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Workshop
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20.05.2014

Keyboard Masterclass Workshop #9

Der Einsatz von Licks in der Improvisation Teil 1

Leckere Licks über C7 / F7

Nachdem wir in den vergangenen Keyboard Masterclass Workshops einiges über Improvisationstechniken und Voicings gelernt haben, widmen wir uns nun einem Handwerkszeug, ohne das kein Jazzmusiker wirklich auskommt: Licks!

Im Jazz wird zwar überwiegend spontan improvisiert, aber gewisse Phrasen hat man einfach vorher einstudiert und feuert sie an passender Stelle ab. Manche Improvisatoren kommen mit wenig Licks aus (Beispiel: Keith Jarrett), bei anderen ist ein Solo eher eine Aneinanderreihung von Licks (Beispiel: Oscar Peterson). Ein paar coole Licks sollte man aber so oder so im Programm haben.

Ich möchte euch in den nächsten Ausgaben meiner Keyboard Masterclass eine Auswahl an Phrasen zeigen. In jeder Folge werde ich zehn kleine Licks über eine bestimmte Akkordprogression vorstellen, mit denen ihr in euer eigenes Improvisationsrepertoire aufpeppen könnt.

Wir beginnen mit der Akkord-Progression C7 / F7, wie sie z.B. in einem Blues vorkommt. Wenn ihr die Licks drauf habt, solltet ihr sie natürlich auch in andere Tonarten transponieren. (Achtung: Die angegebenen Fingersätze können dabei je nach Tonart variieren!)

Licks mit Sexten

Beim Blues, Boogie und Stride Piano wird viel mit Sexten gearbeitet. Hier ein einfaches Beispiel:

Und ein anderes Blueslick mit Sexten und kleinen chromatischen Umspielungen:

Die Töne des Sexten-Intervalls können natürlich auch nacheinander angeschlagen werden. Und damit kämen wir dann auch schon zum ersten Poser-Lick. Es klingt nämlich wesentlich schwieriger als es in Wahrheit ist:

Licks mit Terzen

Wem das noch nicht Angeber-mäßig genug ist, der kann diese Phrase noch mit Terzen ausschmücken:

Und wo wir gerade bei Terzen sind:

Licks mit Tritoni

Der Tritonus ist für unsere bluesige Akkordfolge ein interessantes Intervall, weil man ihn so über die Dominantseptakkorde platzieren kann, dass er genau die Funktionstöne Terz und Septim bildet. Es lassen sich also harmonisch recht gehaltvolle Licks mit Tritoni basteln, wie zum Beispiel dieses hier:

Wer mal Oscar Peterson gehört hat, dem wird dieses Lick bekannt vorkommen:

Licks mit Fixpunkt

Betrachten wir mal dieses Terzenlick:

Hier fällt auf, dass die Terzen herumwandern, aber dazwischen immer wieder das C bzw das F angeschlagen wird. Solche Phrasen sind im Blues, Boogie und Stride sehr häufig zu finden. Ich nenne diese wiederholt angeschlagenen Töne Fixpunkte.

Der Fixpunkt kann auch unten sitzen wie in diesem Beispiel:

Es kann aber auch zwei Fixpunkte im Abstand einer Oktave geben wie in diesem Beispiel:

Damit habt ihr zehn gebräuchliche Licks parat, die sich über die Akkordfolge C7 / F7 einsetzen lassen. Übt diese Licks in verschiedenen Tonarten und versucht, sie in ein Solo einzubauen. Nächstes Mal gibt es dann eine andere Harmoniefolge und die nächsten zehn leckeren Licks!

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