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Audio-Interface für Android kaufen

Wer nach einem Audio-Interface für sein Android-Tablet oder Smartphone sucht, der dürfte schon bemerkt haben, dass die vermeintlich unendlichen Weiten des Pro-Audio-Markts in dieser Hinsicht nicht sehr viel zu bieten haben.

Audio_interfaces_fuer_Android

Inhalte

  1. Grundsätzliches: Android und Audio-Interfaces
  2. Das Hauptproblem: Streuung
  3. Einen Versuch ist es wert!
  4. Fazit

Während es für Mobilgeräte aus dem Hause Apple eine durchaus ansehnliche Auswahl an Audio-Interfaces gibt, die zum Teil sogar ganz zielgerichtet für iOS-Systeme entwickelt werden (siehe: iOS-Interfaces), bieten nur die wenigsten Interfaces offiziellen Support für Android.
Immerhin lag der weltweite Marktanteil von Android bei Mobilgeräten im Jahr 2019 bei etwa 75%. Warum also gibt es kaum Audio-Hardware, die offizielle Unterstützung für das so verbreitete Betriebssystem bietet? Wir haben uns informiert und unter anderem bei den Produktspezialisten im englischen Hauptquartier des Herstellers Focusrite nachgefragt, um ein wenig Licht in die Hintergründe zu bringen.

Grundsätzliches: Android und Audio-Interfaces

Im Grunde bietet das Betriebssystem Android alle Voraussetzungen, um ein USB-Audio-Interface zu nutzen, solange dieses „class-compliant“ ist und keine zusätzliche Installation von Treibern erfordert. Eine nicht ganz unwesentliche Einschränkung ist allerdings, dass USB-Audio bei Android auf zwei Kanäle beschränkt ist. Wer in seinen Träumen also schon sein 24-Kanal-Interface mit seinem Tablet verbindet, um eine Band aufzunehmen, der muss sich beim aktuellen technischen Stand (März 2020) von diesen Träumen leider direkt wieder verabschieden. Der Anschluss von einem oder zwei hochwertigen Studio-Mikrofonen und auch das Ausspielen von Musik über hochwertige symmetrische Ausgänge ist im Prinzip aber technisch möglich, und man hört immer wieder von Anwendern, denen dies gelingt.

Die physikalische Kompatibilität ist nicht das Problem: Fast jedes Android-Gerät ist in Verbindung mit einem Audio-Interface ein Unikat. Das macht eine ausführliche Überprüfung und Freigabe durch Hersteller schwierig bis unmöglich. (Im Bild: USB-Anschuss eines IK Multimedia iRig Pre HD)
Die physikalische Kompatibilität ist nicht das Problem: Fast jedes Android-Gerät ist in Verbindung mit einem Audio-Interface ein Unikat. Das macht eine ausführliche Überprüfung und Freigabe durch Hersteller schwierig bis unmöglich. (Im Bild: USB-Anschuss eines IK Multimedia iRig Pre HD)

Das Hauptproblem: Streuung

Im Gegensatz zu den weitgehend einheitlich aufgebauten iOS-Geräten von Apple ist die Auswahl an unterschiedlich konfigurierten Endgeräten auf Basis von Android so vielfältig, dass es nahezu unmöglich ist, verlässliche Angaben zur Kompatibilität zu machen. Die Unterschiede bei den verbauten Komponenten und der allgemeinen Performance sind eklatant. Will Hoult von Focusrite vergleicht den Versuch, ein Audio-Interface an einem beliebigen Android-Gerät zum Laufen zu bringen, mit dem Spiel in einer Lotterie. Folglich ist es nachvollziehbar, dass die wenigsten Hersteller offiziellen Support für Android anbieten können, auch wenn viele Interfaces – mit etwas Glück – funktionieren können.

Einen Versuch ist es wert!

Wer es darauf ankommen lassen möchte, der kann versuchen, ein kleines Audio-Interface wie beispielsweise das Focusrite Scarlett Solo, das SSL 2 oder 2+, das MotU M2, das IK Multimedia iRig Pro I/O oder jedes andere „class-compliant“ Interface mit seinem Android-Gerät zu verbinden. Für ältere Mobilgeräte mit Micro-USB-Port ist dazu ein USB-OTG-Adapter („USB-On-The-Go“) nötig. Bei neueren Smartphones oder Tablets mit USB-C-Schnittstelle reicht gegebenenfalls ein Adapterkabel auf den USB-Typ des Interfaces aus. Ein in allen Fällen wesentliches Thema ist die Stromversorgung des Audio-Interfaces. Viele kleine Zweikanal-Interfaces werden über den USB-Bus mit der nötigen Betriebsspannung versorgt, und dies ist in Verbindung mit den meisten Mobilgeräten nicht möglich. Wenn ein Interface keinen separaten Anschluss für die Stromversorgung bietet, dann ist ein USB-Y-Kabel wie das Sound Devices MiX-USBX nötig (Affiliate-Link), das separate Data- und Power-Stränge bietet. Solche Kabel kennt man unter anderem von externen Laufwerken, und auf diesem Weg kann ein USB-Netzteil oder eine Powerbank verwendet werden, um ein Interface mit Spannung zu versorgen. Aktive USB-Hubs wären als Alternative zum Y-Kabel durchaus denkbar, wobei im Zusammenspiel mit Android-Gräten häufig von Problemen berichtet wird.

Fotostrecke: 4 Bilder Auch wenn es nicht der Ratschlag ist, den man hören will: Nur der Versuch macht klug. Beispielsweise mit einem Focusrite Scarlett Solo.
Fotostrecke

Fazit

Es bleibt abzuwarten, was die Zukunft bringt. Will Hoult von Focusrite hat in unserem kurzen Interview signalisiert, dass seitens Focusrite grundsätzliches Interesse besteht, offiziellen Support für Android-Geräte anbieten zu können. Wir freuen uns über Kommentare mit funktionierenden Kombinationen aus Android-Gräten und Audio-Interfaces!

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von Alexander Berger

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cosmikdebris sagt:

#1 - 14.03.2020 um 08:24 Uhr

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Android unterstützt zur Zeit und schon seit einigen Jahren bis zu 8 Kanäle pro Richtung über klassenkompatible USB Audiointerfaces.
Wenn das Interface mehr Kanäle anbietet, werden i.d.R. nur die ersten beiden genutzt.

Kommentare vorhanden
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