Test
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21.10.2020

KRK Rokit RP5 G4 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Gelbe Dauerbrenner in neuer Version

KRK Rokit RP5 G4: Die Studiolautsprecher der Rokit-Reihe von KRK gehören zu den meistverkauften Abhörmonitoren weltweit. Mit der G4 ist die neueste Generation erhätllich. Die beliebten Einsteiger-Monitore mit den gelben Membranen wurden von Grund auf neu entwickelt.

KRK darf sich bei der Rokit-Serie schon seit einigen Jahren über größte Beliebtheit bei Produzenten auf der ganzen Welt freuen. Besonders in Home-Studios sind die schwarz-gelben Monitore oft anzutreffen. Kein Wunder: Bei Thomann etwa belegen die KRK Rokit Monitore regelmäßig Spitzenplätze in den Verkaufscharts. Ähnlich beliebt sind nur die ebenfalls bekannten Einsteigermonitore von Adam (T7V/T5V) und die schwarz-weißen HS5 und HS7 von Yamaha. Was taugt also diese Generalüberholung der gelben Dauerbrenner?

Details

Merkmale und Besonderheiten

Das schwarze Gehäuse, in dem die KRK Rokit RP5 G4 untergebracht sind, besteht zum größten Teil aus einem Holzfaser-Verbundstoff, wobei die Frontplatte aus Kunststoff gefertigt ist. In diese Front wurde auch gleich ein Waveguide für den Hochtöner eingelassen. Das Gehäuse macht einen sehr soliden Eindruck und die gummierte Bodenfläche der Lautsprecher sorgt zum einen für Rutschfestigkeit und entkoppelt andererseits den Lautsprecher akustisch etwas von der Oberfläche, auf der er steht. Die Rückplatte ist aus Metall, da sie auch die Wärme der Endstufe abführt. Der 5 Zoll große Tieftöner ist genau wie der 1”-Hochtöner aus Glas-Aramid gefertigt und macht einen sehr steifen Eindruck. Ein frontseitiger Bassreflex-Port ist ganz unten angebracht und das KRK Logo leuchtet einem vertraut entgegen, sobald Netzspannung anliegt. So weit, so gut.

Auf der Rückseite sind die Anschlüsse für Strom und Audio untergebracht. Sowohl XLR- als auch Klinkenstecker können mit der Kombibuchse verbunden werden. Der Blickfang hinten ist allerdings das LCD nebst Encoder. Die Beschriftung “High-Resolution DSP Room Tuning” verspricht High-Tech-Raumanpassung. Dahinter verbirgt sich allerdings ein schlichter EQ mit 25 Settings. Umfassende DSP-Funktionen wie etwa bei Genelec, Neumann und KS Digital kann man natürlich bei einem Monitor für knapp 150 Euro nicht erwarten, aber warum man dann so einen Aufriss mit dem Display macht und mit “High-Resolution DSP Room Tuning” Erwartungen weckt, die in diesem Preissegment eher unrealistisch sind, ist mir schleierhaft.

Setup und Zubehör

Das Aufstellen und Anschließen der KRK-Monitore geht absolut problemlos von statten. Durch die Schaumgummischicht auf der Unterseite kann man sich im Notfall auch auf dem Schreibtisch mal eine Schaumstoffunterlage sparen. Idealerweise sollten die Lautsprecher jedoch gut vom Untergrund isoliert aufgestellt werden.

Der auf der Rückseite zugängliche EQ lässt zu, dass bei den festen Frequenzen 60 Hz, 200 Hz, 3,5 kHz und 10 kHz um bis zu 2 dB angehoben oder abgesenkt werden kann, allerdings nur innerhalb von jeweils 5 Presets für High- und Low-End. Und weil fünf mal fünf bekanntlich 25 ist, vermarktet KRK das als 25 Presets. Das Preset zum Absenken bei 200 und 60 Hz war übrigens sehr nützlich zur Basskorrektur bei Aufstellung an einer Wand. Die Bedienung mit dem Encoder ist im Prinzip selbsterklärend und man bekommt schnell ein Gefühl dafür. Allerdings muss man auch immer aufstehen und seinen Kopf hinter den Monitor klemmen. Das ist besonders nervig, wenn die Lautsprecher direkt an der Wand aufgestellt sind und man ihre Position verändern muss. Da wäre man unter Umständen mit gerasterten Schiebereglern wie zum Beispiel bei den Adam T5V besser bedient gewesen, da man diese auch blind bedienen kann. Zumal sich die begrenze Funktionalität die hinter dem Display verbirgt auch ohne Probleme mit ein paar Schiebereglern hätte umsetzen lassen.

Zusätzlich gibt es vom Hersteller die “KRK Audio Tools” App für Android und iOS. Diese lässt sich zwar nicht mit den Lautsprechern verbinden, um Zugriff auf das DSP-System zu gewähren, hält aber ein paar nützliche Features bereit, um die Lautsprecher aufzustellen. Unter anderem gibt es eine Aufstellanleitung mit Winkelmesser und akustischem Entfernungsmesser zur Ermittlung einer guten Hörposition. Außerdem verspricht eine Echtzeit-Spektralanalyse in Verbindung mit einem Signalgenerator Raum und Lautsprecher auszumessen, wobei die Genauigkeit zumindest über das Handymikrofon anzuzweifeln ist.

Klang

Ein ganz leises Grundrauschen teilt mir mit, dass die KRK Rokit RP5 bereit sind. Nach etwas House mit viel Information im Bassbereich wird klar: Für 5-Zöller haben die RP5 einen richtig ordentlichen Bass. Die Monitore reichen runter bis 43 Hz und sind im Bassbereich damit fast so gut aufgestellt wie die größeren KRK Rokit RP7. In den Mitten gefallen sie mir sogar deutlich besser als die großen Geschwister. Alles klingt ein wenig direkter und Gitarren wirken weniger bedeckt. Die Hochtöner sollen eine maximale Frequenz von 40000 Hz haben, was mit handelsüblichen Ohren freilich nicht überprüft werden kann. Man muss den HT-Treibern aber lassen, dass sie fein auflösen, wenn auch nicht so detailliert wie die Hochtöner in den preislich ähnlichen Adam T5V (die aber im Bassbereich etwas schwächer sind). Die Phantommitte ist recht fokussiert. Die Rokit RP5 sind klanglich richtig ordentliche Allround-Monitore für die Preisklasse. Sie klingen ausgewogen und punchy und haben für ihre geringe Größe einen mächtigen Bass. Klanglich gefallen sie mir um einiges besser als die größeren Rokit RP7 G4.

Fazit

Die KRK Rokit RP5 der vierten Generation sind eine angenehme Überraschung für mich. Nicht nur sind sie besser als die vorherige Generation, sie sind auch besser als das nächstgrößere Paar. Wer nicht unbedingt das extra Low-End der RP7 braucht, ist eventuell mit den RP5 besser bedient. Die KRK Rokit RP5 G4 sind ein wirklich schönes Paar Studiolautsprecher für den Preis.

  • Pro
  • gute Verarbeitung
  • straffer Bass
  • ausgewogener Klang
  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Auto-Standby
  • Contra
  • etwas umständliches Setup
  • Features und Spezifikationen
  • aktive Studiomonitore
  • 2-Wege
  • 5”-Tieftöner
  • 1”-Hochtöner aus Glas-Aramid-Verbundmaterial
  • Bi-Amped Class-D Endstufe 20 Watt + 35 Watt
  • Digitaler EQ mit 25 Presets
  • Limiter
  • Frequenzbereich: 43-40000 Hz
  • Preis: € 149,– pro Stück (Straßenpreise am 20.10.2020)

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