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26.07.2019

Die besten TB-303 Bass Line Clones

Welcher ist der beste Clone der legendären Roland TB-303 Bass Line?

Das Original, die Nachbauten der TB-303 Acid-Machine und Statements dazu von angesagten Artists!

Acid und kein Ende: Gerade reüssieren 303-Sounds wieder in allen Clubs und auf vielen neuen Tracks. Aber ist es immer eine Roland TB-303, die da zwitschert? Mittlerweile gibt es weitere und immer bessere Nachbauten, und sie klingen auch toll. Welcher ist der beste TB-303 Clone? Welcher klingt dem Original am ähnlichsten und welcher übertrifft die Möglichkeiten der legendären Silberbox von 1982 am kreativsten?

In diesem Artikel stelle ich die besten 303-Clones vor und beschreibe ihre Stärken und Schwächen. Und weil der 303-Sound auch irgendwie Geschmackssache ist, habe ich mir prominente Hilfe geholt: Angesagte Meister der 303, wie Ramon Zenker (Hardfloor), Emmanuel Top, Josh Wink, Dr. Walker, Mark EG und Florian Meindl erzählen, wie und womit sie ihren Acid-Sound produzieren.

Die Frage, welcher Clone nun der „Beste“ ist, werden wir auch hier sicherlich nicht abschließend klären können. Am Ende aber sehen wir, welche Clones existieren, was (noch) verfügbar ist, und welche Lösungen euren Ansprüchen und eurem Budget am ehesten entsprechen.

Das Original

Roland TB-303 Bass Line

Beginnen wir mit der originalen TB-303. 1982 brachte Roland mit der TR-606 eine Billigvariante der TR-808-Drummaschine in den Markt und stellte ihr noch einen Bass-Kompagnon zu Seite, die TB-303. Roland’s Chefentwickler Tadao Kikumoto wollte Gitarristen und Organisten einen simplen Monosynthesizer mit Sequenzer zur Begleitung an die Hand geben, ein Vorhaben, das grandios scheiterte.

Für komplexe Bassfiguren war die Roland TB-303 Bass Line viel zu verzwickt zu programmieren. Als ein Jahr später Sequential Circuits und Roland selbst während der NAMM-Show die MIDI-Schnittstelle vorstellten und Yamaha mit dem DX7 gar einen erschwinglichen digitalen polyphonen Synthesizer ins Rennen schickte, begann eine neue Zeitrechnung und die 303 erschien schon kurz nach ihrem Erscheinen bereits völlig veraltet. Schon damals war sie, alleine die Soundarchitektur betrachtet, ein sehr limitierter Synthesizer: Ein monophoner Oszillator mit Rechteck oder Sägezahn, ein resonanzfähiges 18 dB/Oktav-Filter, nur ein Decay-Regler für die komplette Hüllkurve und ein merkwürdiger Step-Sequenzer, alles verpackt in einem billigen Plastikgehäuse. 1984 wurde die Produktion dann eingestellt: Ein Flop!

Aber auch Bass-Synthesizer verdienen eine zweite Chance: 1987 entdeckten DJ Pierre und das Trio Phuture aus Chicago die Silberbox und produzierten die EP „Acid Tracks“, die zum Vorbild und Namensgeber eines völlig neuen Musikstils wurde, der seitdem als Acid House und Acid Techno aus dem Bereich der elektronischen Musik nicht mehr wegzudenken ist.

Das Interesse am Acid-Sound ist groß und damit an der TB-303. 

Video: Acid Trax (Original 12" Club Mix) - Phuture

In den zwei Produktionsjahren wurden nur ca. 10.000 Stück gebaut und demzufolge sind originale 303 ausgesprochen rar und teuer: Auf ebay werden gut erhaltene Geräte ab 2.500 € aufwärts gehandelt!

Aus diesem Grund entstehen immer neue und immer bessere Clones, die nebenbei auch einige der Unzulänglichkeiten der Original 303 beheben. So kann die TB-303 z. B. nicht live programmiert werden, sondern muss im Write-Modus erst gestoppt und in den Play-Modus geschaltet werden, wenn man ins nächste Pattern wechseln möchte. Auch kann sie unmodifiziert nicht per MIDI angesteuert werden. Andere Clones erweitern die Möglichkeiten der 303 mit zusätzlichen Oszillatoren, Effekten, Hüllkurven und Eingriffen in die simple Synthesizer-Architektur.

Wie klingt die TB-303 eigentlich in der Devilfish-Modifikation? 

Beurteilung: 5 / 5

Die Roland TB-303 Bass Line ist das Original, die Mutter aller Nachkömmlinge, die es ihr gleichtun wollen. Ihr zugrunde liegt eine besondere Aura, die sie so berühmt gemacht hat und am Ende entscheidet nicht die Quantität der Features, sondern einzig und allein die Qualität des Sounds.

PLUS MINUS
Das Original ist das Original! Sequenzer nicht live programmierbar
Hat einen kompletten Musikstil geprägt Produktion eingestellt, nur noch gebraucht erhältlich
Auf hunderttausenden Titeln zu hören Gebrauchte Geräte oft in schlechtem Zustand
Einzigartige Tonerzeugung und Sequenzer-Kombi Astronomische Preise
PREIS VERFÜGBARKEIT
In gutem Zustand ab 2.500 € aufwärts Nicht mehr in Produktion, nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich

Machen wir uns nun auf die Reise ins 303-Land und klopfen die einzelnen Kandidaten auf ihre Acid-Tauglichkeit ab.

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