Ratgeber_Drumsets_Mittelklasse
Test
4
19.09.2018

Vergleichstest und Kaufberatung akustische Schlagzeuge der Einsteiger- und Mittelklasse (2018)

Welches sind die besten Anfänger- und Mittelklasse-Drumsets ab 600 Euro?

Hintergrundwissen und Tipps zum Schlagzeugkauf

Nach wie vor gehört das akustische Schlagzeug zu den beliebtesten Instrumenten, daran können auch die derzeit so populären elektronischen Drumsets nichts ändern. Wer lärmresistente Nachbarn oder einen eigenen Übungsraum hat und es so richtig krachen lassen will, kommt an einer „echten“ Schießbude nicht vorbei, allerdings wissen die wenigsten, dass es mit der passenden Zusammenstellung durchaus auch etwas leiser geht. 

Während es in früheren Zeiten nur zwei oder drei gängige Standardkonfigurationen gab, ist die Auswahl heute um ein Vielfaches höher, da aufgrund der breit gefächerten Musiklandschaft der Bedarf nach individuellen Setups deutlich gestiegen ist. Damit ihr euch in der aufregenden Welt der akustischen Drumsets zurecht findet, bringen wir Licht ins Dunkel und verraten Euch, wie viel ihr ausgeben müsst, worauf ihr achten solltet und welches Drumset für euch das richtige ist.

Das akustische Schlagzeug: Quick Facts

  • Wann wurde das Schlagzeug erfunden?

Das Schlagzeug in seiner heutigen Form ist noch relativ jung, nämlich knapp 100 Jahre. Am Anfang der Story steht die Erfindung des Bassdrum-Pedals Ende des 19. Jahrhunderts. Dieses Gerät ermöglichte es, dass Basstrommel und Snare Drum erstmals von einem einzigen Musiker bedient werden konnten. Und als etwa 20 Jahre später auch noch die Hi-Hat-Maschine entwickelt wurde, war der Grundstein für das klassische Drumset endgültig gelegt.

  • Aus welchen Komponenten besteht ein Schlagzeug?

Üblicherweise gehört zu einem Standard-Schlagzeug eine Bassdrum, eine Snaredrum, zwei bis drei Toms, Hi-Hat-, Crash- und Ride-Becken sowie alle dazugehörigen Stative und Pedale.

  • Wie laut ist ein Schlagzeug?

Schlagzeuge können Lautstärken von 100 bis 120 dB erreichen, was vergleichbar mit sehr lauten Arbeitsgeräten wie Motorsäge oder Presslufthammer ist. Aber keine Angst: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, ein Schlagzeug leiser zu machen, sei es durch Auswahl des richtigen Handbestecks oder durch Dämpfung, spezielle Felle, Low Volume Becken oder Ähnliches. Näheres hierzu erfahrt ihr in diesem Artikel.

  • Welches Zubehör braucht man als Schlagzeuger?

Als erstes brauchst du natürlich ein Paar Drumsticks, die nicht zu schwer und nicht zu leicht sein sollten. Probiere einfach im Laden mal die Größe 5A aus, die sich als eine Art Standard etabliert hat. Wenn das Schlagzeug im Raum zu laut ist, empfehlen sich Rods, die sich fast wie normale Sticks spielen, aber leiser sind. Ein Metronom mit Kopfhöreranschluss solltest du dir auch anschaffen, ebenso einen Gehörschutz oder einen speziellen Drummer-Kopfhörer, der quasi eine Kombination aus Gehörschutz und Kopfhörer ist. Zu guter Letzt empfiehlt sich auch ein Schlagzeugteppich, der nicht nur den Trittschall dämpft, sondern vor allem verhindert, dass deine Bassdrum beim Spielen nach vorne wandert.

Welches ist das beste Schlagzeug für Anfänger?

Im Folgenden findet ihr die drei Einsteiger-Drumsets ab 600 Euro, die uns im Test am besten gefallen haben.

Tama Rhythm Mate - Das kleinste Tama kommt mit professionellen Features

Tama kann auf eine lange Tradition im Trommelbau zurückblicken, und diese Erfahrung sieht man selbst dem kleinsten Spross des japanischen Herstellers schon an. Am Rhythm Mate Drumset, aktuell in Komplettausstattung mit Becken für knapp 600 Euro erhältlich, kann man diverse Features entdecken, die man üblicherweise im höheren Preissegment vermuten würde. Das trifft vor allem auf die Hardware zu, aber auch an der Verarbeitung der Kessel aus Pappelholz gibt es absolut nichts zu mäkeln. Das i-Tüpfelchen bilden die hübschen Folien-Finishes, die sich angenehm vom Einheitsbrei abheben.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Pearl Export - Der Klassiker... aktuell wie eh und je

Das Pearl Export kann man getrost als Klassiker bezeichnen. Bereits in den 1980er Jahren setzte dieses Drumset den Maßstab in seiner Preisklasse, und die meisten dieser alten Sets leben immer noch. Auch im Jahr 2018 kann man sich noch auf dieses treue Arbeitstier verlassen, das in der aktuellen Ausführung mit Mischholz-Kesseln aus Pappel und Mahagoni daher kommt. Der Preisunterschied des getesteten Export EXL zum Tama Rhythm Mate erklärt sich vor allem durch die aufwendigen Lack-Finishes. Es gibt das Export aber auch mit Folien-Finishes in Komplettausstattung für rund 650 Euro zu kaufen. 

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Yamaha Rydeen - Der Einstieg ins Yamaha-Universum

Das günstigste Yamaha Drumset kostet, komplett mit Hardware und Becken ausgestattet, knapp 700 Euro, verfügt über sechsschichtige Pappelholz-Kessel und liefert einen soliden, flexiblen Sound sowie eine ansprechende Optik. Punkte sammeln konnte das Set im Test vor allem durch die exzellente Hardware, die durch Funktionalität und Zuverlässigkeit überzeugt und somit ganz in der bekannten Yamaha-Tradition steht.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Welches ist das beste Mittelklasse-Schlagzeug?

Hier präsentieren wir euch die besten Mittelklasse-Drumsets, teils als reine Shellsets (nur Trommeln), teils mit Hardware. Die Becken müssen also in jedem Fall noch dazu gekauft werden.

Gretsch Catalina Maple (7-teiliges Shellset) - Großer Name für kleines Geld

Als einer der ältesten Schlagzeughersteller hat Gretsch seit Jahrzehnten auch preisgünstigere Sets aus asiatischer Fertigung im Programm. Dazu gehören die sehr populären Catalina Drumkits, die in verschiedenen Holzarten erhältlich sind. Flaggschiff ist die Catalina Maple Serie mit Kesseln aus Ahorn. Fünf hervorragend klingende Toms bieten zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten, so dass man mit dem Kit verschiedenste Stilrichtungen bedienen kann. Das 7-teilige Shellset, in dieser Konfiguration nur bei Thomann erhältlich, kostet derzeit rund 800 Euro.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Tama Superstar Classic (komplett ohne Becken oder als Shellset) - Profisound zum Mittelklasse-Preis

Das Superstar war das Drumkit, mit dem Tama in den 1980er Jahren seinen Siegeszug antrat. Mit der aktuellen Ausführung des Klassikers orientiert man sich optisch klar am Vorbild, setzt aber auf Ahorn-statt auf Birkenholzkessel... und die sind ausgezeichnet verarbeitet und klingen hervorragend. Das Kit ist als reines Shellset für rund 680 Euro oder, mit einem qualitativ guten Hardware-Paket, für 1000 Euro erhältlich. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass lediglich drei verschiedene Finishes erhältlich sind, aber die wiederum sind sehr gelungen.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Sonor AQ1 (komplett, ohne Becken) - Tradition trifft Moderne

Der deutsche Traditionshersteller Sonor bietet mit dem AQ1 ein grundsolides Mittelklasse-Set mit Kesseln aus Birkenholz an, das derzeit komplett mit Hardware, aber ohne Becken etwa 1100 Euro kostet. Es gibt zwar nur zwei Finish-Optionen (schwarz und weiß), dafür handelt es sich hierbei aber um hochwertige Lackierungen. Die von uns getestete Studio-Konfiguration mit 20 Zoll Bassdrum ist sehr flexibel einsetzbar, und der mitgelieferte Hardware-Satz hat im Test einen ebenso guten Eindruck hinterlassen.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Worauf ist beim Kauf eines Schlagzeuges zu achten? Hier gibt es die Fakten.

Welche Konfigurationen gibt es und welche ist für mich die richtige?

Fast alle Drumsets der großen Hersteller sind in verschiedenen Konfigurationen erhältlich. Dabei haben sich in den letzten Jahren einige typische Trommelzusammenstellungen etabliert, die im Folgenden erläutert werden. Es sei aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man die Konfigurationen – und das ist das Tolle am Instrument Schlagzeug – natürlich jederzeit beliebig erweitern kann. Seien es nun zusätzliche Toms, Effektbecken wie Splashes oder Chinas, Percussion-Instrumente wie Cowbells oder Timbales oder auch E-Drum Pads – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Standard Drumsets

Das Standardmaß für Bass Drums heißt seit einem halben Jahrhundert 22 Zoll. Betrugen die in früheren Zeiten üblichen Tom-Größen noch 12, 13 und 16 Zoll, so hat sich mittlerweile die Kombination 10/12/16 Zoll durchgesetzt, die eine größere klangliche Bandbreite ermöglicht. Die Dimensionen der Snare Drum betragen üblicherweise 14x5 oder 14x6,5 Zoll.

Studio Drumsets

Hier lautet die Konfiguration meistens: 20 Zoll Bass Drum, 10/12/14 Zoll Toms und eine 14 Zoll Snare Drum. Der Name rührt daher, dass die im Vergleich zur Standard-Konfiguration etwas kleineren Trommeln im Studio leichter zu mikrofonieren sind. Diese Sets eignen sich auch hervorragend für Kinder ab etwa 10 Jahren.

Rock Drumsets

Bei Rockmusik geht es nicht zuletzt um Lautstärke, und die erreicht man am leichtesten mit großen Trommeln. Daher findet man bei den typischen Rock-Konfigurationen oft eine 24 Zoll Bass Drum vor, die mit 12 bis 16 Zoll großen Toms und einer Snare Drum mit den Abmessungen 14x6,5 Zoll kombiniert wird.

Jazz Drumsets

Können nicht nur für Jazz eingesetzt werden und eignen sich auch gut für Kinder ab 7 Jahren. Im Allgemeinen kommen hier Bass Drums mit 18 Zoll Durchmesser sowie zwei Toms in 12 und 14 Zoll zum Einsatz. Die Snare hat üblicherweise das Standardmaß 14x5 Zoll.

Kinderschlagzeuge

Diese Drumsets sind im Allgemeinen für vier- bis sechsjährige Kinder konzipiert und beinhalten meistens eine Kombination aus einer 16 Zoll großen Bass Drum, Toms in 8, 10 und 13 Zoll sowie einer 12 Zoll großen Snare Drum. Der Nachwuchs kommt hier problemlos mit den Füßen an die Pedale und kann somit ohne Einschränkung drauflos trommeln.

Kompakt-Drumsets

Entsprechen von den Größen her etwa den Kinderschlagzeugen, sind qualitativ aber meist besser. Transportfreundlichkeit steht hier im Vordergrund, sodass häufig auch von "Travel Sets" die Rede ist. Diese Gattung eignet sich auch hervorragend zur Begleitung von leiser akustischer Musik.

Cocktail Drumsets

Eine spezielle Gattung, entstanden in den 1940er Jahren und mittlerweile wiederentdeckt. Eine besondere Konstruktion ermöglicht das Spiel im Stehen. Die Größen ähneln denen der Kompakt-Drumsets.

Eine Auswahl an Jazz-, Kinder- und Kompakt-Drumsets findet ihr hier.

Komplettpaket oder Einzelkomponenten?

Die großen Musikgeschäfte oder Webshops bieten komplette, unter der Eigenmarke vertriebene Drumsets teilweise für weniger als 200 Euro an, um damit auch den letzten Unentschlossenen endgültig aus der Reserve zu locken. Hierbei sollte man wissen, dass bei einem solchen Preis natürlich irgendwo Abstriche gemacht werden müssen. Erfahrungsgemäß betrifft dies vor allem die Becken, die in dieser Preisklasse eher an dünne Backbleche erinnern und schon nach kurzer Zeit aussehen wie eine Autokarosserie nach schwerem Hageleinschlag. Für eine länger als ein paar Monate anhaltende Spielfreude wird man diese Becken, ebenso wie die meist sehr dünnen Felle, schon bald austauschen müssen. Somit sind diese Sets auf den zweiten Blick dann nicht mehr ganz so preisgünstig wie sie anfangs erscheinen. Ein halbwegs vernünftiger Beckensatz schlägt mit mindestens 150 Euro zu Buche, und für einen Satz Qualitätsfelle kann man noch einmal etwa 70 Euro dazu rechnen, was dann insgesamt auf einen Gesamtpreis von über 400 Euro hinaus läuft.

Die Qualität und Verarbeitung der Holzkessel ist bei den Billig-Sets meistens akzeptabel, wobei die klanglichen Möglichkeiten aber begrenzt sind. Wer es von Anfang an etwas professioneller angehen möchte und zudem Wert auf die Optik legt, kann sich für 500 Euro aufwärts ein meistens in verschiedenen Farben erhältliches Schlagzeug der bekannten Hersteller als „Shell Set“ zulegen, was bedeutet, dass es sich nur um den Trommelsatz handelt. Stative und Becken müssen also separat erworben werden, dafür sind die Trommeln in dieser Preisklasse aber schon recht ordentlich, und auch die Felle halten stärkeren Belastungen stand. Der Endpreis liegt dann, je nach Qualität der Becken und Stative, bei mindestens 800 Euro.

Welchen Einfluss hat die Holzsorte auf den Sound der Trommeln?

Der Klang einer Trommel wird maßgeblich von der Kesselkonstruktion sowie der verwendeten Holzsorte bestimmt. Bei den heutzutage hergestellten Trommeln handelt es sich im allgemeinen um Schichtholzkessel in unterschiedlichen Stärken. Es werden meistens vier bis neun Holzlagen miteinander verleimt, wobei die Kesselstärken im Bereich von vier bis zehn Millimetern liegen. Bei sehr dünnen Kesseln werden häufig Verstärkungsringe am oberen und unteren Kesselrand eingearbeitet, um die nötige Stabilität zu gewährleisten. In der unteren Preisklasse bis etwa 600 Euro pro Drumset werden generell weiche, preisgünstige Hölzer wie Pappel oder asiatisches Mahagoni verwendet. Der Klang dieser Hölzer ist weich und eher dunkel und von der dynamischen Bandbreite her etwas eingeschränkt. Wer es gerne knalliger und klanglich flexibler mag, sollte sich Trommeln aus Ahorn- oder Birkenholz zulegen, die ab 600 Euro aufwärts von fast allen Herstellern angeboten werden. Weitere häufig verwendete Hölzer sind afrikanisches Mahagoni, Buche, Linde und diverse Edelhölzer. Es ist allerdings nicht die Holzsorte alleine ausschlaggebend für den Sound, denn gerade bei Drumsets, die aus den beliebten Materialien Ahorn und Birke gefertigt sind, gibt es große Qualitäts- und auch Preisunterschiede, die, neben dem Produktionsstandort, zumeist mit der Herkunft und Lagerungsdauer des Holzes zusammenhängen.

Welche alternativen Konstruktionen und Materialien gibt es?

Neben der Schichtholzbauweise gibt es noch weitere Herstellungsmethoden, beispielsweise die traditionelle Fassbauweise, bei der der Kessel („Stave shell“) aus einer Vielzahl vertikal ausgerichteter Fassdauben zusammengesetzt ist. Einige Hersteller fertigen auch Holzkessel aus einem massiven Stück Holz („Solid shells“), welches unter Wasserdampf zu einem runden Kessel verarbeitet wird. Da diese beiden Methoden, die hauptsächlich bei der Herstellung von Snare Drums zum Einsatz kommen, qualitativ hochwertiges Holz und äußerste Sorgfalt bei der Herstellung erfordern, sind die Trommeln relativ teuer. 

Selbstverständlich muss eine Trommel nicht zwangsläufig aus Holz bestehen. Materialien wie transparentes Acryl, Fiberglass, Carbonfiber oder Metall eignen sich ebenfalls für die Herstellung von Snare Drums sowie kompletten Drumsets und bieten dabei etwas speziellere Klangeigenschaften. Solcherlei Exoten findet man vorwiegend in der mittleren und oberen Preisklasse.

Die Snare Drum: Holz oder Metall?

Kernstück des Drumsets ist die Snare Drum, die sich durch den am unteren Fell anliegenden Spiralteppich von den restlichen Trommeln des Drumsets unterscheidet. Ihr Durchmesser kann 10 bis 16 Zoll betragen, wobei die Tiefe zwischen 3 und 8 Zoll variieren kann. Als Standard hat sich der 14 Zoll Durchmesser mit einer Tiefe von 5 bis 6,5 Zoll etabliert. Die Frage, ob denn nun eine Holz- oder eine Metall-Snare die bessere Wahl sei, beschäftigt die trommelnde Zunft seit Jahrzehnten und kann nicht pauschal beantwortet werden. In der untersten Preisklasse klingen Metall-Snares im direkten Vergleich meist etwas besser als ihre Holz-Kollegen und bieten den Vorteil, dass man sie durch gezielte Fellauswahl und Dämpfungsmaßnahmen „zähmen“ kann, falls sie zu hell und aggressiv klingen. In den mittleren und höheren Preisregionen gibt es qualitativ kaum Unterschiede, und ob man nun Holz oder Metall den Vorzug gibt, ist reine Geschmacksache.

Holzkessel klingen im allgemeinen warm und organisch und verschmelzen ideal mit dem Klang der restlichen Trommeln des Drumsets. Stahlkessel produzieren einen höhenbetonten, prägnanten Sound, der sich auch gegen laute Gitarren locker durchsetzen kann.

Weichere Metalle wie Messing, Bronze oder Kupfer haben sich als guter Mittelweg erwiesen, indem sie die gegensätzlichen Eigenschaften von Holz und Stahl in optimaler Weise vereinen. Beim Kauf einer Snare Drum sollte ein besonderes Augenmerk auf den Mechanismus zum An- und Abspannen des Spiralteppichs gelegt werden. Die beweglichen Teile sollten möglichst leichtgängig und geräuschlos funktionieren. Obwohl es von verschiedenen Herstellern aufwändige, beidseitig in der Spannung justierbare Systeme gibt, reicht eine gut funktionierende, einseitig einstellbare Teppichabhebung vollkommen aus. In unserem großen bonedo Snare Ratgeber findet ihr alles weitere, was ihr zum Thema Snare Drums wissen solltet.

Wie wichtig sind die Becken?

Im Gegensatz zu einer Trommel, deren Klang man durch hochwertige Felle, eine schwingungsneutrale Halterung und sorgfältiges Stimmen in bestimmten Grenzen aufwerten kann, gibt es solche Möglichkeiten bei Becken nicht. Das bedeutet, dass man hier, wenn möglich, vor dem Kauf sorgfältig auswählen und vergleichen sollte. Vor allem bei handgefertigten Becken aus B20-Bronze, die es mittlerweile auch im preisgünstigen Bereich gibt, können die Unterschiede auch bei identisch gelabelten Exemplaren recht groß sein. Maschinell gefertigte Becken aus B8-Bronze, die vorwiegend in der unteren Preisklasse vertreten sind, bieten dagegen eine höhere Klangkonsistenz. Grundsätzlich abzuraten ist von den sehr dünnen Becken aus Messingblech, die im Satz für unter 100 Euro angeboten werden, da diese sich sehr leicht verformen können und somit meistens bereits nach kurzer Zeit ausgetauscht werden müssen. Wer klanglich keine allzu großen Ansprüche erhebt, aber Wert auf Haltbarkeit legt, kann im unteren dreistelligen Preisbereich ein halbwegs vernünftiges Basis-Set finden. Für eine Minimalausstattung (Hi-Hat, Crash, Ride) an hochwertigsten handgefertigten B20-Becken dagegen kann man durchaus schonmal zehn Grüne auf den Tisch blättern. Zur Grundausstattung gehören ein Paar Hi-Hats, ein Crash- und ein Ride-Becken. Als Erweiterung bietet sich zunächst ein zweites Crash-Becken an, und wer die Palette an Sounds erweitern möchte, findet bei jedem Hersteller zahlreiche Effektbecken, die nach Lust und Laune miteinander kombiniert werden können. Hier spielen die musikalischen Vorlieben eine große Rolle: Der Metal-Freak drischt bei schnellen Double Bass Parts gerne mal auf ein China-Becken ein, während der experimentierfreudige Drum`n`Bass-Trommler womöglich gerne kleine Splashes in seine filigranen Patterns integriert. Schaut am besten mal in unseren bonedo Becken-Guide, wenn ihr mehr zu dem Thema erfahren wollt.

Stative, Spannreifen, Halterungen – Was muss ich beachten?

Sämtliche Metallteile des Drumsets werden unter dem Begriff „Hardware“ zusammengefasst, wobei die Beschlagteile der Trommeln als „Kessel-Hardware“ bezeichnet werden. Es ist wichtig, zu wissen, dass auch diese Parts Einfluss auf den Sound eines Schlagzeugs haben. An erster Stelle ist hier die Art der Befestigung der Toms zu nennen, die den Holzkessel so wenig wie möglich in seiner Schwingung beeinträchtigen sollte. Während es bis in die 1980er Jahre hinein üblich war, das Böckchen zur Aufnahme des Tom-Halters direkt am Kessel anzuschrauben, findet man diese Konstruktion heute nur noch in der untersten Preisklasse. Es hat sich einfach gezeigt, dass eine frei schwingende Trommel ihr Klangpotential besser entfalten kann, so dass fast jeder Hersteller hier ein entsprechendes eigenes System entwickelt hat. Auch die Spannreifen beeinflussen den Klang einer Trommel, wobei dies am deutlichsten bei der Snare Drum zu hören ist. Im Vergleich zu den herkömmlichen, dreifach gebogenen („geflanschten“) Spannreifen liefern schwere gegossene Reifen bei Rimshots einen deutlich stärkeren Attack und verhelfen auch Rimclicks zu mehr Durchsetzungskraft. Allerdings können diese Reifen bei dünnen Kesseln auch einen verkürzten Ausklang der Trommel zur Folge haben, was nicht immer erwünscht ist. Am besten einfach ausprobieren oder mal in unseren Spannreifen-Vergleichstest reinhören, in dem ihr die Unterschiede zwischen den einzelnen Typen sehr schön hören könnt. Die Anzahl der Spannböckchen variiert im allgemeinen je nach Preisklasse, wobei die Regel lautet: Je preiswerter die Trommel, desto geringer die Anzahl der Spannböckchen. Es geht hier schlicht und einfach um Material- und somit Kosteneinsparung. Trotzdem trifft die Gleichung „mehr Böckchen =  besserer Sound“ nicht zu, denn theoretisch führen weniger Anbauteile am Resonanzkörper sogar zu einem besseren Schwingungsverhalten. Allerdings ist es mit einer höheren Anzahl an Böckchen wiederum leichter, eine gleichmäßige Spannung des Fells zu erreichen, und auch die Stimmstabilität verbessert sich dadurch.

Entscheidet man sich für ein Komplett-Drumset, so ist auch sämtliches Ständermaterial im Lieferumfang enthalten. Doppelstrebige Standbeine liefern hier mehr Stabilität als einstrebige, erhöhen aber auch das Gesamtgewicht der Stative beim Transport. Beim Snare-Ständer ist ein stufenlos einstellbarer Winkel des Haltekorbs grundsätzlich besser als eine gerasterte Einstellung, da sich dadurch mehr Flexibilität bei der Positionierung ergibt. Falls man außergewöhnlich schwere Hi-Hat Becken benutzt, kann sich eine justierbare Federspannung als sinnvoll erweisen, damit das Pedal nicht durch das Eigengewicht des oberen Beckens von selbst nach unten sackt. Besonders wichtig ist auch die Konstruktion der Fußmaschine. Alle Komponenten und Lager sollten möglichst spielfrei sein, und bezüglich der Einstellmöglichkeiten ist es von Vorteil, wenn außer der Federspannung auch der Anschlagwinkel des Schlägels verändert werden kann.

Welche Felle und Sticks sind für meinen Stil die richtigen?

Einen beachtlichen Anteil am Sound einer Trommel haben die Felle. Diese sollten nicht zu dünn sein, da sich sonst schnell Dellen bilden können, allerdings ist gerade dies bei den Drumsets der untersten Preisklasse in der Regel der Fall. Da können also schnell Folgekosten anfallen. Zu bedenken ist aber, dass auch zu dicke Felle sich nachteilig auswirken können, indem sie den Klang der Trommel regelrecht „abtöten“. Mit einlagigen Fellen mittlerer Stärke, die jeder Hersteller im Programm hat, kann man nichts falsch machen, ansonsten heißt auch hier die Devise: Im Zweifelsfall ausprobieren. Bei der Bass Drum ist es ratsam, ein vorgedämpftes Fell zu benutzen, da man sich damit das Ausstopfen der Trommel mit Decken oder Kissen ersparen kann.

Die Auswahl des „Bestecks“, mit dem man seine Drums bearbeiten kann, ist riesengroß. Sticks gibt es in unzähligen Varianten, Stärken, Durchmessern, Längen und Materialien, so dass man einfach danach gehen sollte, welcher Stock sich beim Spielen am besten anfühlt. Eine interessante Alternative, gerade wenn es um leises Spielen geht, sind Rods, die man sich als eine Art gebündelte Mikadostäbchen vorstellen kann. Die Lautstärkeentwicklung der Trommeln und Becken lässt sich mit Hilfe dieser Spezialgeräte stark reduzieren, ohne dass die Spieltechnik dafür verändert werden muss. Dies ist wiederum beim Spiel mit Jazzbesen erforderlich, durch die mittels einer Wischtechnik vor allem der Snare Drum sehr spezielle Sounds entlockt werden können, vorausgesetzt, es ist ein weißes Fell mit aufgerauter Oberfläche aufgezogen. Eine weitere beliebte Variante sind Filzschlägel, welche die Trommeln sehr weich und „paukig“ klingen lassen. Egal welche Werkzeuge man nun benutzt, die Klangpalette des Drumsets vergrößert sich jedenfalls dadurch ganz erheblich, was die Vielseitigkeit dieses Instrumentes unterstreicht.

Wie kann man ein Schlagzeug leiser machen?

Dass ein akustisches Drumset, selbst mit kleineren Trommeln, ziemlich laut werden kann, sollte allgemein bekannt sein, macht doch genau diese Tatsache auch einen der Reize des Instrumentes aus. Daher sollte man wissen, dass es außer der Alternative E-Drumset durchaus weitere effektive lärmreduzierende Maßnahmen gibt. Neben diversen, leider oftmals kostspieligen, Methoden, die Raumakustik zu optimieren, kann man auch am Instrument selbst verschiedene Modifikationen durchführen. So gibt es zum Beispiel spezielle Gummimatten, die einfach auf die Felle der Toms gelegt werden, um diese fast geräuschlos spielen zu können. Allerdings verändern diese Matten deutlich das Spielgefühl und sorgen zudem dafür, dass vom eigentlichen Sound so gut wie nichts übrig bleibt, so dass sie sich eigentlich nur zum reinen Üben eignen. Etwas anders verhält es sich mit den Practice Pads für die Snare, die zumindest ein relativ authentisches Spielgefühl ermöglichen.

Eine weitere Möglichkeit sind die so genannten Mesh Heads , die an Stelle der Felle auf die Trommeln aufgezogen werden. Es handelt sich hierbei um Gewebefelle, die den physikalischen Eigenschaften herkömmlicher Felle sehr nahe kommen, aber dabei fast geräuschlos zu spielen sind. Der Nachteil gegenüber den Gummimatten ist, dass ein kompletter Fellwechsel vorgenommen werden muss, wenn man das Drumset wieder laut spielen möchte. 

In ähnlicher Weise wie die Trommeln können auch Becken mittels Gummimatten gedämpft werden, was aber auch hier den Klang fast vollständig eliminiert. Genügt eine leichte Lautstärkereduzierung, so bieten sich eher spezielle, in verschiedenen Größen erhältliche Beckenunterlagen an. 

Relativ neu auf dem Markt sind die so genannten Low Volume Cymbals, die durch ihre besondere Konstruktion sowie Materialauswahl ein realistisches Spielgefühl bei stark verminderter Lautstärke bieten, wobei der Sound zwar deutlich anders ist als bei herkömmlichen Becken, aber durchaus seinen Reiz hat.

5 Tipps, wie man ein Schlagzeug leiser machen kann, findet ihr hier.

Empfehlungen für Einsteiger-Beckensätze

Millenium B20 - Der Stoff, aus dem die (Becken-)Träume sind

B20 ist die magische Formel, die seit Jahrhunderten die Grundlage zur Herstellung hochwertiger Becken bildet. Bis vor kurzem war es undenkbar, dass dieses Material auch in der unteren Preisklasse verwendet wird, was sich nun durch die Einführung von Milleniums B20-Serie schlagartig geändert hat. Der Beckensatz, bestehend aus Hi-Hat, Crash und Ride kostet aktuell etwa 190 Euro.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Zultan Rock Beat - Echt türkische Handarbeit für den kleinen Geldbeutel

Unter dem Namen Zultan bietet das Musikhaus Thomann seit Jahren Becken, die teilweise in aufwändiger Handarbeit in der Türkei hergestellt werden, zu erstaunlich kleinen Preisen an. Das gilt auch für die Rock Beat Serie, die - wie der Name schon sagt - vor allem im Rock-/Pop-Bereich zu einem ernsthaften Konkurrenten gegenüber den etablierten Serien der großen Hersteller geworden ist. Nichtsdestotrotz sind die Becken – der Satz kostet im Laden derzeit rund 300 Euro – so flexibel, dass man sie auch in anderen Stilrichtungen einsetzen kann.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Sabian B8X - Klassischer B8-Sound für Rock und Pop

B8 ist das Material, das Sabian seit vielen Jahren für seine Becken der unteren Preisklasse verwendet. Naturgemäß eignet sich dieser Werkstoff gut für kräftige, mittenbetonte und durchsetzungsfähige Sounds, wodurch die B8X Becken die ideale Wahl für preisbewusste Rockdrummer sein könnten. Das B8X Performance Set besteht aus Hi-Hat, Crash und Ride und kostet im Laden derzeit etwa 300 Euro.

Link zum Testbericht

Produktseite auf thomann.de

Verwandte Artikel

User Kommentare