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Workshop – Die wichtigsten Effektpedale für Blues-Sounds

Welche Effektpedale benötigt man für welchen Musikstil und/oder Gitarrensound? In unserer Workshop-Reihe “Die wichtigsten Effektpedale für…” zeigen wir euch, welche Pedale sich am besten für die unterschiedlichen Musikstile eignen. Dabei kommen wir ohne viel Chichi direkt auf den Punkt. Und Soundbeispiele der unterschiedlichen Kombinationen gibt es natürlich auch. Los geht es mit Pedalboard-Setups für Blues.

©martihosta, pixabay
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Die Effektpedal-Kombinationen, die in dieser Reihe vorgestellt werden, stehen beispielhaft für den Sound, der ganz charakteristisch für ein bestimmtes Genres steht. Dabei dienen die Pedale, die im Workshop und Video verwendet werden, lediglich als Muster für einen ganz bestimmten Pedaltyp. Ähnliche Sounds erhält man selbstverständlich auch mit anderen Pedalen, die diesem Typ entsprechen.

Pedalboard S-Size

Wah – Overdrive – Reverb
Mit drei Pedalen seid ihr für die meisten Einsätze schon gut gerüstet. Der Overdrive sorgt für die Verzerrung, wobei es sich empfiehlt, ein möglichst transparentes Pedal zu nehmen, das dynamisch auf den Anschlag und die Aktionen mit dem Volume-Poti an der Gitarre reagiert. Der Zerrgrad darf dann nämlich recht hoch eingestellt werden, und wenn es etwas zahmer zugehen soll, kann der Volume-Regler an der Gitarre zum “Entzerren” genutzt werden. Ein Reverb-Pedal lässt den Sound etwas dreidimensionaler werden, wobei ein Federhall hierfür sehr angesagt ist. Ein richtiger Federhall ist keine kompakte Lösung und wer keinen solchen in seinem Amp hat, der kann auf jeden Fall auf digitale Nachbildungen zurückgreifen. Mittlerweile haben auch viele digitale Standard-Reverb-Pedale einen Federhall-Algorithmus an Bord. Nummer drei beim S-Size Pedalboard ist das Wah-Pedal. Der Wah-Effekt ist quasi Pflicht für Blues-Einsätze, denn mit ihm kann man bei Solopassagen die “eigene Stimme” im Gitarrenton noch besser herausarbeiten. Auch bei Rhythmuspassagen ist der Wah-Effekt eine gern gesehene Abwechslung. Vor allem, weil man das Wah so unterschiedlich klingen lassen kann. Auch fest eingestellte Positionen der Wippe klingen sehr interessant. Mehr dazu später, hier sind die drei Effekte mit unterschiedlichen Sounds.

Pedalboard S-Size: Wah - Overdrive - Reverb (v.r.n.l.)
Pedalboard S-Size: Wah – Overdrive – Reverb (v.r.n.l.)
Pedalboard S-Size: Wah – Overdrive – Reverb (v.r.n.l.)
Audio Samples
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Overdrive: Gitarren-Volume zuerst auf 10, dann auf 7 (Stratocaster) Overdrive & Reverb: Reverb Bypass > On (Stratocaster) Overdrive & Reverb: Höherer Effektanteil beim Reverb Wah & Overdrive & Reverb: Wah Effekt mit gleichmäßiger Bewegung (Stratocaster)

Pedalboard M-Size

Wah – Overdrive 1 – Overdrive 2 – Vibe – Reverb
Was ist besser als ein Verzerrer? Na klar: zwei Verzerrer! Bei unserem Medium-Setup sind daher zwei Overdrive-Pedale im Einsatz. Dabei fungiert ein Pedal als Low Gain Overdrive (Tube Screamer), das andere (Okko Diablo) ist auf höhere Zerrgrade getrimmt. Beim Diablo steht der Gain-Regler niedriger als im ersten Setup, wo er für alle Zerrsounds zuständig war. Wenn es richtig krachen soll, werden beide Overdrives aktiviert. Allerdings sollte man dabei mit den Gain-Reglern beider Overdrive-Pedalen etwas sensibler umgehen. Wollt ihr zwei Overdrive-Pedale kombinieren, gibt es einiges zu beachten: Der Frequenzgang der beiden Pedale sollte einigermaßen übereinstimmen. Wenn ein Pedal einen immensen Bass-Boost hat und das andere die Höhen stark anhebt, dann macht das keinen Sinn, denn damit erhaltet ihr keinen homogenen Klang. Mit dem Tone-Regler kann man zwar immer noch etwas kosmetische Feinarbeit leisten, aber wenn die Basis nicht stimmt, wird es kritisch. Der Low-Gain-Overdrive sollte in der Signalkette vor den zweiten Zerrer geschaltet sein. Will man den zweiten Overdrive dann vom ersten anblasen lassen, empfiehlt es sich, dessen Level etwas anzuheben und Gain recht weit unten zu lassen. Meist muss man bei diesem Setup einen Kompromiss eingehen, denn mit einem zu hohen Level würde das Signal des Low-Gain-Overdrives zu laut, wenn er allein im Einsatz ist. Falls ihr mehr über das Zusammenschalten von Overdrive-Pedalen wissen möchtet, empfehle ich euch den Artikel zum Thema Stacking Overdrive Pedals.

Der zweite Neuzugang auf dem M-Size Board ist ein Modulationseffekt, der etwas Farbe ins Spiel bringt. Bei Blues-Sounds ist ja bekanntlich Vintage-Ästhetik angesagt und ich habe mich für ein Pedal entschieden, das einen Uni-Vibe-Sound erzeugt. Aber das ist absolut Geschmacksache. Der Uni-Vibe Sound geht klanglich etwas mehr in Richtung Hendrix, alternativ dazu passt für Blues auch ein Rotary-Effekt (Stevie Ray Vaughan) oder ein Tremolo (Lautstärkemodulation).

Pedalboard M-Size: Wah - Overdrive 1 - Overdrive 2 - Vibe - Reverb
Pedalboard M-Size: Wah – Overdrive 1 – Overdrive 2 – Vibe – Reverb
Audio Samples
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Reverb: Cleaner Ampsound mit Reverb (Stratocaster) Overdrive 1 & Reverb: Low Gain Overdrive (Stratocaster) Overdrive 2 & Reverb: Mid Gain Overdrive (Stratocaster) Overdrive 1 & Overdrive 2 & Reverb: Kombination beider Zerrpedale (Stratocaster) Overdrive 2 & Vibe & Reverb: Vibe zuerst Bypass, dann On (Stratocaster)

Pedalboard L-Size

Wah – Overdrive 1 – Fuzz – Overdrive 2 – Vibe – Delay – Reverb
Für deftige Einsätze ist nun ein Fuzz-Pedal mit an Bord. Wer moderne Blues-Sounds im Stil von Gary Clarke Jr. oder Dan Auerbach (Black Keys) erzeugen möchte, kommt an diesem charakteristischen Zerrer nicht vorbei. Aber mit dezenten Einstellungen lassen sich mit einem Fuzz-Pedal auch alte Clapton-Sounds aus Bluesbreaker- oder Cream-Zeiten imitieren. Aber auch beim Fuzz gibt es eine elementare Sache zu beachten: Manche Fuzz-Pedale sind eingangsseitig darauf angelegt, mit hochohmigen Gitarrensignalen zu interagieren. Das bedeutet, dass sie direkt hinter die Gitarre geschaltet werden sollten. Hängt man sie hinter ein Wah oder auch hinter ein Pedal mit einem Buffer-Amp, kann es mitunter zu klanglichen Unterschieden führen. Das muss man von Fall zu Fall ausprobieren. Das Boss Fuzz beispielsweise kann überall platziert werden, weshalb ich es auch zwischen die beiden Overdrives geschaltet habe, damit man es bei Bedarf mit dem Low Gain Overdrive noch etwas anfeuern kann. Beim Fuzz sollte man auch darauf achten, dass es auf das Volume-Poti an der Gitarre reagiert und nicht permanent Vollgas gibt, auch wenn man den Regler an der Gitarre zurückgenommen hat. Für das L-Size Board wurde zusätzlich in der Kategorie Raumeffekte aufgerüstet und ein Delay-Pedal akquiriert. Damit kann man zum einen die typischen Slapback-Echo-Sounds erzeugen, aber mit etwas höherer Verzögerungszeit (ca. 400 ms) und mehreren Echowiederholungen auch einen Lead-Delay-Wohlfühlsound einstellen. Durch die Echowiederholungen wird quasi ein künstliches Sustain erzeugt und die Töne klingen länger und der Sound insgesamt größer.

Pedalboard L-Size: Wah - Overdrive 1 - Fuzz - Overdrive 2 - Vibe - Delay - Reverb
Pedalboard L-Size: Wah – Overdrive 1 – Fuzz – Overdrive 2 – Vibe – Delay – Reverb
Audio Samples
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Fuzz & Reverb: Zuerst Gitarren Volume auf 10, dann auf 3 (Les Paul) Fuzz & Reverb: Etwas weniger Gain am Pedal, Gitarren Volume 10, Tone 0 (Les Paul) Wah & Fuzz & Reverb: Wah Bypass, dann Fixed Wah in vier unterschiedlichen Positionen (Les Paul) Overdrive 1 & Delay & Reverb: Delay zuerst Bypass, dann mit Slapback Sound (Stratocaster) Overdrive 1 & Overdrive 2 & Delay & Reverb: Delay zuerst Bypass, dann Lead Delay (Stratocaster)

Zum Abschluss hört ihr drei Effektkombinationen im Bandeinsatz: Zuerst eine Tele mit Overdrive 1, Slapback Delay und Reverb. Dann die Les Paul mit Fuzz und Reverb und in der dritten Runde ist die Stratocaster (Volume auf 7) mit Overdrive 2, Vibe und Reverb im Einsatz. Die Rhythmusgitarren sind links eine Les Paul (Overdrive 2 und Reverb) und rechts eine Esquire (Overdrive 1 und Reverb).

Audio Samples
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Das Pedalboard im Band-Einsatz

Folgende Pedale waren in diesem Workshop im Einsatz:

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Alle wichtigen Infos und Tests rund um das Thema Effektpedale findest du hier!

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von Thomas Dill

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