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26.11.2021

„Never a battle, always a duet“: YouTube-Interviews mit Phil Collins und Chester Thompson

Die Musiker teilen ihre Erfahrungen mit Genesis

Die Band Genesis gilt nicht nur als eine der ikonischen englischen Progressive-Bands, sie ist auch bis heute extrem erfolgreich. Ihr spezieller Sound wurde maßgeblich von Phil Collins' Rhythmik-basiertem Songwriting geprägt, das Bühnenbild beherbergte zwei große Drumkits. Am Hauptset saß ab 1977 der US-Ameriker Chester Thompson, welcher bis dahin mit Weather Report und Frank Zappa gespielt hatte. Aus den beiden Bands kannte ihn auch Phil Collins, in einem kürzlich erst veröffentlichten Interview erzählt er, wie er auf Chester's Spiel aufmerksam wurde und ihn speziell das Fill-In aus Frank Zappa's „More trouble every day“ begeistert hat. Das wurde damals von zwei Drummern gespielt, der andere war Ralph Humphrey. Als Bill Bruford Genesis verließ und die Neubesetzung des Drumhockers anstand, rief Phil einfach bei Chester an und fragte ihn, ob er nicht bei Genesis spielen möchte.

Die natürliche Wahl wäre der amerikanische Musiker jedoch keineswegs gewesen, das verdeutlicht Chester Thompson auch selbst in einem, ebenfalls im Jahr 2014 geführten Interview auf dem demselben YouTube-Kanal. Ein Grund dafür war geografischer, der andere musikalischer, beziehungsweise kultureller Natur. Während Phil und die Genesis-Bandkollegen überzeugt waren, dass Chester der Richtige ist, hatte dieser selbst großen Respekt vor den komplexen Arrangements und der sehr „englischen“ Interpretation und dem Feeling der Musik.

Phil merkt dazu an, dass sein eigenes Ziel damals war, ein bisschen wie ein schwarzer Funkdrummer zu klingen, Chester sollte das also umso leichter fallen. Dass die Einschätzung richtig war, zeigte sich dann auf einem Hotelzimmer, wo beide auf den Sitzflächen und Lehnen von Stühlen „Doubledrums“ spielten und es sofort harmonierte. Chester erklärt in seinem Interview, wie hilfreich Phil Collins ihm beim Lernen der Drumparts zur Seite gestanden hat und wie sehr es geholfen hat, dass beide als Drummer dieselbe Sprache verwendeten.   

Interview mit Phil Collins (2014):

Interview mit Chester Thompson (2014):

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