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20.01.2016

GESCHICHTE

Emil Berliner, der das entsprechende Patent1887 anmeldete, gilt als Erfinder der Schallplatte. Die damalige Innovation, das Grammophon, war in der Lage, Schallereignisse über einen Schalltrichter auf eine flache, wachsbeschichtete Zinkscheibe aufzuzeichnen. Bei diesem Verfahren musste zunächst noch jede Schallplatte einzeln angefertigt werden. Später ging man dazu über, die Zinkscheiben durch reine Wachsscheiben zu ersetzen. Durch ein Elektrolyse-Verfahren wurde dann daraus eine sogenannte „Mutter“ hergestellt. Diese diente als Matrize zum Pressen von Schellackplatten. Jenes Vorproduktionsverfahren kommt in ähnlicher Form auch heute noch zum Einsatz.  

Bereits zehn Jahre vor Emil Berliner, also im Jahr 1877, hatte der amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison sein Patent für den Phonographen (griechisch für „Schall- oder Klangschreiber“), angemeldet. Hier wurde der Schall nicht auf einer Scheibe, sondern auf zinkbeschichteten Walzen aufgezeichnet. Beide Erfindungen konkurrierten miteinander, wobei sich Emil Berliners Grammophon aber auf dem neuen Markt durchsetzte. Der Phonograph gilt aber dennoch als Vorläufer des Grammophons und somit auch des Plattenspielers, wie wir ihn heute kennen. Sowohl die Verstärkung des Schalls über Schalltrichter als auch der Antrieb (meist über Federwerke) erfolgten bei den ersten Grammophonen rein mechanisch.  

Die frühen Schallplatten wurden im Gegensatz zu heute nicht aus Vinyl, sondern aus Schellack hergestellt. Daher werden diese heute noch Schellackplatten genannt. Sie sind nicht nur wesentlich schwerer als Vinylplatten, sondern auch viel zerbrechlicher. Schellackplatten haben eine Größe von 10 bzw. 12 Zoll und laufen bei einer Abspielgeschwindigkeit von 78 RPM (Rounds per Minute = Umdrehungen pro Minute). Zu hören bekommt man auf diesen Platten ein Monosignal, das im Seitenschrift-Verfahren (mehr dazu später) aufgezeichnet wurde. Schellackplatten wurden von 1895 bis 1957 hergestellt. Anfang der Zwanziger Jahre kamen dann die ersten Grammophone mit elektrischem Antrieb und Tonabnehmer auf den Markt.  

Die Einführung der Vinyl-Schallplatte Anfang der Fünfziger Jahre brachte einen Quantensprung an Klangqualität. Außerdem ermöglichten die mit 33 oder 45 RPM geringeren Abspielgeschwindigkeiten längere Tonaufnahmen, bei den alten Schellackplatten war die Abspiellänge auf etwa vier Minuten begrenzt. Mit der Einführung der HiFi-Norm und dem Füllschrift-Verfahren in den 60er Jahren verbesserte sich die Klangqualität der Schallplatte noch einmal deutlich. Von 1920 bis 1960 war sie als kommerzieller Tonträger sozusagen einzigartig. Aufgebrochen wurde dies zunächst durch die Compact Cassette (CC) und Mitte der Achtziger durch das auch heute noch allgegenwärtige Medium Compact Disc (CD).  

Der Marktanteil der Plattenspieler ist seit den neunziger Jahren zwar gering, hat aber seit einigen Jahren wieder eine steigende Tendenz. Das liegt vor allen Dingen an Musikliebhabern und HiFi-Enthusiasten, die den Klang von Vinyl-Schallplatten dem von MP3s und Audios-CDs vorziehen. Natürlich darf man in diesem Zusammenhang die Zunft der DJs nicht vergessen. Hier kommt der Plattenspieler aufgrund der Haptik und dem direkten Kontakt zum Tonträger noch oft zum Einsatz. Für andere wiederum hat die Optik eines klassischen DJ-Arbeitsplatzes mit Plattenspielern & Mixer schlichtweg mehr Sex-Appeal als Controller oder CD-Laufwerke. Zudem genießen Geräte wie der 1200er von Technics in der Club-Landschaft längst Kultstatus.

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