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05.08.2016

Crashkurs Gesang – Mikrotechnik


Explosivlaute, Konsonanten und Dynamik

Die drei Pfeiler guter Mikrotechnik

Ein guter Sänger und eine gute Sängerin singen nicht irgendwie in ihr Mikrofon, sondern haben sich Mikro-Technik angeeignet, um mit dem Instrument Gesang richtig umzugehen. Die amerikanische Soulsängerin Andra Day benutzt in meinem Gearchat Interview treffend das Wort „Mikrofon Etikette“ und erklärt die Benimmregeln für den Umgang mit dem Mikro wie folgt:

„Du solltest generell als Performer oder Performerin Mikrotechnik, Mikrofon Etikette, lernen. Sodass du zurückgehst wenn du zu laut singst, aber nicht so viel, dass du die Wucht deiner Stimme im tiefen Brustgesang verlierst. Und du kommst näher ans Mikro um die ganzen Details deiner Kopfstimme abzubilden. Und du drehst deinen Kopf sanft ein bisschen nach links oder rechts für die Explosivlaute. Die meisten Mikros haben einen Poppschutz um diese Dinge zu vermeiden. Die „Ps“ und „Bs“. Du musst deinen Kopf nur ein bisschen drehen, um sie zu verhindern.“

So kann eure Stimme immer optimal abgebildet werden und ihr behaltet die volle Kontrolle über euren Gesang. Wie viel Mikrotechnik ihr braucht, bestimmt ganz individuell die Art eures Gesangs.

Training

1) Explosivlaute und Konsonanten mit Mikrofon

Haltet als erstes eure Hand mit etwas Abstand vor den Mund und sprecht die harten Konsonanten „p“, „t“ und „k“ aus. Ihr könnt jetzt spüren, mit wieviel Druck die Konsonanten aus eurem Mund geschleudert werden. Da das Mikro eure Sprache verstärkt, wird der Luftdruck nicht gebraucht. Probiert die drei Konsonanten weicher, mit weniger Druck, auszusprechen. Aus dem „p“ wird ein hartes „b“ wie bei dem englischen Wort „Baker“. Sprecht immer abwechselnd „Paper“ – „Baker“ bis sich der Luftdruck der Konsonanten angenähert hat. „T“ und „k“ lasst ihr in euch hineinfallen anstatt aus euch heraus. Wie bei dem harten „b“
werden die Konsonanten dann weiter innen an den Lippen gebildet.


2) Dynamik beim Mikrosingen

Der Startpunkt für euer Mikro ist drei Finger breit entfernt von eurem Mund.

Als Erstes versucht ihr den Punkt in der Ferne zu finden, an dem eure Stimme indirekt wird. Ihr singt in einer Lautstärke und nehmt das Mikro langsam immer weiter weg, bis ihr das Gefühl habt, eure Stimme verliert Kraft. Diesen Punkt dürft ihr nicht überschreiten. Ihr nähert das Mikro wieder so weit an den Mund an, bis die Stimme angenehm und kraftvoll klingt. Diesen Punkt merkt ihr euch. Diese Übung wiederholt ihr mit verschiedenen Gesangslautstärken.

Als Zweites übt ihr die leisen Töne, bei denen ihr das Mikro bis an euren Mund heranführt.


Als Drittes denkt ihr euch ein Gummiband zwischen eurem Mund und eurem Mikrofon. Wenn ihr lauter werdet, nehmt ihr das Mikro etwas weg = das imaginäre Band spannt sich. Wenn ihr wieder leiser werdet, entspannt sich das Gummiband und ihr kommt mit dem Mikro wieder näher an euren Mund.


Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wünscht euch Catharina

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