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Workshop
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01.09.2014

Keyboard Masterclass Workshop #11

Der Einsatz von Licks in der Improvisation (Teil 3)

Die I-VI-II-V Verbindung

In der letzten Folge des Keyboard Masterclass Workshops habe ich euch einige Licks über eine II-V-I Verbindung gezeigt. Diese erweitern wir nun zur I-VI-II-V Kadenz. Auch diesmal möchte ich euch wieder zehn Licks vorstellen, die ihr in eurer Improvisationsrepertoire aufnehmen könnt.

Spielwiese ist heute die Tonart F-Dur. Auf der sechsten Stufe ersetzen wir den Dm-Akkord durch D7, wie es im Jazz oft vorkommt. Die Akkordfolge wäre also Fmaj7 - D7 - Gm7 - C7. Und hier kommt schon das erste Lick:

Dieses Lick beinhaltet gleich eine Handvoll verschiedener „Features“. Hier finden wir: Arpeggios, chromatische Durchgänge, Umspielung von Zieltönen und Triolen. Die Akkorde Fmaj7 und Gm7 werden arpeggiert, das D im zweiten Takt vorher umspielt und in den Triolen kommt dann noch etwas Chromatik zum Einsatz.

Hier gleich noch ein ähnliches Lick:

Der Einsatz von Chromatik sollte immer dosiert erfolgen. Wenn man zu viele chromatische Noten aneinander reiht, klingt es irgendwann harmonisch undefiniert und beliebig. Im nächsten Beispiel unterbreche ich die Chromatik mehrmals durch diatonische Abschnitte:

Im traditionellen Jazz wird viel mit Terzen gearbeitet. Hier ein Beispiel dafür:

Terz und Septim bezeichnet man als „Funktionstöne“. Sie definieren einen Akkord und seine Funktion innerhalb der Tonart. Der folgenden Phrase spendieren wir mit Hilfe von Funktionstönen etwas harmonischen Gehalt:

Harmonischen Gehalt bekommen wir auch, indem wir Sexten benutzen. Solche Licks sind typisch für Ragtime und Stride Piano.

Im ersten Teil meiner „Licks-Reihe“ hatte ich schon einmal das Thema „Fixpunkte“ erwähnt. Das sind Töne, die wiederholt angeschlagen werden, während die anderen Elemente – in diesem Fall Terzen – herumwandern. Hier ein weiteres Fixpunkt-Lick für unsere heutige Akkordfolge:

So, und wem das bis jetzt rhythmisch alles zu langweilig war, der kann ja mal die folgende Phrase ausprobieren. Triolisch arpeggierte Akkorde wie in diesem Lick gehören zum Standardrepertoire vieler Jazzpianisten.

Hier eine kleine Variation im ersten Takt:

Und zum Schluss noch eine Variante mit allen Schikanen:

Diese Licks solltet ihr natürlich wieder in alle Tonarten transponiert üben. Dann könnt ihr sie in euer Repertoire aufnehmen, abwandeln und damit experimentieren.

Viel Spaß damit und bis bald!

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