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Test
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30.10.2014

Casio CDP-130 Test

Digitalpiano

Reiseklavier für Pragmatiker

Das kompakte Digitalpiano Casio CDP-130 geht zu einem Preis von knapp 400 Euro über den Ladentisch. Casios neues Einstiegsmodell wurde gegenüber dem Vorgänger CDP-120 überarbeitet und um einige Funktionen und Klänge erweitert, zudem soll es mit einem verbesserten Lautsprechersystem aufwarten.

Wir haben das transportable Instrument mit denen der Konkurrenz verglichen, um herauszufinden, ob sich die Anschaffung lohnt und für welche Zwecke sich das CDP-130 eignet.

Details

Gehäuse

CDP steht für „Compact Digital Piano“ und das ist nicht übertrieben. Das CDP-130 ist nicht nur eines der kleinsten Digitalpianos, die ich kenne, sondern mit gerade einmal knapp 11 kg Gewicht auch eines der leichtesten. Das in Schwarz oder Silber erhältliche Instrument steckt in einem schlanken Kunststoffgehäuse, das zwar nicht besonders edel, aber mit dem schlichten, schnörkellosen Design doch recht schick und gediegener als beispielsweise das Thomann DP-25 wirkt. Einen Tastaturdeckel bietet das CDP-130 als transportables Piano nicht, daher sollte man es bei längerer Nichtbenutzung mit einem Tuch o.ä. abdecken.

Mit den kompakten Abmessungen bietet sich das Leichtgewicht für den mobilen Einsatz z.B. auf der Bühne oder im Proberaum an, wofür man es auf einen handelsüblichen Keyboardständer stellen kann. Optional ist ein passender Unterbau erhältlich (CS-44), der das CDP-130 wohnzimmertauglich macht und mit etwa 45 Euro vergleichsweise günstig ausfällt. Allerdings gibt es den Ständer nur in Schwarz. Das Piano wird mit dem Untersatz verschraubt, was einen einigermaßen stabilen Aufbau ergibt. Ein bisschen wackelt das Ganze zwar, aber in der Praxis sollten sich dadurch keine Probleme ergeben. Anders als bei vielen Konkurrenzmodellen beinhaltet der Ständer keine Pedale, sodass man auf ein gesondertes Sustainpedal zurückgreifen muss. Ein solches wird auch mitgeliefert, allerdings ist der kleine Fußtaster kaum zu gebrauchen. Er rutscht leicht weg und lässt sich nur schwer kontrollieren – ich empfehle daher, die Anschaffung eines besseren Pedals gleich mit einzuplanen. Ebenfalls im Lieferumfang ist ein Notenpult aus Kunststoff, das oben aufgesteckt wird und leider etwas billig wirkt.  

Bedienfeld

Das sehr übersichtliche Bedienfeld ist im linken Bereich der Oberfläche angeordnet und besteht aus einem Lautstärkeregler, dem Netzschalter samt Betriebsleuchte und sechs runden Tastern. Der Demo-Knopf aktiviert die fünf Demosongs, die sich dann mit den anderen Tastern auswählen lassen. Mit dem Button Function erreicht man die Sonderfunktionen der Klaviatur: Hält man ihn gedrückt, so kann man über bestimmte Tasten die verschiedenen Sounds aufrufen und andere Einstellungen vornehmen. Diese Funktionen sind zum Glück aufgedruckt, sodass man dafür nicht jedes Mal in der Bedienungsanleitung nachsehen muss. Zwei wichtige Klänge – Grand Piano 1 und Electric Piano 1 –lassen sich direkt über eigene Taster anwählen. Daneben gibt es noch einen Knopf für das Metronom und einen für den Halleffekt.

Anschlüsse

Sämtliche Anschlussmöglichkeiten des CDP-130 befinden sich auf der Rückseite des Instruments. Hier findet man neben dem Anschluss für das externe Netzteil einen kombinierten Kopfhörer- und Stereoausgang in Form einer Stereo-Klinkenbuchse. Einen zweiten Kopfhörerausgang für das vierhändige Spiel bietet das CDP-130 leider nicht. Auch auf einen separaten Stereoausgang wurde verzichtet, was bei günstigen Digitalpianos zwar nicht unüblich, mit Blick auf die Bühnentauglichkeit aber doch etwas schade ist. Zur Verbindung mit einem Mischpult oder einer Verstärkeranlage benötigt man also einen Adapter bzw. ein sogenanntes Y-Kabel. An die Buchse Damper Pedal wird ein Sustainpedal angeschlossen – entweder der mitgelieferte Fußtaster oder ein anderes Modell. Der Anschluss eines Dreifachpedals ist beim CDP-130 nicht möglich. Eine USB-Buchse zur Verbindung mit einem Computer bildet den Abschluss. Sie überträgt MIDI-Daten, sodass man das CDP-130 in Verbindung mit einer Musiksoftware einsetzen kann. Die Übertragung von Songdaten und weiteren Einstellungen per USB ist beim CDP-130 im Gegensatz zu den teureren Casio Privia- und Celviano-Pianos allerdings nicht möglich.

Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher des CDP-130 liegen hinter stoffbespannten Kunststoffgittern zu beiden Seiten des Bedienfelds und strahlen nach oben zum Spieler ab. Die ovalen Speaker sind 12 x 6 cm groß und werden von einem Verstärkersystem mit 2x 8 Watt Leistung gespeist. Das ist nicht üppig, wenngleich die Lautstärke für das Üben zu Hause natürlich allemal ausreicht. Klanglich können die Lautsprecher jedoch nicht restlos überzeugen – sie klingen etwas scharf und ziemlich mittenbetont und können das Volumen und die Räumlichkeit eines Flügelklangs nur mit Einschränkungen abbilden. Im Testumfeld der günstigsten Digitalpianos bewegen sich die Speaker des CDP-130 durchaus im Rahmen des Üblichen. Wenn man jedoch weiß, was in diesem Bereich bei höherklassigen Instrumenten möglich ist, wünscht man sich schon manchmal etwas bessere Boxen.

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