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5 Tipps, um ein Schlagzeug leiser zu machen

Welches sind die drei klassischen Sprüche bzw. Fragen, die man sich als Drummer in seiner Laufbahn immer wieder anhören muss? „Schlagzeug kann man auch alleine üben?“ und „Schlagzeug kann man nach Noten spielen?“ oder auch “Ich könnte mit den Händen nie etwas komplett anderes als mit den Füßen machen“. Der vierte Spruch ist allerdings so sicher wie das Amen in der Kirche: „Geht das vielleicht auch etwas leiser?“

Bilder und Collage: Christoph Behm
Bilder und Collage: Christoph Behm

Inhalte

  1. Das Schlagzeug dämpfen
  2. Leisere Sticks benutzen
  3. Die Spieltechnik umstellen – leiser trommeln
  4. Ein kleineres Set spielen
  5. Cajon oder E-Drum spielen
  6. Weitere interessante Inhalte zum Thema


Ob die Mitmusiker in der Band oder genervte Nachbarn in der Hausgemeinschaft, je nachdem wo, wie stark und vor allem wie häufig man in die Kessel haut, gibt es Stress mit den lieben Mitmenschen. Klarer Fall: ein Schlagzeug heißt eben nicht „Streichzeug“, hier ist der Konflikt quasi schon im Namen vorprogrammiert, und unsere rhythmisch-musikalischen Übungen werden bei anderen als purer Lärm wahrgenommen. In den folgenden Tipps schauen wir mal, ob man dagegen überhaupt etwas unternehmen kann?!

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Das Schlagzeug dämpfen

Damit meine ich nicht, kleine Ringe oder Moongel Sticker auf die Felle zu pappen, um die Obertöne zu reduzieren, sondern massive Dämpfung. Eine Möglichkeit ist, mit Dämpfmatten auf Fellen und Becken zu arbeiten. Vorteil: Das Schlagzeug wird deutlich leiser. Klarer Nachteil: Es klingt nicht nur komplett anderes, es fühlt sich beim Spielen auch anders an. Die zweite Möglichkeit ist, alle möglichen Tücher, Decken und sonstiges weiches Zeug in die Trommelkessel zu stopfen. Das tötet den Klang und Körperschall ab, die Trommeln klingen jetzt eher wie Pappkartons, aber zumindest das Anschlaggefühl der Felle bleibt erhalten. Leisere Becken mit realistischem Spielgefühl hat die Firma Zildjian mit den L80 Low Volume Cymbals im Sortiment, als preisgünstige Alternative bieten sich Milleniums Still Cymbals an.

Leisere Sticks benutzen

Das Spiel mit Drumsticks erzeugt die höchsten Pegel, aber es gibt im Handel so einige Ersatzmittel, welche die Lautstärke deutlich reduzieren. Probiert doch mal, mit Hot Rods oder Besen aus Metall oder Kunststoff zu trommeln. Für eine richtig gute Besentechnik muss man allerdings ein paar Jahre Lebenszeit an Übung investieren, mit Ruten aus Bambus kann man aber die gewohnten Sticktechniken – bei reduzierter Lautstärke – nahezu eins zu eins übersetzen. Bedenkt aber, dass der Rebound der gebündelten Stöckchen reduziert ist, Sticks springen einfach besser auf den Trommelfellen. Da aber für das tägliche Üben wohl niemand dauerhaft auf anderes Werkzeug umsatteln will, kommt hier unser nächster Punkt ins Spiel…

Die Spieltechnik umstellen – leiser trommeln

Okay, das ist für viele sicherlich der härteste Einschnitt. Wie, leise trommeln? Ja, das geht, setzt allerdings ein erhöhtes Maß an Kontrolle voraus. Hier muss man also wieder richtig Arbeit investieren. Eine höhere Stimmung der Trommeln und einlagige Felle führen zu leichterer Ansprache bei geringerer Lautstärke, probiert es einfach mal aus. Für den AC/DC Hardrock Trommler ist das sicherlich keine dauerhafte Option. Da hilft wahrscheinlich nur, sich eine andere, ungestörtere Übungsumgebung zu suchen. 

Fotostrecke: 5 Bilder Dämpfungsmatten, wie hier von Thinwood, reduzieren die Lautstärke deutlich.
Fotostrecke

Ein kleineres Set spielen

Einer weitere Alternative, wenn auch lange nicht so effektiv wie die oben angesprochenen Möglichkeiten, ist es, ein Set mit kleineren Kesselnzu benutzen. Statt der 22er Bassdrum und 12“ bis 16“ großen Toms könnt ihr zum Beispiel ein schnuckliges Kinder- oder portables Gig-Set mit 16“ Bassdrum und 10“ bis 13“ großen Toms benutzen. Dünne Felle und leichte Sticks sorgen für weniger Output als ein großes Rock-Set, und weniger zu schleppen hat man obendrein. Es sieht allerdings, je nach Bühnengröße und Stil der Band, womöglich nicht so richtig cool aus.

Cajon oder E-Drum spielen

Wechsel doch einfach das Instrument! Wenn du auf dem akustischen Sektor bleiben möchtest, kannst du dich auf eine „Kiste“ hocken. Für den kleinen Unplugged-Einsatz in der Band oder für die ganz kleinen Gigs ist ein Cajon eine überdenkenswerte Alternative. Wenn du als echter Trommler allerdings ein Bassdrum-Pedal unter dem Fuß und eine Reihe Toms vor der Nase brauchst, hilft nur der Umstieg auf ein E-Drumset, denn dieses hat, trotz aller Nachteile, was Look, Spielgefühl und – gerade bei den günstigeren Modellen – auch die Sounds betrifft, einen unbestreitbaren Vorteil: Du kannst dich auf Zimmerlautstärke drehen und obendrein mit Kopfhörern üben.

Weitere interessante Inhalte findest du hier:
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Bilder und Collage: Christoph Behm

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von Christoph Behm

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Profilbild von Stefan Korth

Stefan Korth sagt:

#1 - 31.05.2016 um 14:51 Uhr

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hm. Okay, das ist hier ein Outlet für Thomann, und die verkaufen unsere Produkte nicht, aber es ist schon komisch, wenn man versucht, einen Artikel über leises Schlagzeugspielen zu machen, und dabei weder Adoro drums, Worship Series, Lidwish Sticks und Heritage Felle erwähnen zu dürfen :-)) - oder haben die Autoren etwa nicht recherchiert?

    Profilbild von bonedo Chris

    bonedo Chris sagt:

    #1.1 - 31.05.2016 um 14:57 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo Stefan, vielen Dank für deinen Kommentar. Dein Product-Placement hast du ja jetzt hinterlassen. Viel Spaß weiterhin auf bonedo.

    Antwort auf #1 von Stefan Korth

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    +1
Profilbild von Dirk Baumbach

Dirk Baumbach sagt:

#2 - 24.02.2017 um 01:19 Uhr

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Vielen Dank für den Beitrag und auch an Stefan für die Ergänzung. Adoro Drums ist immer noch zu laut. Egal ob Kirche, Wohnzimmer oder gar Kinderzimmer. Abdämpfen ist doch aus den 80er Jahren oder? Kleiner usw... Es gibt inzwischen schon deutlich mehr Wege und vielleicht wäre ein umfangreicher Bericht über das Thema angebracht. Ein akustisches Drum kann man leiser machen. Die Tücke liegt im Detail, zugegeben, aber die Mühe lohnt sich. Vielleicht sogar mal Werkzeug, Säge und Bohrer in die Hand nehmen. Viele Wege führen zum Ziel, man muß es nur wollen !

    Profilbild von Stefan Korth

    Stefan Korth sagt:

    #2.1 - 07.04.2019 um 22:03 Uhr

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    Wie kommst du darauf, dass unsere Drums für Kirchen zu laut sind? Unsere Sets ermöglichen in Verbindung mit unseren silent sticks (ehemals lidwish) und heritage heads ein bis zu 80% leiseres Spielen. Damit sind wir nicht nur perfekt für alle schwierigen Raumsituationen, sondern werden auch tatsächlich in theater, Orchester (zb. das linzer Bruckner-Symphonieorchester, Hamburger Staatstheater etc) und eben in inzwischen zahllosen Gemeinden und Kirchen weltweit genutzt.Dabei geht es nicht nur darum, leiser zu sein, sondern eben besser zu klingen, denn das, was drums laut macht, ist nicht ihr Schalldruck, sondern die Diskrepanz davon, wie sie klingen (auf der Bühne) und wie sie klingen sollen (FOH), was zu einem Kräfteringen zwischen Bühne und PA ausartet - ist die PA lauter, klingt das Schlagzeug besser... d.h. Die drums lassen. Meist klanglich zu wünschen übrig. Das muss aber nicht so sein. Man kann unsere Sets unverbindlich antesten, wir schicken sie jeder geplagten Gemeinde, Theater, Symphonieorchester zu, damit die Sets in gewohntem Umfeld angetestet werden können.

    Antwort auf #2 von Dirk Baumbach

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    +2
Profilbild von Lukas

Lukas sagt:

#3 - 27.12.2018 um 18:55 Uhr

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Mein Hinweis:
Gerade bei der Snare heißt kleiner nicht gleich leiser. Kleiner Snaredrums klingen höher und liegen damit vom Frequenzbereich eher in den stärksten wahrgenommenen Frequenzen. Hier lieber eine größere nehmen oder tiefer stimmen.

    Profilbild von bonedo Chris

    bonedo Chris sagt:

    #3.1 - 27.12.2018 um 19:48 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hi Lukas, guter Hinweis! Klar, bei kleineren Snares denken die meisten Trommler immer an knallige, hochgestimmte Sounds. Wenn du allerdings eine kleinere Snare aus einem weicheren Kesselmaterial wählst, wie zum Beispiel Pappelholz, und die Trommel obendrein nicht so hoch stimmst und auch etwas dämpfst, liefert sie definitiv weniger Output als ein Standard 14-Zöller aus Maple oder Metall. So zumindest meine Erfahrung. Dein Hinweis mit dem wahrgenommenen Frequenzen ist natürlich auch richtig. Dicke Becken, hochgestimmte Snares, etc. werden immer als penetranter wahrgenommen. Am Ende steht und fällt es mit der Lautstärke / Energie des Spielers, die sich den akustischen Raumbedingungen (z.B. in Kneipe oder Kirche) anpassen muss. Und daran scheitert es öfter mal, weil viele Trommler eben nicht leise spielen können oder auch nicht leiser spielen wollen. Schöne Grüße Chris

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