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Bedroom Vocals – Gesang zu Hause aufnehmen

Gesang zu Hause ausfnehmen: Das sogenannte Bedroom Producing liegt voll im Trend, wofür es eine Vielzahl von Gründen gibt.

(Bild: Shutterstock/PrinceOfLove)
(Bild: Shutterstock/PrinceOfLove)

Abgesehen davon, dass man heutzutage keine „Schrankwände“ voller Equipment und riesige Mischpulte zur Realisierung professioneller Musikproduktionen mehr benötigt und die notwendige Hardware, meist bestehend aus Laptop, Audio-Interface, Kopfhörer und Mikrofon, locker auf einem normalen Schreibtisch Platz findet, spart man die Kosten zur Miete eines professionellen Tonstudios mit entsprechenden Aufnahmeräumen. Wenn man also nicht unbedingt eine Band oder ein sonstiges Musikerensemble aufnehmen möchte, reichen möglicherweise die eigenen vier Wände aus – in vielen Fällen sogar ohne Gesangskabine.
Wie ihr bei Gesangsaufnahmen auch zu Hause ein professionelles Niveau erreichen könnt, wollen wir euch in diesem Workshop zeigen. Hierzu ist anzumerken, dass tatsächlich auch während „amtlicher“ Musikproduktionen für Major-Labels mit international erfolgreichen Künstlern auf diese Weise und unter Anwendung der in diesem Workshop beschriebenen Maßnahmen aufgenommen wird – nicht immer, aber immer öfter …

Noch eine Anmerkung, bevor es losgeht: Dieser Workshop fokussiert die Besonderheiten bei Gesangsaufnahmen in den eigenen vier Wänden. Weitere Praxis- und Techniktipps zum generellen Einstieg in das Thema Vocal Recording findet ihr unter den folgenden Links:
Basics: Stimme am PC aufnehmen
7 simple Tipps für erfolgreiches Vocal-Recording
Eine umfangreiche Serie für professionelle Gesangsproduktion findet ihr hier:
Gesang professionell aufnehmen, editieren, mischen

Inhalte
  1. Störgeräusche minimieren
  2. Aufnahmeposition optimieren
  3. Negative Raumeinflüsse reduzieren
  4. Finale Tipps und Anmerkungen

Störgeräusche minimieren

Silence is golden: Eine typische Eigenschaft idealer Aufnahmeräume von Tonstudios ist „Stille“, was sich sowohl auf Geräusche von außerhalb des Raumes oder Gebäudes bezieht als auch Geräuschquellen, die sich im Aufnahmeraum selbst befinden. Vorweg: Man sollte scheinbar geräuschlose Probeaufnahmen nicht vorschnell als „clean“ und problemlos beurteilen! Im Mixdown oder beim Mastering könnten durch Kompression und EQ-Bearbeitungen plötzlich Artefakte hervortreten, die man zunächst gar nicht wahrgenommen hat. Daher gilt es, Störgeräusche sehr kritisch auszumachen und nach Möglichkeit zu eliminieren. Die Schwere dieser Problematik kann je nach Wohnsituation natürlich individuell sehr unterschiedlich sein, in vielen Fällen lassen sich Störgeräusche aber mit einfachen Mitteln minimieren. Die folgende Tabelle zeigt einige typische Beispiele:

potenzielle Störquelle/ArtefaktMaßnahme (vor/während der Aufnahme)
rauschende Heizkörperabstellen (Vorheizen nicht vergessen)
Kühlschrankausstellen und geschlossen lassen, anderen Raum wählen / ggf. Abdecken (z.B. Matratze)
LeuchtmittelNeonröhren/gedimmte Lampen ausschalten
UhrenKuckucksuhren vorher bei Ebay verkaufen
Wasserleitungenkeine Spülung / Wasserhahn beim Recording betätigen
Schall von außerhalb des RaumesTesamoll oder ähnliche Produkte an Fenster/Türen
resonierende Gegenstände (z.B. Geschirr, Pokale)entfernen oder die Schwingung abdämmen
Brummen / elektromagn. EinstreuungenGroundlift (falls vorhanden) am PreAmp aktivieren, Kabel checken (anders positionieren / austauschen), Mobiltelefone entfernen, andere Steckdosen ausprobieren
Banaler Eingriff mit frappierender Wirkung: Die selbstklebende Schaumstoffdichtung aus dem Baumarkt an Türen und Fenstern verbessert die akustische Entkopplung zu angrenzenden Zimmern und nach draußen spürbar!
Banaler Eingriff mit frappierender Wirkung: Die selbstklebende Schaumstoffdichtung aus dem Baumarkt an Türen und Fenstern verbessert die akustische Entkopplung zu angrenzenden Zimmern und nach draußen spürbar!

In „ungünstigen“ Wohnsituationen wie beispielsweise hellhörigen Altbauwohnungen wird man in beiderseitigem Interesse um Absprachen mit der Nachbarschaft wahrscheinlich nicht herumkommen. Vielleicht klappt es ja mit einer Tafel Schokoladenpralinen, dass die Meiers in der oberen Etage für ein bis zwei Stunden auf ihre Waschmaschine oder den Staubsauger verzichten können.
Zusätzlich zu den typischen Schallquellen in Wohnbereichen erzeugt die eigentliche tontechnische Tätigkeit ebenfalls Geräusche, die es zu minimieren gilt. Im Gegensatz zur klassischen Studiosituation mit separatem Aufnahme- und Regieraum befindet sich der Computer als Aufnahmemedium im „Bedroom“ (respektive Wohnzimmer, Küche, Billardzimmer…). Dieser hat das Potenzial, sich als unerwünschte Schallquelle zu erweisen, speziell die Lüftergeräusche einiger gängiger Laptops sind berüchtigt. Häufig verhilft eine logische wie simple Maßnahme zur Verbesserung der Situation. Wenn man zur Aufnahme das gerenderte Playback anstatt vieler Einzelspuren mit „hungrigen“ Plug-ins verwendet und zusätzlich nicht zwingend erforderliche Programme schließt, wird der Rechner entlastet, was mit hoher Wahrscheinlichkeit in einer verminderten Geräuschentwicklung resultiert. Manchmal können auch tatsächlich Kühlakkus unter dem Rechner verhindern, dass dieser den Lüfter anwirft.

Ein puristisches DAW-Projekt unter sparsamer Verwendung von Spuren und Plug-ins schafft häufig Vorteile bei der Geräuschentwicklung von Computern/Laptops.
Ein puristisches DAW-Projekt unter sparsamer Verwendung von Spuren und Plug-ins schafft häufig Vorteile bei der Geräuschentwicklung von Computern/Laptops.

Sofern man sich nicht selber beim Singen aufnimmt, befinden sich mindestens zwei Personen im Raum. Der Recording Engineer, der sich im Regieraum eines professionellen Tonstudios unbehelligt räuspern oder niesen und sonstige Geräusche produzieren darf, muss sich ausnahmsweise diszipliniert verhalten. Weiterhin sollte auf potentielle Störquellen wie quitschende Stühle, raschelnde Kleidung und Kopfhörerübersprechungen ins Mikrofon geachtet werden. Geschlossene Kopfhörer mit guten Dämmeigenschaften sind die optimale Wahl zum Recording.

Aufnahmeposition optimieren

Bevor wir uns im kommenden Abschnitt einzelnen Maßnahmen widmen, mit denen man mit ganz einfachen Mitteln den „Klang“ eines Raums verbessern kann, gilt es eine geeignete Aufnahmeposition zu finden. Nimmt man seine eigene Stimme auf, so wird man vermutlich das Mikrofon ergonomisch in die normale Arbeitsposition integrieren, was wenig Spielraum bietet. Nimmt man aber jemand anderen auf, hat man die Möglichkeit mit der Positionierung des Mikrofons ein wenig zu experimentieren. Auch wenn es keine ultimative Formel gibt, die allen Gegebenheiten entspricht, kann die Beachtung der folgenden Punkte hilfreich sein.

  • Ein möglichst großer Abstand zu reflektierenden Wänden/Oberflächen (sowie Störgeräuschen) ist sinnvoll
  • Das Mikrofon sollte man entsprechend der Richtcharakteristik (Niere) entgegen potentieller Störgeräusche ausrichten.
  • Ist die Mikrofonposition zur (vorteilhaften) visuellen Kommunikation geeignet?
  • Wie verhält sich die Aufnahmeposition bezüglich Flatterechos oder sonstiger Raumartefakte?

Wie man diese Punkte nun gegeneinander abwägt, hängt selbstverständlich auch von der individuellen Performance ab. Bei einem intimen Hauchgesang à la Billie Eilish ist ein problematischer Raumklang tendenziell vernachlässigbar, was bei einer staccato-artigen Rap-Performance mit kräftiger Stimme aber definitiv nicht der Fall ist. Die Problematik von Störgeräuschen ist in diesen Fallbeispielen allerdings genau umgekehrt. Im Gegensatz zu professionellen Aufnahmeräumen haben Wohnräume sehr häufig niedrige Decken. Wenn dies der Fall ist, lohnt sich ein Check, ob eine Gesangs-Performance im Sitzen eventuell klangliche Vorteile bringt. Aus verschiedenen Gründen und Präferenzen wird die stehende Position beim Singen zwar als Standard betrachtet, Alicia Keys, Udo Jürgens und Elton John sind aber repräsentative Beispiele dafür, dass es durchaus auch sitzend (am Flügel) funktioniert. Probiert es aus!

Beim gleichzeitigen Singen und Bedienen der DAW hat man in der Regel keinen großen Spielraum zur Mikrofonpositionierung.
Beim gleichzeitigen Singen und Bedienen der DAW hat man in der Regel keinen großen Spielraum zur Mikrofonpositionierung.

Negative Raumeinflüsse reduzieren

Der folgende Abschnitt erhebt nicht den Anspruch, unsere Raumakustik-Workshops und -Features zu diesem Thema ersetzen, sondern möchte einige simpel umsetzbare Tipps zum Recording in Wohnräumen liefern, ohne dass ihr eure Wohnung komplett „entkernen“ und umgestalten müsst.
Eine typische Eigenschaft gewöhnlicher Wohnräume sind parallel stehende Wände, was aus akustischer Sicht tatsächlich nicht optimal ist, da Reflexionen zu Resonanzen und Auslöschungen von Frequenzen bestimmter Wellenlängen führen können, die in Relation zum Abstand beider Wände stehen. Größere Wohnräume erlauben mehr Abstand zu Reflexionsflächen und sind zum Vocal Recording meist unproblematischer, aber auch ein relativ kleiner Raum muss kein No-Go sein! Die beiden „Gegenmittel“, die Abhilfe bei problematischen Räumen verschaffen, nennen sich Absorption und Diffusion. Letzteres bezeichnet die gestreute Reflexion von Schall. Absorption und Diffusion finden in möblierten Räumen bereits automatisch statt, weil weiche Materialien (z.B. Stoff, Polstermöbel, Vorhänge) Schallwellen absorbieren und harte Materialien (z.B. Holzmöbel, Holzjalousien, Regale, antike Skulpturen aus italienischem Marmor) penetrante Raumartefakte (Resonanzen, Auslöschungen, Flatterechos) zumindest abmildern. Somit ist es nicht auszuschließen, dass ein gewöhnlicher Wohnraum ohne weitere Maßnahmen bereits sehr gut für Gesangsaufnahmen geeignet ist, häufig sind aber weitere Optimierungen notwendig. Zunächst könnte man checken, welche Hausmittel für die notwendige Extraportion an natürlichem Chaos zur Verfügung stehen, damit Gesangsaufnahmen à la „McGyver“ durch Absorption und Diffusion neutraler und besser klingen.

Beispiele geeigneter (Haus-)Mittel und Maßnahmen

  • Teppich
  • Polstermöbel
  • Matratze
  • Kissen, Decken, Kleidungsstücke vor/auf Reflexionsflächen positionieren
  • Schranktüren öffnen (je nach Inhalt Diffusion und Absorption)
  • glatte Wände akustisch „auflockern“/vermeiden (gerahmte Bilder, Regal mit Büchern/Schallplatten)
  • Gardinen/Vorhänge zuziehen
  • Skulpturen, Lampen etc.

Wer bereit ist, für weitere Optimierungen etwas Geld zu investieren, findet selbstverständlich auch im Musikalienhandel diverse Hilfsmittel, die sich vom Platzbedarf und auch vom Look in den Wohnbereich integrieren lassen. Einer hohen Beliebtheit erfreuen sich die sogenannten Micscreens oder Reflexionsfilter, die je nach konkreter Bauart das Mikrofon gegenüber Raumeinflüssen aus verschiedenen Richtungen abschatten. Praktisch sind auch Stellwände, die man zur Aufnahme in Mikrofonnähe positioniert und bei Nichtbenutzung in die Zimmerecke stellen kann, was sich gleichzeitig in einer wahrscheinlich besseren Hörsituation bei TV- und Musikkonsum resultiert – zwei Fliegen mit einer Klappe! Eine weitere Möglichkeit zu wohnungstauglichen Akustikoptimierung sind Akustikbilder oder alternativ optisch ansprechende Absorber, die an den Zimmerwänden montiert werden. Und noch ein Tipp: Wie wär’s mit Vorhängen aus Molton anstatt herkömmlicher Vorhänge oder Gardinen? Allerdings ist anzumerken, dass eine gute Gesangsakustik nicht zwingend mit einer guten Eignung zur Klangbeurteilung im Mixdown gleichzusetzen ist! Die Lautsprecherwiedergabe über den gesamten Frequenzbereich, speziell tiefe Frequenzen, lassen nicht selten negative Raumeinflüsse hervorstechen, die umfangreichere Maßnahmen erfordern, bei reinen Stimmaufnahmen in der Regel aber keine nennenswerte Relevanz besitzen.

Fotostrecke: 4 Bilder Der Halo Reflexionsfilter von Aston Microphones ist ein exzellentes Tool zum Recording in „ungeeigneten“ Räumen!
Fotostrecke

Soundcheck

Bei den genannten Maßnahmen ist es natürlich wichtig, das richtige Maß zu finden und nicht jegliche Rauminformation zu eliminieren. Bei Reflexionsfiltern in unmittelbarer Nähe zum Mikrofon sollte man checken, ob die aufgenommene Stimme tatsächlich besser und immer noch natürlich klingt, was nicht bei allen Modellen dieser Gerätegattung der Fall ist. Dennoch muss ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es leichter ist, ein zu trockenes Signal wiederzubeleben als eine Stimme von unangenehmen Resonanzen und Reflexionen zu bereinigen. Wie eine aufgenommene Stimme nachträglich im Klang optimiert werden kann, lest ihr im finalen Abschnitt dieses Workshops.

Finale Tipps und Anmerkungen

Ein wichtiges Tool für den Profi- als auch Amateur-Engineer zur unmittelbaren Beurteilung der Mikrofonposition, Akustikoptimierung und Signalqualität ist ein hochauflösender geschlossener Kopfhörer mit beurteilbarer Frequenzwiedergabe. Geeignete Studiokopfhörer gibt es bereits für den kleinen Geldbeutel. Archaische Monitoring-Veteranen nach dem Motto „Hauptsache laut und hohe Dämmung“ sind eher ungeeignet, da ungünstige Rauminformationen teilweise überhaupt nicht wiedergegeben werden, was bei der anschließenden Weiterarbeit an Studiomonitoren zu bösen Überraschungen führen kann. Doch auch wenn eure Bedroom-Aufnahmen euch noch nicht zu 100 Prozent zufriedenstellen, gibt es im Nachhinein wirkungsvolle Verbesserungsmöglichkeiten in der DAW. Hierzu drei typische Beispiele:

1 – Die Gesangsaufnahme klingt trocken und „tot“

Die typische Ursache hierfür ist der zu exzessive Einsatz von Absorbern und/oder einem zu nah positionierten Micscreen. Diesem unorganischen wirkenden Signal fehlen also Raumanteile, speziell Early Reflections, die wir mithilfe geeigneter Plug-ins aber gut nachträglich hinzufügen können! Eine vom Nachhall separierte Regelmöglichkeit der frühen Reflexionen ist hierzu natürlich notwendig, entsprechende Effekt-Plug-ins gehören zur Standardausstattung jeder DAW. Drittanbieter-Plug-ins wie Waves Abbey Road Chambers oder Ocean Way Studios von UAD liefern exzellente Ergebnisse! Wichtig: Der Effektanteil muss gefühlvoll dosiert werden und der aufgenommenen Gesangsspur lediglich einen gewissen Hauch von Authentizität zurückgeben. Weitere Effekte und größere Hallräume im Mix sind von dieser Maßnahme als vollkommen separate Arbeitsschritte zu betrachten.

Diese beiden Plug-ins ermöglichen eine räumliche Auffrischungskur zu trockener Gesangsaufnahmen.
Diese beiden Plug-ins ermöglichen eine räumliche Auffrischungskur zu trockener Gesangsaufnahmen.

2 – Die Gesangsaufnahme klingt zu „hallig“

In diesem Fall wurden die Raumreflexionen unzureichend bedämpft, was zu einem spürbaren Nachhall führt, der möglicherweise nicht der angestrebten Ästhetik entspricht und außerdem zu Klangfärbungen, die durch Resonanzen und Auslöschungen entstehen können, führt. Einen etwas trockeneren und mix-freundlicheren Sound erreicht man möglicherweise durch die feinfühlige Verwendung von Envelope-Shaping-Plugins, die nach Art des Transient Designer von SPL die Ausklingzeit also den Nachhall verkürzen. Störenden Raumresonanzen begegnet man erwartungsgemäß mit einem EQ. Da die Störintensität häufig mit bestimmten gesungenen Tönen sowie der dynamischen Lautstärke korrespondiert, ist ein dynamischer EQ, der nur „arbeitet“ wenn es notwendig ist, die optimale Medizin.

Envelope-Shaper-Plug-ins verschiedener Hersteller
Envelope-Shaper-Plug-ins verschiedener Hersteller

3 – Die Aufnahme ist „schmutzig“

Waren die Nachbarn doch zu laut oder hört man den Starkregen durch das Fenster? Hierbei handelt es sich um einen klassischen Fall für das Editing, bei der häufig das „Sauberschneiden“ in Gesangspausen oder der feinfühlige Einsatz eines Gate-Plug-ins eine deutliche Verbesserung bewirkt. Achtung: Nicht alle Atmer wegschneiden, gegebenenfalls einen Atmer aus einem anderen Take verwenden, der frei von Störgeräuschen ist. Gleiches gilt für gesungene Stellen mit überlagerten Artefakten. Sehr problematisches Material könnte man theoretisch alternativ (oder zusätzlich) mit speziellen Postpro-Plug-ins (z.B. iZotope RX) bearbeiten.

Zweites Mikro

Ein letzter Praxistipp zum Abschluss dieses Workshops: Obwohl sich Sänger und Engineer/Producer in einem Raum befinden, ist die Kommunikation aufgrund der Verwendung geschlossener Kopfhörer nicht immer ganz unproblematisch. So ist die Verwendung eines Mikrofons für Anweisungen durch den Recording Engineer hilfreich. Dies kann das möglicherweise eingebaute Talkback-Mikrofon des Audiointerfaces sein oder einfach ein zweites Mikrofon, das in der Nähe des Engineers positioniert ist und bei moderater Lautstärke ständig aktiv ist. Die meisten Interfaces besitzen einen zweiten Mikrofoneingang und Monitormixer zur separaten Regelung der Abhörlautstärke, sodass dies problemlos möglich ist. Doch Vorsicht: Nehmt das korrekte Gesangsmikrofon auf!

In der Wohnung aufnehmen: Bug oder Feature?

Obwohl man bei der Durchführung von „Bedroom-Gesangsaufnahmen“ verschiedene Kompromisse eingehen muss, gibt es Vorzüge, die über die Geldersparnis einer Studiobuchung hinausgehen. Die private Atmosphäre, der häufig fehlende Zeitdruck und weitere Faktoren (darunter Tageslicht!) sorgen für eine entspannte Grundstimmung, die eine Aufnahme und die damit verbundenen kreativen Prozesse durchaus positiv beeinflussen kann. So habe ich mir (trotz vorhandenem Studioraum) in letzter Zeit angewöhnt, meine Kreativecke im Wohnzimmer auch für Gesangsaufnahmen zu nutzen. Von den Künstlern habe ich positive Rückmeldung bekommen und die Qualität entspricht, auch dank der in diesem Workshop beschriebenen Maßnahmen, professionellen Anforderungen.

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(Bild: Shutterstock/PrinceOfLove)

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von Peter Könemann

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