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13.09.2021

Die besten DJ-Mix und Set-Recording Tools 2021 für DJs

Tipps, Systeme und Lösungen zm Aufnehmen der Mixsession

Was bereits in den 80ern galt, ist heute kaum anders: DJs brauchen Mixtapes (unsere Tipps für ein gelungenes Mixtape). Das ist schon seit Anbeginn der DJ-Kultur so, als exklusive Mitschnitte noch wie Goldstaub weitergereicht wurden. Heutzutage gehören repräsentative DJ-Mixes auf Mixcloud, hearthis und Soundcloud einfach zur guten Promotion für jeden DJ dazu, selbst bei  mobilen DJs wird schon mal nach einem Online-Set als Bewerbungskriterium gefragt.

Am repräsentativsten wirken natürlich Sets, die direkt im Club aufgenommen wurden:  

  • Die Energie ist meist viel besser als bei Sessions im heimischen Wohnzimmer.
  • Das Set wirkt authentischer und ehrlicher, selbst wenn kleine Fehler enthalten sein sollten.
  • Die Fans können sich mit DJ-Sets viel besser identifizieren, die sie die Nacht zuvor selbst abgefeiert haben.  

Die kompaktesten Möglichkeiten fürs Aufnehmen von DJ-Sets im Club stelle ich euch heute vor.

IK Multimedia iRig Pro Duo I/O

  • Für reisende DJs, die eine kompakte Soundkarte für alle Fälle dabei haben wollen
  • Aufnahmemedium: iPhone/iPad/Laptop
  • Eingänge: 2x XLR/Klinke
  • Mitzunehmen: Smartphone, iRig Pro, Cinch auf Klinke-Stereokabel, Stromversorgung
  • Preis: 196,- Euro

Das iRig Pro Duo I/O ist ein sehr kompaktes Audiointerface (127 x 75 x 37 mm, 200 Gramm) mit 24 Bit / 48 kHz AD/DA-Wandlung für alle Gelegenheiten. Es hat zwei wirklich brauchbare Class-A Mikrofoneingänge mit individuell regelbarem Gain und 48V Phantomspeisung, über die XLR/Klinke-Kombieingangsbuchsen können auch Line-Signale aufgenommen werden und die beiden Ausgänge sind ebenfalls als symmetrische 6,3-mm-Klinke Line-Ausgänge ausgelegt.

Der Miniklinkenkopfhörerausgang kann in der Lautstärke reguliert werden und es gibt sogar MIDI In/Out über 2,5-mm-Miniklinke-DIN-Adapter. Für uns wichtig: es ist nicht nur ein class compliant Audiointerface für den Mac, sondern kann per beiliegendem Adapter auch an das iPhone angeschlossen werden, um dann zum Beispiel für Aufnahmen mit der iRig Recorder App aus gleichem Hause als Audiointerface zu dienen.

TIPP: obwohl die Stromversorgung statt über ein optionales 9 Volt Netzteil oder 2 AA-Batterien auch via USB erfolgen kann, wird eben jener USB-Anschluß ja vom iPhone belegt. Hier hilft der Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter von Apple,  über dessen zusätzlichen Lightning-Eingang das iPhone/iPad und das iRig Pro Duo mit USB-Strom versorgt wird, denn die Batterielaufzeiten sind bedenklich kurz.

Alternativ kann man sich natürlich das optionale Netzteil besorgen, aber der Lightning auf USB 3 Kamera-Adapter ist trotz der stolzen Preisempfehlung von 45,- Euro eine ebenso elegante wie kompakte Alternative.

IK Multimedia iRig Pro Duo I/O (Produktseite auf thomann.de)

Evermix EverMixbox 4

  • Für Social Media Ninjas, die ihr Set live streamen oder sofort nach der Aufnahme ins Web stellen wollen
  • Aufnahmemedium: iPhone/iPad/Android Smartphone
  • Eingänge: 2x Cinch
  • Mitzunehmen: Smartphone, Transport-Case mit Mixbox und Kabeln

Evermix MixBox4 ist eine kleine crowdgefundete 85 Gramm leichte Soundkarte für iOS und Android. Die robuste, zigarettenschachtelgroße Box befindet sich mittlerweile in der vierten Evolutionsstufe und kostet 129,95 Euro.

DJ verbindet die EvermixBox mit dem Mixer-Record-Out und kann das Line-Signal in WAV- oder MP3-Qualität (320 kbps oder 192 kbps) auf eben jenem Smartphone festhalten, das wir heutzutage sowieso stets mit uns führen.

Seit unserer Vorstellung der EvermixBox2 im Februar 2017 hat sich einiges getan. EvermixBox4 kann nun vierspurig aufnehmen: zusätzlich zum Line-Eingang noch das Außensignal per Mikrofon, z. B. das idealerweise feiernde, jubelnde Publikum.(Zum EvermixBox 4 Test)

Das aufgenommene Set kann dann direkt in der kostenlosen Recording-App geschnitten und auf Mixcloud, Soundcloud, iCloud, Dropbox oder Google Drive geladen werden. Die kleine Zauberbox kann auch Livestreams, dank Kompatibilität mit Facebook, Instagram und YouTube.

Dabei ist die EvermixBox4 während der Aufnahme völlig autark und wird vom angeschlossenen Smartphone mit Strom versorgt. Mit dem beiliegenden Kabel kann allerdings auch die EvermixBox4 mit Strom versorgt werden und das iPhone gleich mit.

Nachteil: Das Smartphone sollte in den Flight-Mode versetzt werden, weil bei Anruf die Aufnahme abbricht. Auch ständiges Fotografieren und Posten auf Social Media ist dann eher ungünstig.

Pro & Contra

  • guter Klang
  • einfache Bedienung
  • gute Verarbeitung
  • ...

  • keine

Pro & Contra

  • Aufnahme von Line- und Mikrofonsignalen auf iPhone und Android Smartphones
  • unkomplizierte Bedienung
  • kostenlose App fürs Aufnehmen, Editieren und Sharen
  • ...

  • kein WAV-Recording bei gleichzeitiger Mikrofon-Aufnahme
  • Evermix DJ App noch nicht voll ausgereift
  • ...

Pioneer DJM-REC

  • Für Pioneer-DJM-900 nexus2-User
  • Aufnahmemedium: iPhone/iPad
  • Eingänge: Lightning-Kabel
  • Mitzunehmen: iPhone, Lightning-Ladekabel

Merkwürdig, dass Pioneer immer noch keines seiner Premium-DJ-Pulte mit einer USB-basierten Recording-Option ausstattet, denn der kompakte XDJ-RX bietet schon seit Jahren die Möglichkeit, direkt auf einen handelsüblichen USB-Stick aufzunehmen.

Dafür gibt es zumindest die DJM-REC App (zum Test), eine iOS-App, mit der aus den Pioneer Mixern DJM-900nexus2, DJM-TOUR1, DJM-750MK2 und DJM-450 direkt aufs iPhone aufgenommen werden kann. Noch besser: Ihr könnt auch direkt auf YouTube, Facebook Live, Instagram oder Snapchat streamen. Ihr schließt das iPhone einfach mit dem Lightning-Ladekabel an den USB-Anschluss oben auf dem Mixer an und schon könnt ihr aufnehmen.

Aber Achtung, stellt unbedingt sicher, dass auch wirklich vom Mixer aufgenommen wird und nicht über das interne iPhone Mikrofon. Die fertige Aufnahme kann dann direkt in der App editiert und auf Soundcloud oder Dubset geladen oder via Dropbox geshared werden.

TIPP: Auch ohne Pioneer Mixer kann die DJM-REC App genutzt werden, z. B. mit den oben vorgestellten iOS-Soundkarten Evermix MixBox4 und iRig Duo Pro. Erst die Soundkarte anschließen, dann die App starten, das Eingangssignal in der App aussteuern und aufnehmen. Natürlich sollte auch hier der Flightmode aktiviert werden.

Stereo-Fieldrecorder

  • für Soundsammler ohne iPhone und Laptop
  • Aufnahmemedium: SD-Card
  • Eingänge: meistens Stereominiklinkenbuchse
  • Mitzunehmen: Fieldrecorder, Netzteil, Stereominiklinke auf Cinch-Kabel
  • Preise: ab 88,-

Eben weil ich mein Smartphone beim Gig auch manchmal für etwas anderes brauche und weil ich gern auf Nummer sicher gehe, habe ich bei den meisten Gigs einen Fieldrecorder dabei. Der nimmt autark vom Record Out des Mischpults aus, man kann ihn sauber aussteuern und er muss nur diesen einen Zweck gut erfüllen

Natürlich solltet ihr immer Ersatzbatterien oder am besten ein Netzteil dabei haben. Mein Zoom H2n-Fieldrecorder läuft glücklicherweise auch per USB-Strom: ein USB-Netzstecker und ein passendes USB-Kabel reichen aus, um den Zoom aufnahmebereit zu machen. Zudem kann er auch als Fieldrecorder oder sogar als Audiokarte dienen. Aber weil der mittlerweile sehr preiswerte H2n so vielseitig ist, solltet ihr euch unbedingt vor der Aufnahme mit eurem Recorder vertraut machen.

Der große Bruder Zoom H6 gestattet sogar gemischte Vierspur-Aufnahmen: zweimal sauberes Line-Signal vom Mixer und zweimal johlendes Publikum über die Mikrofone. Alle vier Spuren kann man dann später in der DAW schön zusammenfügen.

Und das ist auch schon das größte Hindernis beim Aufnehmen mit dem Fieldrecorder: die Aufnahme muss von der SD-Karte in den Rechner kopiert und dort weiterverarbeitet werden. Und das dauert. Nur überprofessionelle, dem Mitfeiern völlig abgeneigte Kollegen schaffen es, die Aufnahme ihres Clubsets schon wenige Stunden später online zu stellen.

Lesetipp

Audio-Vergleichsseite Mobile Digitalrecorder

Pro & Contra

  • Simultane Aufnahme von bis zu sechs Kanälen
  • Austauschbare Stereo-Mikrofone (XY- und MS-Stereofonie)
  • Echte Phantomspeisung für externe Mikrofone
  • ...

  • Klang des XY-Mikrofons in den Tiefen etwas dünn
  • Kein Abhören von Aufnahmen aus gleichen Kanälen beim Overdubbing
  • ...

Pro & Contra

  • Hervorragender Klang
  • Echte XY- und MS-Anordnung der Mikrofonkapseln
  • Geringer Energieverbrauch
  • ...

  • Probleme mit hohem Schalldruckpegel
  • Plastik-Gehäuse und Haptik etwas dürftig
  • ...

Audio-/Videorecorder

  • Der Geheimtipp – eine für alle(s)!
  • Aufnahmemedium: SD-Card
  • Eingänge: Stereo-Miniklinkenbuchse und eingebaute Mikrofone
  • Mitzunehmen:  Audio-/Videorecorder, USB-Kabel und-Ladestecker oder Netzteil, Stereominiklinke-auf-Cinch-Kabel

Der Geheimtipp unter den Rekordern ist - eine Videokamera! Allerdings eine, die für Musiker gemacht wurde. Zoom Q2n 4k heißt die kleine Wunderkiste: sie kann autark 4K-Video auf eine bis zu 256 GB große SD-Karte aufnehmen und besticht mit für diese Preisklasse besonders guten Mikrofonen und einer sehr kompakten Form zu einem attraktiven Preis von mittlerweile unter 200 Euro.

Weil sie an ihrem HDMI-Ausgang ein Clean-HDMI-Signal ausgibt, kann sie problemlos plug-and-play als Kamera an Videoswitchern wie der ATEM Mini Serie betrieben werden. Ebenso funktioniert sie problemlos als class-compliant Soundkarte am Computer. Betrieben wird sie mit Batterien oder USB-Strom.

Für unseren Zweck wichtig zu wissen: neben den verschiedenen anwählbaren Video-Modi steht mit „Camera Off“ auch ein Recording-Modus zur Verfügung, der lediglich Audio aufnimmt.

Ob als DJ-Set-Recorder, Streaming-Webcam, Fieldrecorder, mobile Soundkarte oder als klassische Videokamera, z.B. zum Mitschneiden von Bandproben: die Zoom Q2n 4k ist ein Tausendsassa für alle Fälle.

Reloop Tape 2

  • Für „Set-und-Forget“-DJs ohne iPhone und Laptop
  • Aufnahmemedium: SD-Card
  • Eingänge: meistens Stereominiklinkenbuchse
  • Mitzunehmen: Reloop Tape, Netzteil, Stereominiklinke auf Cinch-Kabel

Der DJ-Mitschnitt heißt bei vielen immer noch Mixtape, digitale Zeiten hin oder her. Vielleicht auch deshalb haben Reloop aus Münster ihre kleine smarte Aufnahmelösung wie eine Audiokassette gestylt und „Tape“ genannt. Schon seit Jahren leistet Reloop Tape gute Dienste. Nun gibt es „Tape 2“ im gleichen Look, aber mit einigen gravierenden Verbesserungen.

Aufgenommen wird statt auf USB-Stick nun auf SD-Card. Diese kann sogar 128 GB groß sein. Da passen dann unter Umständen die Sets mehrerer Monate drauf. Aufnahmen werden als 24 Bit WAV oder 320 kBit/s MP3 angelegt.

Einen USB-Anschluss gibt es aber dennoch und der dient zur Stromversorgung . Tape 2 hat jetzt einen Akku und benötigt kein dediziertes Netzteil mehr. Und endlich gibt es eine Eingangslautstärkereglung.

Falls das DJ-Mischpult über keinen Aufnahmeausgang verfügt oder dieser schon anderweitig belegt ist, kann Tape 2 (hier im Test) auch an den Kopfhörerausgang angeschlossen werden und das Signal zum „Headphone Thru“-Ausgang durchschleifen.

Im Vergleich zu Fieldrecordern, die oft schon unter 100,- Euro zu haben sind und auch als Mikrofon-Aufnahmegeräte oder sogar Laptop-Soundkarten dienen können, ist Tape 2 nicht gerade ein Schnäppchen, aber origineller und einfacher kann man sein Set kaum aufnehmen.

Yamaha AG-03 und AG-06

  • Für Hybrid-Live-Acts, die mehrere Signale gleichzeitig in Stereo aufnehmen wollen
  • Aufnahmemedium: iPhone oder Laptop
  • Eingänge: XLR/Klinke/Cinch
  • Mitzunehmen: Mischpult, 2x USB-Kabel (USB-A und USB-Mini), USB-Stromstecker, passendes Kabel (Cinch auf Cinch oder Cinch auf Klinke-Stereokabel)

Das AG-03 oder sein großer Bruder AG-06 sind sehr smarte Allzweckwaffen für Aufnahmezwecke aller Art. Ursprünglich vor allem als günstige Mixer für Podcasts konzipiert, leisten die kleinen Yamaha Mixer auch in anderen Bereichen erstaunliches.

Die Mix-Zwerge können mit USB-Strom betrieben werden, entweder per Netzadapter oder auch netzunabhängig am Laptop oder einer Powerbank. Natürlich kann das Master-Signal per USB am Laptop abgegriffen werden. Aber die beiden AGs werden per Kamera-Connection-Kit auch vom iPhone als Soundkarten erkannt.

Dankenswerterweise haben sie auch zwei gleichberechtigte USB-Anschlüsse (USB Typ-B und Micro-USB), so dass das iPhone per Kamera-Connection-Kit an der großen Typ-B-Buchse angeschlossen wird und der Mixer den USB-Strom per Micro-USB bezieht.

Möchte DJ auch das feiernde Publikum auf der Aufnahme verewigen, braucht’s ein externes Mikrofon, beim AG-06 sind auch zwei Mikros möglich. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass mit den AG-Mixern nur eine Stereoaufnahme möglich ist. Der Eingang des Mikrofonkanals wird fest zur Line-Aufnahme dazu gemischt und lässt sich später nicht mehr separieren. Hier haben natürlich Mehrspurrecorder die Nase vorn, bei denen pro Eingang separate Spuren aufgenommen werden, die sich später in der DAW noch in der Lautstärke und im Sound nachbearbeiten lassen. Dieses Live-DJ-Set habe ich z. B. mit einem AG-06 aufgenommen, zusammen mit Roland TR-8 und TB-3.

Yamaha AG-03 (Produktseite auf thomann.de)

Yamaha AG-06 (Produktseite auf thomann.de)

the t.mix MicroMix 2 USB

Aber Signal vom Mischpult mit dem Publikum mixen geht auch noch kompakter und günstiger, mit dem t.mix MicroMix 2 USB, einem winzigen 5-Kanal-Micromixer.

Manchmal braucht man einfach nur einen möglichst mobilen superkleinen Minimixer, um ein Stereosignal und ein Mikrofonsignal zusammenzuführen. Der t.mix MicroMix 2 USB macht das, benötigt nur USB-Strom (USB-Netzteil, Laptop oder Powerbank) und stellt sogar 48V Phantomspannung für Kondensatormikrofone zur Verfügung.

Außerdem holt sich DJ mit dem MicroMix 2 USB eine unkomplizierte und sehr preiswerte Bluetooth-Audio-Empfangsstation ins Haus. Einfach an den DJ-Mixer anschließen und schon kann drahtlos Musik vom Smartphone auf die Anlage gesendet werden.

Hi-End-Audio-Qualität dürfen wir hier zwar nicht erwarten, aber dafür ist der Preis für so viele Optionen fast schon lächerlich klein: 39,- Euro!!!

the t.mix MicroMix 2 USB (Produktseite auf thomann.de)

Software intern

Für Traktor, Serato, rekordbox, Mixvibes etc. DJs

Aufnahmemedium: Laptop

Eingänge: je nach Hardware

Viele „Software-DJs“ haben natürlich ihre perfekte Aufnahmelösung bereits im Programm integriert. Einfach auf Record klicken und schon wird das Set auf die Festplatte des Laptops geschrieben, auf dem sowieso die DJ-Software läuft, einfacher geht es wirklich nicht. Wenn die genutzte Soundkarte oder der Controller Audioeingänge hat, können auch externe Quellen aufgenommen werden.

Testmarathon DJ-Software

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Old School Aufnahmelösungen

  • Für Romantiker
  • Aufnahmemedium: Audiokassette, DAT, DCC, Mini-Disc
  • Eingänge: Stereominiklinke

Es gab ein Leben vor USB, SD-Card und Smartphone. In den 90er Jahren wurden Mixtapes noch mit dem Recording-Walkman aufgenommen, daher auch der Name. Der DAT-Walkman ermöglichte rauschfreie Aufnahmen, später entschieden sich manche DJs auch für die mittlerweile wieder in Vergessenheit geratenen Formate DCC und Minidisc.

Wer noch solch ein Gerät hat, kann das natürlich ebenfalls für die Aufnahme nutzen. Gerade für Vinyl-DJs ist ein alter Recording-Walkman eine hübsch anzusehende Alternative und das leichte Rauschen verschafft der Aufnahme jene gewisse Patina, die moderne Lösungen nicht mehr haben.

Was, wenn der Record-Out des Mixers bereits belegt ist?

Öfters findet man als DJ den Record-Out des Mixers bereits belegt vor, weil die Veranstalter den ganzen Abend mit ihrem Aufnahmesystem mitschneiden, meist ein Computer. Solche Situationen kann DJ schon vorher auf dem Technical Rider klären und um die Zusendung der Aufnahme des eigenen Sets bitten. Ist ein aktueller Pioneer Mixer am Start, besteht fast immer die Möglichkeit, das Set mit der DJM-REC App aufzunehmen (siehe oben). Bei Allen & Heath Mixern kann man auch die beiden Aux-Sends nutzen, um den eigenen Recorder anzuschließen. Hier braucht DJ dann aber womöglich noch Adapter, um entsprechenden Anschluss an das mitgebrachte Kabel zum Rekorder zu finden. Zwei Klinke auf Cinch Adapter gehören nicht nur deshalb eigentlich grundsätzlich in jede DJ-Tasche.

Resümee

Die perfekte Recording-Lösung gibt es (immer) noch nicht. Für all jene, die gern auf ein externes Gerät mit visueller Anzeige mitschneiden wollen, dürfte ein kleiner Stereo-Fieldrecorder noch immer die beste Wahl sein. Bei Vierspur-Geräten wie dem Zoom H6 kann DJ dann sogar noch das frenetisch feiernde Publikum separat aufnehmen und beim Nachbearbeiten am Computer dezent unter die Line-Aufnahme mischen.

Allerdings muss der Mix bei Zwei- und Vierkanal-Recordern stets erst mal von der SD-Karte auf den Laptop transferiert werden, wozu dann eventuell noch ein Adapter und vor allem Zeit notwendig sind, die sich nur ganz knallhart durchorganisierte DJs (oder deren Begleitpersonal) nach dem Gig oder vor der Abreise aus dem Hotel noch nehmen werden.

Für die Spezies der tourenden DJs sind da iPhone-basierte Varianten cool, mit denen sie ihren Fans den gerade betanzten Mix fast direkt nach dem Auflegen zu Gehör bringen können. Aus den Apps von Pioneer und Evermix können die Mixe direkt auf populäre Plattformen wie Soundcloud oder Mixcloud geladen werden.

Die Nachbearbeitungsmöglichkeiten wie sauber schneiden und auspegeln sind aufgrund der kleinen Smartphone-Screens oft nur sehr fummelig zu bedienen. Außerdem schlechte Neuigkeiten für späte Guestlist-Checker: DJ kann das iPhone während der Aufnahme nicht nutzen.

Wie nehmt ihr eure Performance auf? Habt ihr noch weitere Tipps? Schreibt es uns in die Kommentare. Wir wünschen viel Spaß beim Aufnehmen und Teilen euer DJ-Sets.

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