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Solid State Logic SSL 2+ Test

Obwohl es gerade erst auf der NAMM 2020 vorgestellt wurde, dürfen wir bereits einen Blick auf das neue USB-Interface SSL 2+ von Solid State Logic werfen. Liest man den Preis, muss man direkt einen zweiten Blick riskieren, denn das SSL 2+ ist mit dem etwas kleineren SSL 2 das erste Interface des legendären britischen Herstellers, das preislich durchaus im Einsteigerbereich liegt.

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Auf der NAMM 2020 stellte SSL zwei neue, günstige USB-Interfaces vor. Bemerkenswert ist das vor allem, da SSL typischerweise hochwertige Analoggeräte mit vierstelligem Preisschild im Angebot hat. Das SSL 2 und das SSL 2+ sind zweikanalige USB-C Interfaces, welche beide die neue SSL-4K-Schaltung besitzen. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Anzahl der Line-Ausgänge und Kopfhöreranschlüsse. Außerdem bietet das SSL 2+ ein DIN-MIDI-Interface, auf das beim SSL 2 verzichtet wurde. In diesem Testbericht geht es um das größere SSL 2+.

Details

Äußerlichkeiten

Das SSL 2+ ist in einem stabilen Desktopgehäuse untergebracht. Die nach vorn geneigte Frontplatte macht die Bedienung komfortabel und vermittelt mit ihrem gebürsteten Aluminium einen robusten Eindruck. Ein Detail, das direkt ins Auge springt, ist der große Lautstärkeregler für die Monitor-Outputs. Er liegt hervorragend in der Hand und ist in dem Stil gehalten, den man schon von vielen SSL-Geräten kennt: Grauer, geriffelter Knopf mit bunter Kappe und weißem Positionszeiger.


Auch die anderen Potis sind in diesem Stil gehalten, sodass man auch ohne Beschriftung sofort erkennt, dass es sich hier um ein SSL-Gerät handelt. Neben dem Monitor-Level sind die Regler für Kopfhörer und Monitoring zu finden. Die Kopfhörerpaare A und B können beide Kanal 1/2 abhören, der auch direkt an die Monitore weitergegeben wird. Um jedoch zum Beispiel einem Sänger seinen eigenen Mix auf die Ohren geben zu können, lässt sich der Kopfhörerkanal B auch auf die unabhängigen Outputs 3/4 umschalten, sodass sich alle möglichen Kopfhörermixe realisieren lassen. Die Lautstärken beider Kopfhörer sind getrennt regelbar.

Dazu gibt es noch eine Direct-Monitoring-Funktion, welche mit dem Poti ganz oben rechts auf dem SSL 2+ stufenlos beigemischt werden kann. Auf Linksanschlag hört man nur die Input-Kanäle. Wird der Monitor-Mix Regler weiter aufgedreht, wird immer mehr vom DAW-Signal beigemischt. So kann auf das latenzbehaftete Software-Monitoring verzichtet werden, das vor allem bei Sängern oft für Irritationen sorgt. Der zugehörige Stereo-Knopf legt fest, ob die Eingangskanäle im Direct-Monitoring beide mittig oder links und rechts im Stereobild angeordnet werden. Für alle Drehregler wurden Marken-Potis von Alps verbaut, sodass man hier auf eine lange Lebensdauer hoffen darf. 

Fotostrecke: 2 Bilder Der große Lautstärkeregler im typischen SSL-Look fällt sofort ins Auge.

Zwei SSL-Input-Kanäle 

Die Inputsektion des SSL 2+ besteht aus zwei Kanälen, die identisch aufgebaut sind. Sie akzeptieren beide Mikrofon-, Line- sowie Intrumentensignale mittels einer Kombibuchse. Ganz oben im Kanalzug wird mittels kleiner schwarzer Taster die Signalquelle ausgewählt. Ein weiterer Taster ist für die 48V-Phantomspeisung zuständig. Im Gegensatz zu den ausgezeichnet laufenden Potis ist der Druckpunkt der Taster leider etwas vage und der aktuelle Zustand der kleinen schwarzen Knöpfe in dunkler Umgebung schwierig zu erkennen. Hier wäre eine Status-LED nicht schlecht, zumindest aber ein farbig abgehobener Schaft der Schalter, mit denen man die Schaltposition erkennen kann.

Darunter zeigt ein fünfelementiges Level-Meter den aktuellen Pegel an. Die unteren drei Elemente sind grün, dann wird es gelb und schließlich rot, um anzuzeigen, dass ein Clipping vorliegt. Die Kanäle verfügen natürlich noch über einen Gain-Regler – und den 4K-Schalter! Dieser prominent platzierte und rot beleuchtete 4K-Schalter aktiviert den neuen 4K-Modus im Preamp. Dieser soll vom Sound der legendären Großkonsolen SSL 4000 „inspiriert“ sein und ermöglicht die Klangänderung mittels einer analogen Schaltung.  

Das SSL-Design ist auch bei den Gain-Reglern angedeutet.

Die Anschlüsse

Rückseitig präsentiert sich das Anschlussfeld des SSL 2+. Alle Buchsen sind fest mit der Aluminiumplatte verschraubt und machen einen roadtauglichen Eindruck. Die beiden Input-Kanäle sind als Neutrik-Kombibuchsen ausgeführt, während die Outputs daneben als symmetrische Klinkenbuchsen bzw. unsymmetrische Cinchanschlüsse Platz finden. Die Cinch-Buchsen sind ein praktisches Feature für alle, die gedenken, das SSL 2+ in einem Club-Livesetup zu benutzen und eine Verbindung zu einem der üblichen DJ-Mixer herstellen müssen. Auch die Kopfhörerausgänge sind auf der Rückseite untergebracht, was besonders den unteren ein wenig schwierig erreichbar macht.

Daneben gibt es noch die beiden DIN-MIDI-In- und Outputs sowie die USB-C-Buchse, um eine Verbindung zum Computer oder Mobilgerät herzustellen. Wer es braucht, bekommt außerdem eine Verankerung zur Sicherung des SSL 2+ mittels eines Kensington-Locks. Obwohl Kensington-Schlösser nicht übermäßig sicher sind, kann es Sinn machen, das SSL 2+ in Live-Situationen mit Pausen zwischen Soundchecks und Performance zusammen mit dem Computer und anderen Geräten vor Diebstahl zu schützen. 

Fotostrecke: 2 Bilder Die Anschlüsse des SSL 2+ sind robust verarbeitet.

Mit USB-Bus-Power durch die Welt

Das SSL 2+ kommt trotz seiner Features und USB-2.0 ohne Netzteil aus. Das bedeutet, dass sich das SSL 2+ auch für schnelle Sessions ohne Steckdosen eignet, etwa unterwegs oder im Backstage. Das kompakte und robuste Gehäuse tut sein Übriges, um aus dem SSL 2+ ein gutes Interface für das Reisegepäck zu machen. Da wundert es auch nicht, dass das kleine SSL mittels Camera-Connection-Kit auch zu iOS-Mobilgeräten kompatibel ist.

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Profilbild von Markmix

Markmix sagt:

#1 - 28.01.2020 um 19:14 Uhr

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Danke für ehrliche Bewertung !

Profilbild von MaxF

MaxF sagt:

#2 - 27.05.2020 um 09:56 Uhr

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Soundsamples Gitarre scheinen vertauscht zu sein:
Amp + Amp Sim 4k
Amp 4k + Amp Sim

    Profilbild von Nick (Redaktion Recording)

    Nick (Redaktion Recording) sagt:

    #2.1 - 27.05.2020 um 10:53 Uhr

    0

    Hallo MaxF,tatsächlich. Das war beim Einpflegen des Artikels mein Fehler, ich bin mit den Dateinamen durcheinandergekommen. Jetzt sollte alles auf Linie sein!Danke für die Rückmeldung!Beste Grüße
    Nick Mavridis (Redaktion Recording)

Profilbild von Mizzbizz

Mizzbizz sagt:

#3 - 12.11.2021 um 13:41 Uhr

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Interessant finde ich bei solchen Interfaces immer folgendes Szenario: Kann man die 4 Chinch-Ausgänge gleichzeitig mit den beiden symetrischen Ausgängen nutzen? So das ich zB an den 4 Chinch meine 2 Abhören anschließe und an den symetrischen Ausgängen meinen Zweitrechner, um etwa einen Summenmix aufzunehmen? Oder bricht dann der eine Chinchausgang (1,2) zusammen? (Das passiert nämlich beim Focusrite 2i4 2nd gen, wenn neben dem Chinch der symetrische Ausgang genutzt wird). Irgendwelche Erfahrungen gemacht? Mal getestet?

    Profilbild von Nick (Redaktion Recording)

    Nick (Redaktion Recording) sagt:

    #3.1 - 12.11.2021 um 15:13 Uhr

    0

    Hallo Mizzbizz,Du meinst also, dass Ausgang 1 und 2 sowohl über die RCA- als auch über die TRS-Buchse abgegriffen werden? Es wird so sein, dass Du ausprobieren musst, ob das mit Deinem Setup funktioniert. In den Beispielen der Hersteller (auch bei SSL) ist dieses Szenario nämlich nicht aufgeführt. Splitting ist mit einem Signal (außer z.B. bei Mikrofonen) möglich, problematisch kann es sein, balanced und unbalanced gleichzeitig abzugreifen. Versuch' mit Deinem Focusrite mal, den symmetrischen Ausgang zu splitten (korrekt verkabeltes Y-Kabel, Patchbay).Beste Grüße
    Nick Mavridis (Redaktion Recording)

    Antwort auf #3 von Mizzbizz

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