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Electro Harmonix Cathedral Test

Mit dem „Cathedral“ erweitert Electro Harmonix deren Angebot an Reverb-Pedalen, welches mit der etablierten „Holy Grail“-Serie bereits ein traditionsreiches Fundament bietet. Auf dieser Basis wurde der „Cathedral“-Reverb entwickelt, welcher insgesamt acht verschiedene Hall-Maschinen in einem Gerät vereint. In Abgrenzung zu den vielen Konkurrenten im Reverb-Bereich sind auch Delays mit an Bord, mit denen sich die Reverbs feedbacken lassen.

Electro Harmonix Cathedral Test (Foto: Thomann)


Kommt das dem Klang und der Performance des „Cathedral“ entgegen? Und wie verhält sich der Reverb bei Keyboard-Sounds? Wir haben das Gerät für euch getestet. 

Details

Äußeres

Noch nie wurde ich bei einem EHX-Pedal von dessen Verarbeitung enttäuscht. Das soll sich auch beim Cathedral nicht ändern. Ein solides Aluminium-Gehäuse trifft auf die altbewährten EHX-Potis. Da wackelt nichts, sondern sagt nur: ‚Nimm mich mit auf die Bühne‘. Das möchte ich hören von einem Bodentreter. Ein schlichtes Design kann man der Front-Platte nicht unterstellen, die bunt-blau und mit einem großen „Cathedral“-Schriftzug daherkommt. Das alles erschwert jedoch kaum Übersicht und Workflow. Auf dem Pedalboard lässt sich die Stompbox unbeschwert unterbringen, da sie im Pedalboard-Format bleibt und in etwa den Platz zweier Einzelpedale einnimmt.

Fotostrecke: 3 Bilder Das u0022Cathedralu0022-Pedal ist aus einem stabilen Aluminium-Gehu00e4use gefertigt. (Foto: Thomann)
Fotostrecke

Aufbau und Bedienoberfläche

Auf undurchsichtige Sub-Menüs, durch die man sich durch ein Mini-Display kämpfen muss, wurde glücklicherweise verzichtet. What you see, is what you get! Das Grundprinzip des Pedals ist schnell erklärt und entsprechend intuitiv zugänglich: Via Encoder lässt sich einer der acht Reverb-Algorithmen anwählen, deren Aktivität via Status-LED indiziert wird. Drückt man den Encoder-Poti, morpht die Modus-Anzeige in die Anwahl der Presets. Davon sind insgesamt acht speicherbar. Zwei Fußschalter kümmern sich um Bypass und Tap Tempo/Infinite. Moment … Tap Tempo bei einem Reverb? Richtig. Der Cathedral besticht durch die Delay-Algorithmen, die in ihm verwoben sind. Unter anderem gibt es einen „Echo“-Modus, in dem Teile der insgesamt fünf Potis für klassische Reverb-Parameter in Delay-Einstellungen morphen. So wird beispielsweise der Pre- Delay im Echo-Modus zur Delay-Time. 

Die Bedienoberfläche des Electro Harmonix Cathedral-Pedals. (Foto: Thomann)

Der „Feedback“-Poti werkelt nicht nur im Delay, sondern ermöglicht auch eine Art Feedback/Selbstoszillation für die Reverb-Modi. In manchen der Algorithmen werden auch Delay und Reverb miteinander kombiniert. Jedoch sind neben diesen unkonventionellen Klängen auch ganz klassische Reverb-Sounds wie etwa Spring, Hall oder Room möglich. Ein sanfter, idealerweise zuschaltbarer Chorus/Modulations-Reverb ist bei zeitgenössischen Hall-Pedalen fast schon ein Standard, den der Cathedral leider nicht erfüllen kann. Mit dem „Grail Flerb“ aus der Holy Grail-Serie wurde lediglich ein Preset-Algorithmus mit von Grund auf sehr starker Modulation in den Cathedral eingepflegt. Ebenfalls vermisse ich Anschlüsse für Expression-Pedale oder MIDI. Die Stompbox ist hier ziemlich auf sich allein gestellt. Dass es an Anschlüssen lediglich die Stereo In/Out-Buchsen und den Netzteil-Anschluss gibt, kann dem Cathedral aber auch zugutekommen. Qualität statt Quantität? Hören wir mal rein.

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