die ungewöhnliche Position wurde sehr praxisnah gewählt, auf der Vorder- oder Rückseite wäre das Sichern bestimmt eine fiese Fummelei geworden. Oben sorgen sechs LEDs für Übersicht: Besteht Verbindung via USB oder Netzteil, leuchten die jeweiligen LEDs blau. Liegen Audiosignale an den Ein- und Ausgängen an, leuchten die jeweiligen LEDs grün. Und wenn das Signal mal zu „heiß“ ist, leuchten die Kanal-LEDs rot. Das ist sehr intuitiv und übersichtlich. Das Interface macht rein äußerlich einen hervorragenden Eindruck. Auch die inneren Werte der 24 Bit/96 kHz-Soundkarte sind gut und stammen laut Pioneer aus den „Profi-DJ-Geräten“. Der Sound via USB ist schön direkt, rund und brillant. Der Frequenzbereich reicht von 20 Hz bis – 20 kHz, der Signalrauschabstand beträgt 112 dB.

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