Bass
Feature
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16.10.2019

Firmenportrait: Franz Bassguitars

Werkstattbesuch bei Xaver Tremel von Franz Bassguitars

In der Region mit der höchsten Brauereidichte Europas und am Fuße der Basilika Vierzehnheiligen und des Klosters Banz liegt das idyllische oberfränkische Städtchen Lichtenfels. Dies ist die Heimat von Xaver Tremel, der mit dem Firmennamen "Franz Bassguitars" vor etwa sechs Jahren zum ersten Mal in der Szene der deutschen Bassbauer in Erscheinung trat. Seitdem hat die Company eine sehr rasante und äußerst erfolgreiche Entwicklung hinter sich. Von daher war es für uns an der Zeit, Xaver in seiner Werkstatt bei der Arbeit über die Schulter zu schauen und ihm dabei Löcher in den Bauch zu fragen.

History - die Geschichte von Franz Bassguitars

Der heute 54jährige Xaver Tremel ist bereits seit seiner Jugend leidenschaftlicher Bassist. Im Alter von 17 Jahren stieg er in seine erste Band ein und ist bis heute regelmäßig musikalisch aktiv. Aber der junge Xaver sollte in den Augen seiner Eltern auch "etwas Gescheites" lernen und begann daher 1983 eine Lehre als Tischler. Nach einigen Jahren Berufserfahrung machte er 1992 seinen Meister.

Xavers Schwerpunkt war der Bau von Massivholzmöbeln nach Kundenwunsch - echte Custom Orders, sozusagen. Hier kam er neben den erforderlichen handwerklichen Fähigkeiten bereits viel mit diversen Designfragen, dem Abwägen von Proportionen sowie dem Finden individueller Lösungen in Berührung. Ein Umstand, der ihm in seiner späteren Profession zugute kommen sollte!

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Im Laufe der 90er-Jahre wuchs in Xaver Tremel der Wunsch nach einem qualitativ hochwertigen fünfsaitigen Fretless-Bass. Irgendwann kam ihm der Gedanke, es doch mal auf eigene Faust zu versuchen: Warum nicht sein eigenes Instrument fertigen, wenn man schon Tischlermeister ist? 2010 ging es in die Planung und Entwicklung. Da Xaver sich nebenbei um seinen eigentlichen Job kümmern musste, dauerte es allerdings bis 2013, ehe sein Instrument mit dem Namen Sirius das Licht der Welt erblickte.

Xaver wollte natürlich auch wissen, was andere Bassisten und der Fachhandel zu seiner Schöpfung sagen, und zeigte seinen Sirius ausgiebig herum. Nachdem er überall auf äußerst positives Feedback gestoßen war und ihm der Instrumentenbau viel Spaß bereitet hatte, kam er letztlich zu dem Entschluss, das Thema professionell anzugehen und Schritt für Schritt von Tischlermeister auf Bassbauer umzusatteln. Bereits sechs Monate später, im Juni 2013, kam es daher zur offiziellen Markteinführung von Franz Bassguitars!

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Bleibt die Frage, wie es zu dem Namen "Franz" kam. Obwohl in Xavers Geburtsurkunde "nur" Xaver vermerkt ist, wurde er von seinen Eltern immer "Franz Xaver" gerufen. Daher war es nur naheliegend, diese beiden Namen zusammenzuführen.

Betrug die gebaute Stückzahl im Jahr 2013 gerade mal drei Bässe, so verlassen heutzutage etwa 30 Instrumente jedes Jahr Xavers Werkstatt. Die Kunden von Franz Bassguitars stammen längst nicht nur mehr aus Deutschland, sondern auch aus Österreich, Holland, Frankreich, Spanien, Slovenien, Estland, England, Kanada, Australien - und Japan, wo seit 2015 mit "GuitarPlanet" in Tokyo die erste Ladenpräsenz außerhalb Europas entstand!

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Vor einiger Zeit gab es mit dem "Schritt über den großen Teich" einen weiteren Meilenstein in der immer noch jungen Geschichte von Franz Bassguitars: Ab sofort hat Xaver mit dem "Guitar Shop New York" einen festen Stützpunkt in den USA ‑ und das auch noch im Big Apple!

Neben dieser großen Neuigkeit arbeitet Xaver nach wie vor unablässig an weiteren Ideen und Entwicklungen. Derzeit in der Pipeline sind z.B. seine Interpretation eines Headless-Bassmodells und eine semiakustische Version des Sirius.

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Die Philosophie von Franz Bassguitars: Regionale Hölzer und Nachhaltigkeit

Von Beginn an war es Xaver ein Anliegen, dass seine Instrumente nicht auf Basis der klassischen Tropenhölzer entstehen. "Maximal Regional" lautet seine Devise, das machte er in unserem Gespräch mehrmals deutlich. Konkret bedeutet dies, dass viele Hölzer aus Xavers Nähe kommen (z.B. Lichtenfelser bzw. Ansbacher Nussbaum), manche aus anderen Teilen Deutschlands oder Europas - aber immer aus nachhaltigem Anbau!

In wenigen Fällen lässt es sich jedoch leider nicht ganz vermeiden, dass Hölzer einen längeren Weg hinter sich haben, da diese eben nur in bestimmten Teilen der Welt wachsen, z.B. Ebenholz für Fretless-Griffbretter. Wo es aber irgendwie möglich ist, setzt Xaver voll auf "Maximal Regional"!

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Franz Bassguitars - die Werkstatt

Xavers Werkstatt befindet sich nach einem Umzug nun in einem ehemaligen Ladengeschäft im Lichtenfelser Industriegebiet. Kommt man durch die Eingangstür, so sieht es eigentlich so aus, wie man es erwartet: Holz und Holzspäne, soweit das Auge reicht! Neben vielen obligatorischen Maschinen, wie Bandsäge, Kreissäge, Oberfräse etc., finden sich auch einige selbstentwickelte und selbstgebaute Konstruktionen für verschiedene Schritte des Bassbaus - ein schönes Zeugnis von Xavers Liebe zum Detail und zur Perfektion. Macht eine Maschine nicht genau das, was er von ihr will, baut er eben selbst eine!

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Auch Hälse und Bodies in verschiedenen Stadien liegen an diversen Arbeitsstationen. Für das Auge aber besonders interessant sind die mehreren Holzlager. Hier kann man wunderbar von den Griffbrett- über die Hals- über die Korpusrohlinge bis hin zu spektakulären Decken alles bewundern, was später einmal ein echter Franz-Bass wird. Leider waren just einige fertige Bässe auf die Reise zu ihren Kunden gegangen, aber zumindest vier Modelle sind dankenswerterweise noch zum Fototermin geblieben.

Die Modellpalette von Franz Bassguitars

Xavers Portfolio umfasst die Modelle Sirius, Sirius Fretless, Sirius DC (Doublecut), Wega, Merak und die Signaturmodelle für Alex Grube, Ralf Gauck, Martin Mendez, Samuel G. Mpungu und Danny Fox. Darüber hinaus gibt es noch die Artline-Serie. Alle Instrumente sind als Vier-, Fünf- und Sechssaiter erhältlich. Bei den Pickups vertraut Xaver Marken wie Delano, Kloppmann, Häussel, Rheingold und Lollar, andere Hardware kommt von ETS, Gotoh und Schaller.

Der geneigte Kunde kann verschiedene Custom Orders ohne Aufpreis in Auftrag geben, dazu gehören z.B. Lefties, Fretless-Griffbrett, unterschiedliche Mensuren, Sattelbreiten oder Halsprofile. Aufpreispflichtige Optionen sind spezielle Deckenhölzer, Block Inlays, andere Pickups, Matching Headstock, etc.

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Es war nicht nur schön, sondern auch vor allem hochinteressant bei Xaver Tremel, dem zu jeder Zeit die Liebe und die Leidenschaft für den Bau seiner einzigartigen Instrumente anzumerken sind. Wer noch mehr über Franz Bassguitars wissen möchte, der schaue am besten mal auf die Homepage der Company: www.franz-bassguitars.de

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