Software
Test
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13.02.2018

Best Service Chris Hein Solo Strings Complete Test

Sample Library

Das komplette „Streichquartett“ für die DAW


Der Name Chris Hein ist mittlerweile ein Synonym für authentische und detailverliebte Sample Libraries von Naturinstrumenten. Nach seinen populären Libraries mit überwiegend Holz- und Blechblasinstrumenten, widmet er sich seit dem vergangenen Jahr auch verschiedenen Streichinstrumenten, welche nun als „Best Service Chris Hein Solo Strings Complete“ gebundled zu einem deutlich günstigeren Preis erhältlich sind als beim Einzelerwerb.

Im Einzelnen handelt es sich um die Soloinstrumente Kontrabass, Cello (zwei Versionen), Bratsche (Viola) und Violine, welche detailliert in ihren unterschiedlichen Spielweisen gesampled wurden und nun per kostenlosem Native Instruments Kontakt Player auf der DAW der Wahl verfügbar sind. Wir waren sehr neugierig, welchen Grad der Authentizität sich mit diesen Instrumenten erreichen lässt und wie praktikabel das Arbeiten mit den Libraries inklusive der vielen Optionen ist. Was hat der Test ergeben?

Details

Instruments

Das vom deutschen Library- und Software-Instrumenten Spezialisten Best Service vertriebene Bundle Chris Hein Solo Strings Complete beinhaltet die folgenden Programme für Native Instruments Kontakt: 

  • ContraBass
  • Modern Cello
  • Romantic Cello
  • Solo Viola
  • Solo Violin

Artikulationen

Die genannten Programme enthalten bereits ein vorgefertigtes und praxisgerechtes Articulation Preset, in welchem eine Auswahl der insgesamt 38 aufgenommenen Artikulationen in 26 Key Switches und sogenannten Hot-Keys zur direkten Anwahl über die MIDI-Noten A-1 bis A#1 verfügbar ist. Weiterhin gibt es jeweils eine Variante des Programms mit dem Zusatz „Clean Start“ als besonders ressourcenschonende Option oder Ausgangsbasis für Eigenkreationen, bei welchem zunächst lediglich die Artikulation „Sustain Vibrato“ in den RAM geladen wird.

Wie man anhand der folgenden Abbildung sieht, kann jede einzelne Artikulation bei Bedarf zusätzlich in vielfacher Hinsicht editiert werden. Von elementarer Bedeutung sind die Einstellungen des Verhaltens (Polyphon, Legato Short, Legato Long, Glide) bei Legato-Spielweise bzw. dem Einsatz des Sustain Pedals in der unteren rechten Ecke des Bedienfelds.

Authentische Übergänge zwischen den Tönen sind ein, wenn nicht sogar DAS entscheidende Kriterium bei der Emulation von Naturinstrumenten. Laut Manual handelt es sich hier um einen „intelligenten Mix“ aus Samples realer Legato-Übergänge und künstlich erzeugten, die für jeden Key Switch separat eingestellt werden können. Die Modi „Legato Short“ und „Legato Long“ unterscheiden sich darin, dass letzterer ein musikalisch etwas auffälligeres Portamento erzeugt. Beide Modi können zusätzlich in ihrer Länge/Geschwindigkeit editiert werden. Die Option „Glide-Mode“ ist nicht zu verwechseln mit dem teilweise auch als Glide bezeichneten Effekt bei Synthesizern. Hier werden innerhalb des gespielten Intervalls Tonfolgen/Läufe in einer einstellbaren Tonskala (z.B. chromatisch, dur etc.) abgespielt. Das i-Tüpfelchen ist die freie Auswahl der Artikulation des Zieltons, um beispielsweise den Lauf mit einem Triller zu beenden. Hier hat Chris Hein wirklich an alles gedacht, um authentische und lebendige Performances zu ermöglichen!

Neben der Steuerung per Key Switch gibt es die Möglichkeit der Manipulation über Hot-Keys, auch eine Art Key Switch, welche sich aber darin unterscheidet, dass auch bereits gespielte, gehaltene Noten artefaktfrei in eine andere Artikulation wechseln können. „Repeat Last Note“ ist ein weiteres nützliches Hot-Key-Feature zur authentischen Wiederholung einer gehaltenen Note.

MIDI CC

Über die soeben genannten Wege der Artikulationssteuerung hinaus erfolgen viele lebendige Klang- bzw. Sample-Variationen in Abhängigkeit der gespielten Velocity. Optional oder zusätzlich lassen sich die meisten Funktionen unkompliziert per MIDI CC modulieren und vielfach nahtlos überblenden. Hörbeispiele hierzu findet ihr im Praxisteil des Testberichts.

Room/DSP-Effekte

Um eine größtmögliche klangliche Flexibilität zu gewährleisten, wurden alle Samples trocken aufgenommen. Im Menü „Room“ stehen 40 Impulsantworten von verschiedenen Räumlichkeiten sowie 23 sogenannte „Bodies“ zur Klangformung zur Verfügung.  Diese kurzen Impulse ermöglichen eine flexible Tiefenstaffelung und „Raumfärbung“ des Instruments. Die Room-Einstellungen sind für den Grundsound aller Solo String Instrumente von elementarer Bedeutung und nicht zu verwechseln mit den weiteren DSP-Effekten, welche ich persönlich eher als nette aber unwesentliche Zugabe betrachte. Hier stehen folgende, gleichzeitig nutzbare Effekte zur Auswahl:

  • Reverb
  • Delay
  • Chorus
  • Phaser
  • Flanger
  • Compressor
  • Equalizer
  • Filter

Seitens der gebotenen Features (siehe auch „Features“ am Ende dieses Testberichts) gibt es noch eine Fülle weiterer Anpassungs- und Optimierungsmöglichkeiten, deren explizite Erwähnung und Erklärung hier aber den Rahmen sprengen würden. Als optimal empfinde ich, dass irgendwie „alles“ möglich ist, sich dem Benutzer aber nicht aufdrängt und nur bei Bedarf abgerufen werden kann. Schon die jeweiligen Instrumenten-Presets (ohne Namenszusatz) ContraBass, Modern Cello, Romantic Cello, Solo Viola und Solo Violin bieten praxisgerechte Voreinstellungen für eine authentische Performance.

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