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Wie lerne ich meine eigene Stimme zu mögen?

Ich habe Jahre gebraucht, meine eigene Stimme zu mögen. Bis dahin fand ich jede Aufnahme von mir ausnahmslos grässlich. Meine Stimme hässlich. Meinen Gesang unzureichend. Manchmal haben mich die Selbstzweifel so runtergerissen, dass ich mich sogar zwingen wollte, aus meiner Band auszusteigen und das Singen ganz sein zu lassen.

Foto: Khorzhevska, Fotolia.de
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1. Keine generelle Verdammung



Keine Stimme ist zu 100% hässlich, doof, nichts sagend, ungeeignet und so weiter. Auch wenn wir das in schlechten Momenten so empfinden. Wartet einen Moment ab, wenn ihr gut drauf seid und hört euch dann die Aufnahme eures Gesangs an. Macht euch einen Zettel mit zwei Spalten. Über einer steht „Mag ich“ oder „Gut“ über der anderen „Verbesserungswürdig“.
Analysiert fair (!) und genau, was euch nicht gefällt und was gut ist. Benutzt dabei keine verallgemeinernden Begriffe sondern übt, das was ihr hört, genau zu benennen. „Ich mag den Klang meiner Stimme bei dem Wort….“, Ich mag die Intensität der Zeile…. oder „Mir gefällt nicht, dass ich (in der Zeile, in der ersten Strophe etc.) in meine Töne immer reinrutsche“, „Die Intonation bei dem Wort… ist nicht sauber“ und so weiter. Selbst wenn am Ende nur ein positiver Grund in der einen Zeile steht und 10 negative Gründe in der anderen. Das ist ok. Freut euch über die eine tolle Stelle und überlegt euch, wie ihr die schlechten Stellen verbessern könnt. Z.B. Intonation üben oder Töne gerade singen üben.



2. Keine abwertenden Begriffe


Es heißt nicht wertend „Meine Stimme klingt so scheiße“ sondern neutral formuliert „Ich nuschele die Wörter“. Das verletzt euch nicht. Denkt mal drüber nach, welche Angst sich hinter der Abwertung eurer Stimme versteckt? Versucht diese Angst zu formulieren. Dann ist „das Monster“ nur noch halb so schlimm.




3. Eigene stimmliche Vorzüge herausarbeiten 


Euer Fernziel kann sein, wie Beyonce oder Dave Grohl von den Foo Fighters zu singen. Yeah! Euer Nahziel sind aber Songs, die euch meinetwegen herausfordern, aber die insgesamt überzeugend zu bewältigen sind. Einfachere Songs lassen mehr Platz für Interpretation und Spaß. Und das hören andere. Macht euch einen Stufenplan. Immer wenn ihr ein Songschwierigkeitslevel meistert, kommt ein schwerer hinzu. So werdet ihr stetig besser und könnt trotzdem Erfolgserlebnisse verbuchen. 

Die Hammersongs, eure absoluten Favoriten, übt ihr alleine zu Hause oder im Proberaum. Da könnt ihr euch austesten, lernen oder glücklich scheitern ohne dass euch zugehört wird.



4. Geduld



Seht das große ganze Bild. Setzt euch Ziele: In einem Jahr will ich das können, in zwei Jahren das und so weiter. Übt. Habt Spaß beim Üben. Seid ehrgeizig. Aber lacht auch mal über euch. Irgendwann könnt ihr was ihr wollt! Wenn ihr einfach weiter arbeitet. Darauf habt ihr mein Wort. Und wenn ihr es könnt, dann fragt euch keiner mehr, wie lange ihr dafür gebraucht habt. Habt Geduld.



5. Gesang üben



Übt. Von nichts kommt nichts. Lernt effektiv zu üben. Analysiert euren Gesang (siehe Punkt 1) und arbeitet an den Schwachpunkten.




6. Komplimente zulassen


Wenn ihr Lob für euren Gesang bekommt, bedankt ihr euch dafür und schweigt! Kommentare wie „Ach das denkst Du nur, ich hab total schlecht gesungen“ sind verboten! Verboten! Verboten! Das könnt ihr denken. Meinetwegen. Aber nie laut eurem sich freuenden Gegenüber sagen. Komplimente sind ein Geschenk. Freiwillig gegeben. Und dürfen nicht entwertet werden. Macht euch klar, dass niemand dazu gezwungen wird. Hätte es euren Zuhörern und eurem Publikum nicht gefallen, wären sie einfach gegangen. Oder würden nur einen kurzen Kommentar bringen, wie: „Netter Auftritt/Song“. Aber „Du hast mich heute Abend mit Deinem Gesang so berührt“ oder „Ich höre Deinen Song Tag und Nacht“ sind keine Nettigkeit, sondern ernst gemeint. Freut euch doch, dass eure Gesangsperformance nach außen gereicht hat. Auch wenn ihr denkt, dass 101 Dinge unbedingt noch besser werden müssen.



7. Erfahrung sammeln



- Macht viele Auftritte! Spielt auf jeder Party, in jeder unbekannten Hütte, auf jedem Kuhdorf. Auftreten heißt üben. Am besten vor Leuten, die euch nicht kennen und bei Begebenheiten, bei denen es nicht total wichtig ist, dass ihr perfekt seid. 

– Probt mit der Band so oft ihr könnt. 



- Tauscht euch mit anderen Sängern und Sängerinnen aus. Unterrichtet euch gegenseitig. Zeigt euch die Dinge, die der oder die andere gut kann und ihr nicht. Das macht Spaß und hilft.



- Schafft euch ein kleines Setup an, mit dem ihr euch zu Hause aufnehmen könnt. Übt eure Schwachstellen durch Aufnehmen. So habt ihr einen neutralen Vergleich zwischen den einzelnen Gesangsspuren und könnt hören, wie ihr besser werdet.



8. Unterricht



Sollte das “Alleine-Üben” nicht helfen, nehmt Unterricht und holt euch professionelle Hilfe und Feedback von außen.



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von Catharina Boutari

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