Gitarre Hersteller_Peavey
Test
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09.01.2014

Peavey Musebox Test

Soundmodul

Eine für alle

Die Peavey Musebox im bonedo-Test - Es gibt Gitarren-Effektprozessoren, Keyboard-Klangmodule, Drumsound-Module und auch spezielle Effektprozessoren für PA und Studio. Aber alles in einer Kiste, das ist eher selten. Der amerikanische Hersteller Peavey hat in Kooperation mit Muse Research ein Produkt auf den Markt gebracht, das alles das in sich vereinen soll. Wir wollen wissen, was es mit dieser Zauberkiste auf sich hat. 

Die Konzeption der Musebox basiert im wesentlichen auf dem Prinzip des Receptors von Muse Research, ein Gerät, das man häufig bei Keyboardern in großen Produktionen (u. a. Pink, Foo Fighters, Coldplay) findet, wo die Sounds des Albums möglichst authentisch auf die Bühne gebracht werden müssen. Dabei handelt es sich um ein Modul, das integrierte Software Synthesizer und Plug Ins ansteuert, vor allem als Alternative zum Notebook, das unter Umständen etwas störanfällig sein kann. Die hier getestete Musebox stellt quasi die Consumer-Version dar und hat nahezu für jeden Instrumentalisten etwas an Bord. Dieser Test soll uns einen Eindruck verschaffen, was sie zu leisten vermag, wobei unser Hauptaugenmerk natürlich auf dem Gitarrensektor liegt. 

Details

Gehäuse/Optik

Die Musebox kommt im kompakten 9,5 Zoll Format und belegt zwei Höheneinheiten. Alle Bedienelemente sind an der Frontseite angebracht, dazu gehört neben einigen Tastern auch ein großes LCD-Display. Links finden wir zwei Kombi-Eingangsbuchsen, die entweder mit XLR oder Klinke belegt werden können und die zum Anschluss von Gitarre/Bass oder Mikrofonen gedacht sind, daneben jeweils Regler für die Eingangsempfindlichkeit und eine dazugehörige LED-Anzeige. Ganz rechts liegen Kopfhörerbuchse und ein Regler für die Gesamtlautstärke (Master). Die Bedienung erfolgt über das Display und die darunterliegenden Taster, mit den beiden Reglern neben dem Display (Control) werden die Einstellungen editiert. Das Gehäuse ist aus dünnem, schwarz lackiertem Stahlblech mit seitlichen Lüftungsschlitzen.

Rückseite/Anschlüsse

Die Rückseite beherbergt eine Menge weiterer Anschlüsse. Oben vier Klinkenbuchsen, zwei Outputs und zwei zusätzliche Eingänge (Input C,D) mit Line-Pegel, auf der linken Seite einen CF-Card Slot, einen Fußschalter-Anschluss und eine Standard MIDI-IN Buchse. Damit man nicht nur am kleinen Display arbeiten muss, hat der Hersteller auch an einen VGA-Anschluss für einen Monitor gedacht, und per USB-Buchsen lassen sich Tastatur, Maus und weitere Peripherie anschließen. 

Richtig angenehm arbeitet es sich, wenn der Bildschirm angeschlossen ist, denn alles ist komplett konfiguriert und die MuseControl-Software erlaubt komfortables Editieren per Maus und Tastatur. Alternativ dazu gibt es einen Ethernet-Ausgang zum Ansteuern eines Computers per Netzwerk-Kabel. Insgesamt warten vier USB-Anschlüsse auf Beschäftigung, wenn Tastatur und Maus angeschlossen sind, bleiben demnach immer noch zwei für MIDI-Tastaturen oder Drum-Module. 

Bedienung/Konzept

Im Grunde ist die Musebox ein kleiner Rechner mit einem Intel Dual Core Prozessor und 2GB DDR-2 RAM.  An Bord sind folgende Software-Synths und Effekteinheiten:

 

Software-Instrumente:

MusePlayer - 4GB Synth und Piano Sounds

AAS Player - Muse Research Edition mit E-Pianos, Wurlitzer, etc.

Alchemy - Muse Research Edition mit Synths

Free Alpha 3 - Virtual Analog Lead Synth

U-he Triple Cheese - Algorithmic Synth

True Pianos Amber Lite - Modeling Piano, Muse Research Version

 

Effekte:

Peavey ReValver HP - Amp Modeller

TrackPlug 4 - MRD Edition, Reverb

MasterVerb 4 - MRD Edition, Channel Strip (Compressor/Exciter/Limiter/EQ)

MuVoice LE - Vocal Harmonizer, Doubler, Tripler

Camel Space - Time-Based Filter Effekte

Camel Phatt3 - Time-Based Distortion / Delay

Camel Crusher - Distortion und Bit Reduction Effekte

Kjaerhaus Classic Chorus Kjaerhaus

Classic EQ - Graphic EQ

Kjaerhaus Classic Phaser

Kjaerhaus Classic Flanger 

GLoop - Audio Looper, bis 4 Spuren, MIDI steuerbar Karlette Tape Delay 

Man kann also mit einem am MIDI-Eingang angeschlossenen Keyboard die Synth- und Pianosounds nutzen. Gitarristen oder Bassisten stehen eine Menge Ampsimulationen und Effekte zur Verfügung, und sogar der Sänger kann spezielle Vocal-Effekte nutzen. Ein Schlagzeuger könnte sein E-Set oder seine Drum-Pads per MIDI anschließen und die internen Drumsounds ansteuern. Und das Schöne ist, all das geht gleichzeitig!  Es gibt folgende vier unterschiedliche Kanäle: Synth 1, Synth 2, Audio 1 und Audio 2. Die Synth-Kanäle werden per MIDI angesteuert, die Audio-Kanäle den Inputs auf der Vorder- bzw. Rückseite zugewiesen. Bei den Synth-Kanälen lässt sich der Tonraum eingrenzen, damit der Drummer nicht auch die Piano-Sounds ansteuert. Sollen mit dem Keyboard beide Synths genutzt werden, splittet man so auch die Tastatur. Hier seht ihr die unterschiedlichen Einsatzbereiche.

Zum Jammen könnte man zum Beispiel in folgender Konstellation antreten:

Synth 1 - Keyboard über MIDI IN (5-Pol MIDI-Anschluss) 

Synth 2 - Drums (E-Set, Pads) über USB-MIDI 

Audio 1 - Gitarre über Input A

Audio 2 - Vocals über Input B

Ihr könnt euch vorstellen, dass es in einer solchen Situation etwas ungemütlich wird, will man die komplette Bedienung über das kleine Display erledigen. Der Keyboarder sucht stundenlang seine Sounds, während der Gitarrist nur mal eben etwas lauter stellen will. Daher ist die Möglichkeit der Editierung über einen externen Bildschirm optimal, denn hier findet man alles recht schnell und übersichtlich. 

In der linken Spalte werden die vorgefertigten Sounds angewählt, die zur besseren Orientierung in Kategorien geordnet sind. Diese Logik ist übrigens beim Bedienen über das Display entsprechend. In der Mitte findet man die Übersicht der vier Kanäle und rechts die beiden Master Effekt-Sektionen. Beim Klick auf die Grafik des Effekts oder der Software Synths öffnet sich ein neues Fenster mit den detaillierten Einstellungen der Sounds. Alles, wie man es auch am Computer gewohnt ist, sehr gut dargestellt und intuitiv bedienbar.  

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