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08.07.2020

Künstliche Intelligenz erstellt Patches für den kostenlosen Synth1

Falls ihr gerade darüber nachdenkt, woher euch der Slogan „This Synth1 Bank Does Not Exist“ schon bekannt vorkommt: Das Projekt ist an This Person Does Not Exist angelehnt, eine Website, die euch immer wieder „Fotos“ von Menschen zeigt, die es eigentlich gar nicht gibt. Ein sogenanntes GAN (Generative Adversarial Network) produziert nämlich diese Bilder. Und außerdem gibt es noch die Website „This DX7 Cartridge Does Not Exist“, über die wir hier auch schon mal berichtet haben.

This Synth1 Bank Does Not Exist

Und tatsächlich ist die „DX7-KI“ auch die Inspiration für dieses Unterfangen. Und das dürfte vielleicht noch mehr Menschen ansprechen, denn der Synth1 ist ein kostenloses Plug-in und damit natürlich noch interessanter.

Synth1 ist sozusagen eine Emulation des Clavia Nord Lead 2 und gehört wahrscheinlich zu den beliebtesten Freeware-Synthesizern. Zugegeben, das Plug-in ist keine Schönheit, die inneren Werte stimmen aber nach wie vor. Ihr solltet alleine deshalb mal einen Blick auf die Entwicklung von Ichiro Toda werfen, falls ihr das nicht schon längst getan habt.

Bei einem so beliebten und weit verbreiteten Synthesizer gibt es natürlich ohne Ende Presets, eine Sammlung von knapp 25.000 Patches wurde für dieses Projekt benutzt. Eine KI, genauer gesagt ein GAN (Generative Adversarial Network), wurde nämlich damit gefüttert. Auf Basis dieser Daten erstellt die KI nun jedes Mal ein neues Set mit 128 Presets, sobald ihr auf das Bild des Nord Lead Synthesizers oder einen Text-Link klickt. Das ist doch praktisch! Neue Klänge ohne Anstrengung. Einige Presets eignen sich möglicherweise auch als Anregung für eigene Kreationen.

Manchmal kann es wohl vorkommen, dass ihr bei den Ergebnissen nichts hört. In vielen Fällen hat das laut dem Entwickler James Skripchuk wohl damit zu tun, dass die Frequenz des Tiefpassfilters zu tief eingestellt ist. Das müsstet ihr dann nachträglich korrigieren. Einige Patches basieren vielleicht auch auf FX-Presets und klingen deshalb etwas schräg. Aber das sind Kleinigkeiten, auch eine künstliche Intelligenz kann noch etwas dazulernen.

Die Einstellungen entstehen wohlgemerkt nicht zufällig, auf der Website wird das Prinzip des zugrundeliegenden GAN noch mal genauer erklärt, ein verlinkter Blogpost geht noch weiter ins Detail. Auch der Quellcode ist auf Github verlinkt. Vielleicht will jemand von euch noch Varianten für Diva oder Pigments entwicklen? Meine lausigen Patches dürft ihr gerne zum Trainieren des Netzwerks verwenden. Howard Scarr kann sich dann schon mal warm anziehen!

Weitere Infos

Dieses Video zeigt, wie Presets in Synth1 eingefügt werden

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