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06.08.2020

Equipment-Geheimtipps Recording

Wir zeigen einige besondere und hilfreiche Gerätschaften

9 Supertools vorgestellt

Sicher kann man über Großmembran-Kondensatormikrofone, klassische Kompressoren, hochwertige Audio-Interfaces oder die besten Kopfhörer für Mix und Mastering philosophieren. Interessant werden Equipment-Gespräche unter Tontechnikern und Producern oft erst dann, wenn es um die praktischen Kleinigkeiten geht, die die Produktion vereinfachen, interessante Sounds ermöglichen oder sonstwie hilfreich sind. Deswegen haben wir hier ein paar Geheimtipps vorgestellt. Zugegeben: Für einige unter euch sind manche der genannten Geräte nicht mehr wirklich geheim. Aber es gibt bestimmt für jeden das eine oder andere praktische Helferlein zu entdecken!

1. Instant Bassdrum

Mit dem Earthworks KP1 Kickpad kann man jedes Mikrofon in ein Bassdrummikrofon verwandeln. Natürlich sind klassische und spezialisierte Drum-Mikrofone klanglich meist etwas überlegen, doch ist es praktisch, jedem Mikrofon einen passenden Boost geben zu können und gleichzeitig den Pegel vor dem Preamp etwas abzusenken. Nur für Bassdrum? Nein: Das KP1 macht auch einen hervorragenden Job an etwas zu lahmen Floortoms, am Bassverstärker, Akustikbass und vielem mehr.

Earthworks KP1 Kickpad

2. Alleskönner, der überall dort fehlt, wo es ihn nicht gibt

Dafür gebührt Earthworks eine Medallie: Der Mixing Link ist nicht nur ein Gerät mit dem wohl passendsten Produktnamen, sondern eines der flexibelsten Helferlein. Vor allem, wenn Gitarrenpedale für verschiedene Signale im Mixdown oder live verwendet werden sollen, wenn weitere Routingoptionen für Gitarreneffekte benutzt werden sollen, ein weiterer ordentlicher Preamp (mit Phantomspeisung!), ein Reamper oder ein Headphone-Amp gebraucht wird: Das kleine, unscheinbare Ding kann's.

Eventide Mixing Link

3. Pegelunabhängig volle Kontrolle

Sicher, nichts kann die Arbeit mit einem Kompressor ersetzen. Aber nicht immer können klassische Kompressoren und Limiter das, was gerade benötigt wird. Sie arbeiten immer pegelabhängig. Der Transient Designer von SPL tut das nicht, hier lassen sich Attack und Release einfach so festlegen. Knalligere Toms, bei leisen wie bei lauten Schlägen? Kein Problem. Den Raum-Rückwurf im Ausklang auf dem Gitarrenmikrofon ein wenig zurückfahren? Transient Designer macht das.

SPL Transient Designer TDx

Pegelunabhängige Kontrolle über Attack und Release

4. Mal-eben-MIDI

Wer ein umfangreiches MIDI-Interface besitzt, ist fein raus. Wer ein Audio-Intrface mit MIDI-I/O besitzt, ist aber auch mit Daisy-Chaining schnell am Ende. Fakt ist: Wohl kaum ein anderes „Gerät“ ermöglicht so schnell die Übersetzung von USB auf MIDI und zurück wie das Midimate. Super praktisch, wenn ältere Geräte angeschlossen werden sollen, und sei es dafür, Effekte per MIDI Clock für tempobasierte Effekte an das DAW-Tempo zu hängen. Und: „Costa fast garnix“.

ESI Midimate

5. Hilfe für das One-Man-Studio

Immer zwischen Regie und Aufnahmeraum hin und her rennen, um Mikrofonpositionen zu verändern, ist irgendwie blöd. Wer einen treuen Assistenten hat, kann jetzt zum nächsten Abschnitt springen. Alle anderen können überlegen, ob sie etwas Geld in die Hand nehmen wollen, um am Gitarrenamp, in der Bassdrum oder sonstwo die beste Mikrofonposition zu finden. Mit dem Dynamount X1 R lassen sich die Unterschiede im Sound schnell erkennen. Klasse, aber kein Schnäppchen.

Dynamount X1-R

Motorgesteuerte Mikrofonhalterung

6. Alles aus den Kannen rausholen

Wer glaubt, dass Kopfhörerverstärker gleich Kopfhörerverstärker sind, der sollte mal ein Vergleichhören anstellen. SPL haben mit dem Phonitor 2 ein besonderes Exemplar im Programm, denn abgesehen von der hervorragenden Wiedergabe hat man umfangreiche Crossfeed-Einstellungen zur Hand. Wichtig für die, die über Kopfhörer mischen wollen. Oder müssen.

SPL Phonitor 2

Kopfhörerverstärker mit Sonderfunktionen

7. Nicht nur De-Essing

Von Empirical Labs, vor allem bekannt durch den Distressor gibt es ein Gerätchen, das etwas in seinem Schatten steht – den ELI DerrEsser. Dieser De-Esser lässt sich nicht nur für Zischlaute und Snare- oder Hi-Hat-Zügelung einsetzen, sondern stellt Hochpass- oder Tiefpassfilter auch separat zur Verfügung. Ebenfalls explizit ermöglicht wird ein Limiting im hohen (natürlich einstellbaren) Frequenzbereich!

Empirical Labs DerrEsser

8. Flexibel bis in den Mix mit österreichischer Tradition

Austrian Audio haben weder die Mikrofon-Fernsteuerung erfunden noch das „Twin“-Konzept von Doppelmembranmikrofonen. Aber das AA OC818 kombiniert die Möglichkeit, die aus beiden Kapselseiten resultierende Richtcharakteristik erst später in der Kette (bei Wunsch auch erst im Mix!) zu wählen, mit einer Kapsel, die keine geringere als die des Studioklassiker-Mikrofons AKG C12 und früher C414 zum Vorbild hatte. Das ganze „Made In Austria“ ist sicher enorm teuer, oder? Nein, der Preis ist erstaunlich gering für ein derartig praktisches Stückchen Technik!

Austrian Audio OC818

Twin-Mikrofon mit Remote und BK12-Kapsel

9. Modulationseffekt ohne viel Bohei

Ein Modulationseffekt, der so gut wie immer passt und schnell eingestellt werden kann – so lässt sich das klassische Roland Dimension D SDD-320 gut beschreiben. Die Clone-Stars vom Music Tribe haben sich auch dieses Themas angenommen und den Chorus als Klark Teknik 3RD Dimension BBD-320 neu aufgebrüht. Eines begeistert neben dem Fast-immer-geeignet-Sound ganz besonders: der Preis.

Klark Teknik 3RD Dimension BBD-320

Weitere Tools?

Gibt es andere Tools, die ihr als Geheimtipps bezeichnen würdet? Welche und warum?

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