Die besten Audio-Interfaces für Techno-/EDM-Producer

Wer elektronische Musik (EDM) produziert und professionelle Ergebnisse erreichen will, der braucht das richtige Audio-Interface! Selbst wenn man komplett „in the Box“ (ITB) arbeitet und nicht viele Anschlüsse benötigt, ist es sinnvoll, zu Equipment zu greifen, das zur Musikproduktion ausgelegt ist und u.a. mit hochwertigen Wandlern ausgestattet ist. In diesem Artikel wollen wir fünf Top-Interfaces aus unterschiedlichen Preisklassen und für unterschiedliche Szenarien vorstellen. Nicht nur für Techno: Auch wer Beats für Rapper produziert oder Pop im Electro-Gewand macht, dürfte hier fündig werden.

(Bild: Shutterstock.com 442098151 Evgeny Drablenkov)
(Bild: Shutterstock.com 442098151 Evgeny Drablenkov)

GENERELLE ÜBERLEGUNGEN

Analoge Ein- und Ausgänge

In der elektronischen Musik ist die Frage, wie viele analoge Ein- und Ausgänge ein Audio-Interface bietet, längst nicht so entscheidend wie in vielen „traditionelleren“ Genres. Um Gesang oder eventuell eigene Samples akustischer Instrumente aufzunehmen, ist man mit ein bis zwei internen Vorstufen für Mikros bereits bestens aufgestellt. Sofern man ausschließlich „in the Box“ arbeitet und virtuelle Instrumente (im Musikervolksmund: VSTs) statt Hardware-Synths und Drum-Machines verwendet, gilt selbiges auch für die Anzahl von Line-Eingängen. Und auch ausgangsseitig reicht ein Main-Out plus Kopfhörerausgang meist vollkommen aus, wobei ein zweiter Kopfhörerausgang bei der Aufnahme von Vocals im gleichen Raum durchaus nützlich ist. Wer vor hat, beim Mixing mehrere Abhören (meist aktive Nahfeldmonitore) zu verwenden, der kann einen Blick auf unseren umfangreichen Artikel zum Thema Monitor-Controller werfen.

Bei der Produktion von Techno und EDM braucht man in der Regel nicht viele Ein- und Ausgänge. Das Focusrite Scarlett 4i4 4th Gen. gehört zu unseren Empfehlungen.

Digitale Schnittstellen an Audio-Interfaces für Techno/EDM

Auch in Hinblick auf digitale Schnittstellen kann man sich bei der Produktion von elektronischer Musik entspannt zurücklehnen. Eine S/PDIF-Schnittstelle kann für manche digitalen Hardware-Synths herhalten und ein ADAT-Port zur eventuellen zukünftigen Erweiterung ist natürlich immer eine feine Sache – zum Pflichtprogramm gehört diese Art der Ausstattung aber nicht.

In Hinblick auf digitale Audio-Schnittstellen muss man bei der Produktion elektronischer Musik keine überhöhten Ansprüche an ein Interface stellen. Das RME Babyface Pro lässt sich beispielsweise über einen optischen ADAT-Port durch externe Module mit interner Wandlung erweitern.

Was dagegen ganz eindeutig sinnvoll ist, ist ein integriertes MIDI-Interface. Gerade wenn man mit einem Laptop arbeitet und einen oder mehrere Controller (z.B. ein Controller-Keyboard oder Drum Pads) verwenden will, kann es ein Segen sein, dazu nicht zu viele USB-Ports oder einen zusätzlichen Hub verwenden zu müssen, sondern alle Geräte in einer Daisy-Chain über einen einzelnen MIDI-Port anbinden zu können. Auch externe Klangerzeuger lassen sich auf diesem Weg direkt aus der DAW heraus ansteuern.

USB oder Thunderbolt?

Die in elektronischer Musik üblicherweise sehr überschaubare Anzahl an separaten Audio-Streams an den Ein- und Ausgängen erfordert kaum einen so luxuriös hohen Datendurchsatz, wie er von Thunderbolt geboten wird. Einer der wenigen wirklich eindeutigen Vorteile gegenüber USB ist, dass das teurere Thunderbolt-Protokoll allgemein im Ruf steht, bessere Latenzwerte zu bieten. Wenn man virtuelle Instrumente über angeschlossene MIDI-Controller spielen will, kann die zusätzliche Investition also sinnvoll sein. Auch das nach wie vor sehr oft verbaute USB-2.0-Protokoll liefert im Zusammenspiel mit einem optimierten Rechner jedoch meist eine mehr als akzeptable Performance.

Nur nicht verwirren lassen! Das Arturia MiniFuse 1 nutzt USB 2.0 und kommt mit einer USB-C-Buchse, die auch von Thunderbolt genutzt wird. Der zusätzliche USB-A-Port dient als HUB zum Anschluss von Controllern oder anderer Peripherie.

Bevor man sich für den Luxus eines Thunderbolt-Interfaces entscheidet, sollte man sichergehen, dass der eigene Rechner dieses Protokoll auch wirklich unterstützt. Der Punkt, dass Thunderbolt 3/4 und USB 3 die gleiche Schnittstelle (nämlich USB Typ C) verwenden, kann ein wenig irreführend sein, und im Zweifelsfall empfiehlt sich ein Blick auf die Specs des Rechners.

AUDIO-INTERFACES FÜR TECHNO/EDM: UNSERE EMPFEHLUNGEN

Kompakt und professionell: RME Babyface Pro FS

Audio Interfaces des deutschen Herstellers RME haben seit jeher den Ruf, hochwertige Wandler, neutrale Preamps und stabile Treiber zu bieten. Das Babyface Pro FS vereint alle diese Eigenschaften in einem kompakten Gehäuse. Das USB-2.0-Interface arbeitet bei Abtastraten bis 24 Bit/192 kHz und kommt mit zwei potenten Vorverstärkern mit bis zu 65 dB Gain. Die beiden Line/Instrumenten-Eingänge eignen sich beispielsweise zum Anschluss von Synthesizern oder sonstigen Line-Quellen. Bei Bedarf lässt sich zudem die optische ADAT-Schnittstelle zur Erweiterung nutzen. Vorteilhaft für den mobilen Einsatz ist, dass sich das Babyface Pro FS über den USB-Bus mit Strom versorgen lässt und kein externes Netzteil benötigt.

RME Babyface Pro FS Test Artikelbild
RME Babyface Pro FS Test

Mit dem Babyface Pro FS überholt RME sein kleinstes Audiointerface. Wird das mobile Interface nun richtig erwachsen?

19.04.2016
4,5 / 5
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Ein internes MIDI-Interface ist wunderbar platzsparend in Form einer kleinen Buchse für eine enthaltene Kabelpeitsche vorhanden. So lassen sich Controller anbinden oder auch Hardware-Synthesizer ansteuern. Eine weitere Besonderheit bilden die beiden Kopfhörerausgänge im 6,3er und 3,5er Klinkenformat. Diese sind zwar nicht separat adressierbar, lassen sich aber gleichzeitig verwenden und arbeiten mit unterschiedlichen Impedanzen für verschiedene Kopfhörer. Unter dem Strich handelt es sich hier um ein absolut professionelles Audio-Interface, das auch fünf Jahre nach seiner Markteinführung eine herausragende Figur macht.

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RME Babyface Pro FS
RME Babyface Pro FS
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(119)

Starke Budgetlösung für Techno-/EDM-Producer: Focusrite Scarlett 4i4 4th Gen.

Das Focusrite Scarlett 4i4 4th Gen. ist ein USB-2.0-Interface, das bei Auflösungen bis 24 Bit/192 kHz arbeitet und gemessen an seiner Ausstattung verhältnismäßig günstig zu haben ist. Die beiden internen Vorverstärker bieten beeindruckende 69 dB Gain und lassen sich zudem als Line- und Instrumenteneingänge nutzen. Das in allen aktuellen Interfaces der Scarlett-Serie Serie verfügbare Air-Feature ermöglicht zudem, anliegende Signale schon während des Recordings etwas aufzupolieren. Dazu kommen zwei weitere Line-Ins und vier Line-Outs.

Focusrite Scarlett 4i4 4th Gen Test Artikelbild
Focusrite Scarlett 4i4 4th Gen Test

Die Focusrite Scarlett-Serie kommt in die vierte Generation. Aktuell bietet sie drei verschiedene Budget-Interfaces an. Das Scarlett 4i4 stellt mit vier Ein- und sechs Ausgängen das umfangreichste Gerät der Serie dar. Wie steht’s mit dem Preis-Leistung-Verhältnis innerhalb der Familie?

08.01.2024
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Die Stromversorgung des Scarlett 4i4 4th Gen. läuft wahlweise über den USB-Bus oder ein enthaltenes externes Netzteil. Ein MIDI-I/O ist in Form von ganz klassischen 5-poligen DIN-Buchsen vorhanden. Auf Erweiterbarkeit über digitale Schnittstellen verzichtet das Interface dagegen. Insgesamt handelt es sich hier um eine preiswerte und funktionale Lösung, die zusätzlich ein stattliches Software-Paket enthält und nicht nur zur Produktion von elektronischer sehr gut geeignet ist.

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Focusrite Scarlett 4i4 4th Generation
Focusrite Scarlett 4i4 4th Generation
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Audio-Interface für Techno-/EDM-Producer: Mobile Minimalausstattung Arturia MiniFuse 1

Das minimalistische Arturia MiniFuse 1 eine hervorragende Wahl für preisbewusste Einsteiger. Das USB-2.0-Interface (USB-C) arbeitet bei 24 Bit/192 kHz und bietet ordentliche Wandlerqualität sowie einen sauber klingenden Preamp mit satten 65 dB Gain für kleines Geld. Das Bedienkonzept ist einfach und intuitiv gehalten. Dank Stromversorgung über USB ist zum Betrieb kein Netzteil nötig.

Arturia MiniFuse Test Artikelbild
Arturia MiniFuse Test

Die kompakten Desktop-Interfaces der MiniFuse Serie von Arturia bieten reichlich Features für kleines Geld!

01.01.2023
5 / 5
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Weitere analoge oder digitale Audio-Schnittstellen sind nicht vorhanden, und auch auf ein integriertes MIDI-Interface wird verzichtet. Im Gegenzug bietet das MiniFuse 1 einen zusätzlichen USB-Port, über den sich z.B. Controller anschließen lassen. Da hat jemand mitgedacht! Das umfangreiche Software-Paket ist nicht nur für Einsteiger interessant!

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Arturia MiniFuse 1 Black
Arturia MiniFuse 1 Black
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Audio-Interface für Techno-/EDM-Producer: All-Inclusive-Variante Native Instruments Maschine Mk3

Native Instruments Maschine Mk3 ist der erste Exot in der Liste unserer Empfehlungen. Es handelt es sich hier um eine Komplettlösung zur Produktion von elektronischer Musik, die mit umfangreichen Controller-Funktionen in Form von 16 Drum-Pads im MPC-Stil und vielen weiteren Bedienelementen kommt. Diese arbeiten nicht nur nahtlos mit der umfangreichen Software-Suite und einer eigens für Maschine entwickelten DAW zusammen, sondern werden auch von vielen Drittanbieter-Produkten unterstützt. Und natürlich lässt sich Maschine auch in anderen DAWs wie Live, Logic oder Cubase nutzen.

Native Instruments Maschine MK3 Artikelbild
Native Instruments Maschine MK3

Native Instruments bringen mit der MK3 ein Update ihrer beliebten Groove-Workstation „Maschine“. Die runderneuerte Hardware verspricht einiges an Neuerungen.

20.10.2017
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Dass auch ein USB Audio-Interface (24 Bit/96 kHz) integriert wurde, ist eine Neuerung in Version Mk3 und eher eine Nebenfunktion als ein zentrales Feature. Auf der Rückseite findet sich ein Mikrofoneingang, der allerdings keine Phantomspeisung für Kondensatormikrofone bietet und zur Aufnahme von Gesang nur sehr begrenzt nutzbar ist. Weiterhin gibt es zwei Line-Ins sowie einen Main-Out, einen Kopfhörerausgang und einen MIDI-I/O. Wer hochwertige Aufnahmen machen will, sollte sich nach einem dedizierten Audio-Interface umsehen, das natürlich auch im Verbund mit Maschine Mk3 betrieben werden kann. Für alle, die instrumentale Tracks komplett „in the Box“ produzieren, reicht diese Ausstattung aber aus, und natürlich bieten die allgemein sehr umfangreichen Features einen hohen Mehrwert. Maschine Mk3 hat sich seit Jahren bewährt und ist ein echter Dauerbrenner.

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Native Instruments Maschine MK3 Black
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High-End-Audio-Interface für Techno-/EDM-Producer mit vielen Line-Ins: Universal Audio Apollo x16

Beim Universal Audio Apollo x16 handelt es sich um Exot Nummer zwei unserer Empfehlungen, wobei wir an dieser Stelle die Hig-End-Kiste öffnen. Das genauso professionelle wie teure Tunderbolt-3-Interface (24Bit/192kHz) verzichtet auf Mikrofoneingänge und bietet stattdessen jeweils 16 Line-Verbindungen rein und raus. Diese sind in Form als vier Sub-D25-Anschlüsse für Kabelpeitschen umgesetzt. Damit ist das x16 vor allem für Hardware-Enthusiasten interessant, die einen kleinen Fuhrpark an Synthesizern in ihre Studioumgebung integrieren wollen. Da an weiteren Anschlüssen nur ein Main-Out und eine digitale AES/EBU-Schnittstelle vorhanden sind, sollte man zur Verwendung von Kopfhörern einen entsprechenden Verstärker (oder auch einen Monitor-Controller mit Kopfhörerausgang) einplanen. Das Kaskadieren mit bis zu drei weiteren Apollo-Interfaces ist ebenfalls möglich.

Universal Audio Apollo x16 Test Artikelbild
Universal Audio Apollo x16 Test

Das x16 ist das neuste Apollo Audiointerface von Universal Audio. Mit Thunderbolt 3, 16 Line I/Os auf DB-25 und Hexacore UAD-2 ist es auch das große Flaggschiff.

05.11.2018
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Ein wesentliches Feature der gesamten Apollo-Serie sind die integrierten DSPs, die es erlauben, die proprietären Plug-ins des amerikanischen Herstellers zu nutzen – und diese gehören zum Hochwertigsten, das der Markt in dieser Hinsicht zu bieten hat. Standardmäßig ist beim Kauf der aktuell angebotenen Heritage Edition ein durchaus ansehnliches Bundle an klassischen Effekten enthalten.

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Universal Audio Apollo x16 Heritage Edition
Universal Audio Apollo x16 Heritage Edition
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