Test
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12.08.2017

Praxis

Verhalten und Klang

Nein, ich habe nicht ins Handbuch geschaut, sondern einfach das IK Multimedia iRig Pro I/O mit meinem iPhone verbunden, Garageband geöffnet, ein Mikrofon angeschlossen und auf Aufnahme gedrückt. Es funktionierte sofort, ohne anmelden oder ähnlichem! Einzig Garageband sagt in einem Dialogfenster, dass man ein Audiogerät angeschlossen habe und es sich daher empfiehlt, das Monitoring“ einzuschalten. „Monitoring aktivieren“ klicken, Kopfhörer auf, los gehts.  

Die blaue LED leuchtet und sagt mir, dass das Interface läuft. Über Kopfhörer höre ich meine Aufnahmen an und siehe da: Ein Beta 58 ist kein gutes Mikro für Gesangsaufnahmen. Das wusste ich vorher, aber es wird auch hier bestätigt. Ansonsten höre ich: kein Rauschen. Alternativ habe ich jetzt mal ein AKG-C3000-Großmembran angeschlossen, um den klanglichen Unterschied zu hören und die Phantomspeisung auszutesten. Für ein Großmembran-Mikrofon, dass in einer Spinne hängt, braucht man ein Stativ und da kommt ein kleines mitgeliefertes Gimmick zum Einsatz, das auf einmal Sinn ergibt: Am abnehmbaren Batteriefach ist ein Schlitz, durch den man ein Klettband durchziehen kann. Damit kann man das iRig an ein Mikro Stativ befestigen. Leider wurde hier aber nicht so richtig zuende gedacht: Die mitgelieferten Adapterkabel, die an das Smartphone, Laptop oder Tablet angeschlossen werden, sind 0,6 m lang. Wohin also mit dem Smartphone, wenn das iRig am Mikrostativ hängt? So richtig habe ich es leider auch nicht geschafft, das Klett so anzubringen, dass sich das Interface nicht mehr bewegt oder schief am Stativ baumelt. Also lieber wieder auf den Tisch legen.

Die zweite LED leuchtet rot und bestätigt mir damit, dass Phantomspeisung läuft. Die untere LED, die normalerweise blau leuchtet, schaltet auf grün um, wenn das iRig ein Signal in normaler, brauchbarer Lautstärke erhält. Leuchtet dieselbe LED orange, hat man das Signal übersteuert. Interessanterweise fängt die LED allerdings schon deutlich früher an orange zu leuchten als das Eingangsmeter von Garageband. Sehr praktisch ist, dass sich das Interface von alleine ausschaltet, wenn das Smartphone in den Ruhezustand geht: die blaue LED wir schwächer und hört auf zu leuchten. So wird auch nicht unnötig Akku verbraucht.

Das iRig Pro I/O ist mit 24Bit-AD-/DA-Wandlern ausgestattet und nimmt mit einer Samplerate von 96 kHz auf. Latenzen waren für mich nicht wahrnehmbar, Rauschen auch nicht. Der erste Song, den ich mit dem iRig Pro I/O aufgenommen habe, ist rein akustisch: zwei Gitarren und drei Gesänge mit dem AKG C3000 direkt in das iRig Pro I/O und Garageband als DAW. Dazu Bass direkt per Klinke in das iRig Pro, denn der Klinkeneingang ist ein Hi-Z-Input, der für passive und aktive Pickups gemacht ist. Es läuft, es klingt, es funktioniert einwandfrei. Bei Song Nr. 2 habe ich Elektro Pop als Stil gewählt und ein MIDI-Keyboard angeschlossen: Auch hier gilt „plug and play“. Es funktioniert einfach. Für die E-Gitarren auf dieser Aufnahme habe ich mir die kostenlose Software AmpliTube geladen, die Gitarren-Amps, Cabinets und Effekte emuliert und die E-Gitarre durchgejagt. Ich bin begeistert. Ehrlich.

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