Anzeige
ANZEIGE

Boss eBand JS-10 Test

Boss eBand JS-10 im bonedo-Test – Ist einer von euch schon einmal auf die Idee gekommen, seine Mitmusiker darum zu bitten, für wenigstens 30 Minuten einen Groove in Ab7b9 zu spielen, damit ihr endlich die Fingersätze der Halbton-Ganzton-Tonleiter über einen längeren Zeitraum üben könnt? Die Antworten der Kollegen dürften klar sein …  Umso besser, dass es heute Computerprogramme gibt, mit denen man sich schnell ein paar Backing-Tracks zusammenzimmert und dann stundenlang die ägyptischen Skalen üben kann, wenn es denn sein muss. Noch besser aber sind vorgefertigte Tracks, die auf einem Gerät laufen, das wenigstens Anschlüsse für die eigene Gitarre und einen Kopfhörer hat und vielleicht auch noch eine Ampsimulation bereithält. Denn dann kann es sofort losgehen.

Boss_JS10_012FIN Bild


Und schon sind wir beim Thema, denn die neue Jam-Station von Boss trägt ihren Namen zu Recht, denn sie wartet geradezu darauf, „bejammt“ zu werden. Sie heißt JS-10 und ist das Nachfolgemodell der JS-8. Diesen kleinen Übe- und Mitspielpartner hatten wir bereits im Test, und nun wollen wir wissen, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Mein Kollege Bassel El Hallak hatte in seinem Test den etwas dünnen Sound aus den beiden Speakern bemängelt und ich schätze, seine Worte haben den Weg nach Japan gefunden, denn eine der wichtigsten Neuerungen ist das 2.1 Sound System mit Subwoofer. Was sonst noch alles an Bord ist, erfahrt ihr im folgenden Test.

Details

Gehäuse/Optik

Auf den ersten Blick sieht das neue Modell seinem Vorgänger sehr ähnlich, lediglich die Farbabstimmung der Frontseite in Silber und Schwarz ist überarbeitet und wirkt etwas edler. Der kleine Kunststoffkasten (264 x 209 x 169 mm) steht leicht angewinkelt auf vier hohen Gummifüßen, und das hat auch seinen Grund, denn im Gegensatz zum Vorgänger strahlt hier ein 5 Watt Basslautsprecher nach unten ab und versorgt die Tischplatte mit tieffrequenten Schwingungen. Keine Angst, den erheblich besseren Sound bezahlt man nicht etwa damit, dass jetzt die Tassen wackeln, denn die Gummifüße puffern gut ab. Die Bässe knurren auf den Jamtracks und alles klingt viel transparenter. Die beiden 3,5 Watt Stereo-Lautsprecher sind links und rechts vom Bedienfeld platziert und strahlen nach vorne ab. Die Front sieht sehr übersichtlich aus, oben befindet sich das Display, in der Mitte die verschiedenen Taster zur Bedienung des Players und der Gitarrensimulation. Im unteren Bereich warten drei Anschlussbuchsen und zwei Regler, von denen einer gestackt ist. Man hat hierbei im Großen und Ganzen die bewährte Bedienung des JS-8 übernommen.

Fotostrecke: 6 Bilder Angenehm kompakt und sehr strukturiert
Fotostrecke

Was ist neu?

Neben dem verbesserten Soundsystem hat man nun auch die Möglichkeit, zwei Gitarren anzuschließen, alternativ auch zwei Mikrofone oder Bässe. Für den Input 2 steht auch eine Aux In Buchse (Miniklinke) zur Verfügung, die man statt des Guitar/Mic Inputs benutzen und so zum Beispiel einen Drumcomputer oder ein Keyboard ins Geschehen einbinden kann. Kleinen Jam-Sessions steht so nichts im Wege und auch für den Instrumentalunterricht wird der JS-10 mit den beiden Eingängen noch wesentlich interessanter. Für beide Eingänge gibt es auch die entsprechenden Sounds, wobei natürlich die für Gitarre überwiegen. Und hier gibt es ebenfalls ein Novum zu vermelden, denn im JS-10 arbeitet der Prozessor aus dem neuen GT-100 in einer abgewandelten Version – beim JS-8 waren es noch Sounds aus dem GT-10.
Die Eingangspegel werden mit den beiden übereinanderliegenden (Stacked) Input-Reglern eingestellt und der neue Amp-Taster erlaubt noch schnelleren Zugriff auf die Amp-Sounds. Ansonsten ist die Anzahl der mitgelieferten Jamtracks von 300 auf 350 gestiegen. Alle Neuerungen sind sehr sinnvoll und werten das Gerät in jedem Fall auf.

Rückseite/Anschlüsse

Neben der Buchse für das mitgelieferte Netzteil gibt es auf der Rückseite zwei USB-Anschlüsse. Hier kann der JS-10 mit einem Computer verbunden werden, sodass sich die Jam-Station auch als Audio-Interface mit integrierten Lautsprechern nutzen lässt. Die zweite USB-Buchse ist für einen externen Speicher (Festplatte, USB Stick) gedacht, um weitere Songs in die Kiste zu laden. Eine Klinkenbuchse zum Anschluss eines optionalen Expression-Pedals gibt es auch, damit können zum Beispiel Wah-Effekte per Pedal bedient werden. An der Seite finden sich drei Ausgänge, eine Miniklinkenbuchse für einen Kopfhörer und zwei Cinchbuchsen für das Line Out Signal in Stereo.

Fotostrecke: 4 Bilder Mit den Bedienelementen lässt sich alles nötige einstellen
Fotostrecke

Bedienung

Aber was macht unser Kandidat eigentlich genau? Unsere kleine Stereoanlage hat im internen Speicher, der aus einer SD Card mit 2 GB besteht, bereits 350 Backing Tracks in vielen Musikstilen abgelegt, zu denen man jammen kann. Gitarren werden an die Input-Buchsen angeschlossen und über den internen Signalprozessor mit dem entsprechenden Gitarrensound versorgt. Für jeden Backing-Track ist bereits ein passender Sound vorgefertigt, man kann also tatsächlich direkt loslegen, echtes Plug & Play also. Möchte man zu einem anderen Sound wechseln, findet man über die Effects-Taste weitere vorgefertigte Effektpresets aus verschiedenen Kategorien. Wem das nicht reicht und wer etwas tiefer in die Materie einsteigen möchte, der kann über die Amp-Taste viele Parameter der Amps und der Effekte verändern.
Die Backingtracks können mithilfe des Phrase Trainers in Tempo und Tonart verändert werden und per Center Cancel-Funktion filtert man bei Bedarf Signale aus der Stereo-Mitte, zum Beispiel ein Gitarrensolo oder die Stimme aus einem Originalsong. Über die USB-Schnittstelle können MP3 oder WAV-Dateien auf die interne SD-Card gezogen und so Titel oder Parts, die man heraushören möchte, ebenfalls mit den Phrase Trainer-Funktionen bearbeitet werden. Üben und Heraushören werden natürlich ungemein erleichtert, wenn das schnelle Solo-Lick in halber Geschwindigkeit als Loop läuft. Das heißt zum Beispiel auch, entspannt zu üben und zur Kontrolle ab und zu seine Gitarrenspur aufzunehmen, abzuspeichern und zu kontrollieren.
Das Bedienkonzept ist sehr ausgereift und für alle „Gitarristentypen“ leicht zugänglich. Für die Details kann ein Blick in das Handbuch ganz hilfreich sein, aber auch ohne Anleitung kommt man hier ans Ziel.

Fotostrecke: 8 Bilder Der Standard-Bildschirm
Fotostrecke
Kommentieren
Profilbild von Uwe Cassel

Uwe Cassel sagt:

#1 - 04.02.2013 um 16:26 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich nutze das JS-10 und kann mich dem Test nur anschliessen.
Für mich ist das Teil zum üben ideal, spart mir das Verkabeln von PC etc. um Funktionen wie langsam üben etc. zu nutzen. Auch das schnelle Aufnehmen wenn man mit dem Instrument zum Playback spielt oder aber Gitarren und Mikro nutzt ist sehr praktisch.Ich würde mir nun noch wünschen, wenn der Autor des Testberichts noch die Sounds der Helden auch für dieses Gerät einspielen würde. Die vermisse ich nämlich sehr nach dem Umstieg vom ME-25 und eine Anfragr beim Support bleib leider unbeantwortet.

Profilbild von Bittner, Norbert

Bittner, Norbert sagt:

#2 - 06.06.2022 um 19:01 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Hallo zusammen , Ich habe den Boss Js10 schon eine Weile.Ich benutze ihn zuhause zum üben .Der Sound der Backing Track s ist echt gut und die Gitarreneffekte super . Ich habe eine Fender Strat Medico und bin sehr zufrieden mit dem Sound. Einzigster Nachteil ,,,würde ihn gern mit auf die Bühne nehmen ,aber hab noch kein passenden Ständer gefunden . Aber das nur nebenbei.

Profilbild von Rob

Rob sagt:

#3 - 25.11.2022 um 12:26 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Von mir gibt es alle Sterne. Klar gibt es unzählige andere Möglichkeiten, all die Funktionen anders zu bekommen. Backing Tracks im YouTube. Band-in-a-Box und Cubase. Ist natürlich flexibler und leistungsfähiger. Aber mal allen Ernstes: Soll ich die ganze Zeit beim Spielen den Monitor vor dem Gesicht haben? Und immer der ganze Aufwand für ein paar Minuten Spielen? In meinen Augen ist der JS-10 perfekt fürs Üben am Abend mit Kopfhörer oder für Privatunterricht. Mal kurz eine Viertelstunde an die Gitarre oder den Bass. Schnell eine Idee recorden. Eine MP3 aus dem Proberaum und per Kopfhörer alleine proben. Was für mich fehlen würde: per USB an den PC anschließen und dort ein übersichtliches Interface, um die individuellen Einstellungen zu machen, Dinge wie Quick-Presets für häufig genutzte Dinge speichern und so. Das Mäusekino mit den Tasten zu bedienen ist möglich aber schon ziemlich Nineties. Wobei: schnell vergessen, wenn ich wieder das Griffbrett in den Fingern haben. Daher wie gesagt: volle Sterne!

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.