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Feature
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12.05.2009

Der Schall

Die Akustik kann grundsätzlich als die Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung bezeichnet werden. Als Wissenschaftsgebiet umfasst sie sämtliche damit zusammenhängenden Gesichtspunkte wie die Entstehung und Erzeugung, die Ausbreitung, die Beeinflussung und die Analyse von Schall. Akustische Eigenschaften eines Raumes werden subjektiv über seinen Raumhall wahrgenommen. Objektiv kann man sie durch eine Messung der sogenannten Nachhallzeit erfassen und beurteilen. Es gibt einige Firmen, die so etwas professionell machen, was aber das Budget erheblich belasten kann. In einigen Städten ist die nötige Messtechnik aber auch gegen eine Gebühr zu leihen; eine preiswertere Möglichkeit, von Fall zu Fall konkrete Aussagen über Hallzeiten zu machen.

Ohne zu wissenschaftlich zu werden, sollen hier ein paar Beispiele dieser oft unangenehmen Phänomene aufgeführt und entsprechende Tipps und Lösungen angeboten werden. Dabei haben wir das Hauptaugenmerk darauf gerichtet den Übungsraum oder das Demostudio mit einfachen Mitteln akustisch so zu verbessern, dass sich soundtechnisch bessere Ergebnisse erzielen lassen – und das fördert natürlich auch den grundsätzlichen Spaß am Musik machen.

Würde man im Freien musizieren, so wären die akustischen Gegebenheiten eigentlich ideal. Es fehlen Decken und Wände, die den Schall ungewollt reflektieren. Es gibt außerdem keine Resonanzen von irgendwelchen Baustoffen und das Signal kann äußerst sauber an das Ohr des Zuhörers oder an das Aufnahmemikrofon gelangen.Und das gilt für ein Konzert genau so wie für eine Aufnahme. Komplett anders sieht das Geschehen allerdings in einem Raum aus.

Erzeugen wir dort mit einem Instrument oder der Stimme einen Ton, so entsteht immer eine direkte Schallausbreitung (Direktschall) in Richtung Zuhörer oder Mikrofon. Dazu kommt eine weitere Ausbreitung (Reflexionen) über den Fußboden, die Wände und über die Decke, ebenfalls in Richtung Zuhörer oder Mikrofon. Als Folge daraus wird das ursprünglich erzeugte Signal seinen Bestimmungsort, also den Zuhörer oder das Aufnahmemikrofon niemals in Reinkultur erreichen. Wir haben es vielmehr mit einem ungewollten Klanggemisch aus direktem und reflektiertem Schall zu tun.

Die Anteile dieser Reflektionen sind abhängig von der Bauform des Raumes (Würfel, Trapezform oder rund), seinen unterschiedlichen Oberflächen (Holz, Glas, Farbe und Vorhang) und seiner Größe. Und genau hier liegt unser Ansatz für die Verbesserung oder Veränderung der Raumakustik. Das Ziel aller Maßnahmen sollte die Verringerung von Reflexionen und eine Minderung der Energie (Lautstärke) sein.

Betrachten wir zunächst einmal die Geometrie eines Raumes. Parallele Wände sind meist die erste Ursache für eine unkontrollierte Ausbreitung und ein Aufschaukeln der Reflexionen. Man erkennt dies in einem leeren Raum am halligen Eindruck, der entsteht, wenn man in die Hände klatscht. Anteile eines Signals werden an eine Wand geworfen und im gleichen Winkel wieder reflektiert. Das passiert so lange, wie die Energie dieser Schallwelle, also die Lautstärke, noch groß genug ist, um ein weiteres Mal reflektiert zu werden. Dabei spielt aber auch die Tonhöhe, also die Frequenz, eine Rolle. Mittlere und hohe Frequenzen verbreiten sich meistens linear, vergleichbar mit dem reflektierten Strahl einer Taschenlampe, während Bässe meist eine kugelförmige Ausbreitung bevorzugen. Diese Ausbreitung geschieht in der Regel ohne Reflexionen an den vorhandenen Flächen wie Boden oder Wänden.

 

TIPP: Vielleicht hilft ja auch beim Planen von Korrekturmaßnahmen die Analogie, dass die Gesetze der Akustik weitgehend denen der Optik entsprechen.

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