Apple Logic Pro X 10.2 Test

Praxis

Installation

Besteht bereits eine Version von Logic Pro X auf dem Mac, wird lediglich das Update auf 10.2 im Mac App Store unter „Updates“ mit einem einfachen Klick auf „aktualisieren“ heruntergeladen und installiert. 
Befindet sich auf dem Mac bisher keine Version von Logic Pro X, ist Folgendes zu beachten: Voraussetzung zur Neuinstallation ist ein Macintosh mit OS X 10.9.5 oder neuer, 4 GB RAM Arbeitsspeicher und 6 Gigabyte freiem Speicher für die Größe der Mindestinstallation. Zur Neuinstallation ist lediglich der Kauf im Mac App Store erforderlich. Der etwa 1 GB große Download wird automatisch heruntergeladen und installiert. Jegliche weiteren Downloads des Logic Contents wie EXS-Instrumente, Apple Loops, Faltungshall-Impulsantworten erfolgen beim ersten Start von Logic oder nachträglich per Auswahlmenü unter „zusätzlichen Inhalt laden“. Der komplette Inhalt von Logic Pro X hat, laut der Info im Mac App Store, einen Umfang von ca. 45 Gigabyte, wobei alleine für Alchemy 14 GB erforderlich sind.

Fotostrecke: 2 Bilder Logic bietet viele Gigabyte zusätzlichen Inhalt, der jederzeit heruntergeladen werden kann.
Fotostrecke

Alchemy

Der Alchemy macht im Vergleich zur bisherigen Version einen aufgeräumteren, intuitiver zu bedienenden Eindruck. Beobachtet man bei der Verwendung die CPU-Anzeige, sieht man, dass Logic unter der Verwendung von Alchemy doch recht viel zu tun hat. Hier wurde allerdings mitgedacht und dem Alchemy eine Funktion zur Auswahl der Verarbeitungsstufen Draft, Good, Great und Ultra geschenkt. Wechselt man von Ultra auf Draft, nutzt der Alchemy je nach Preset erstaunlicherweise knapp die Hälfte an CPU-Ressourcen. Beim Laden einer Alchemy-Instanz ist diese ohne lange Ladezeit verfügbar und auch das Laden der Presets dauert fast nie länger als eine Sekunde.
Das Durchfahren von acht Sound-Einstellungen (Snapshots) mit dem X-Y-Pad wird sicherlich den Workflow so mancher Performance verändern. Sind die Snapshots einmal angelegt oder nutzt man die Snapshots der vorgefertigten Presets, können sie nahtlos ein- und ausgeblendet werden. Seht selbst:

Alchemy war schon zuvor mit einer großen Preset-Library ausgestattet. Seit der Integration in Logic bringen über 3000 vorgefertigte Sounds ein breites Spektrum an Klangvielfalt mit sich. Ich habe einige interessante Presets herausgepickt und sie mit dem X-Y-Pad automatisiert:

Audio Samples
0:00
Mighty Wobble Bass Water Rings Techno Chord Hit Gentle Sine Bells Dream Voice

Der Alchemy bedient wahrlich ein umfangreiches Klangspektrum in puncto Arpeggio-Sounds und atmosphärischen Klangwelten. Auch bei Wobble-Bässen und FX-Klängen scheint er „wie dafür gemacht“ zu sein. Die Schwächen liegen nach wie vor bei Strings und Organ-Sounds, wodurch der Alchemy nicht als Allrounder anzusehen ist. Presets sind in diesem Bereich daher auch kaum vertreten. Dennoch ist Alchemy durch seinen qualitativ sehr hochwertigen Sound, seine umfangreiche Preset-Library und nicht zuletzt durch sein X-Y-Pad zur Performance-Steuerung eine wahre Bereicherung für Logic, das steht außer Frage.

Neue Mini-Features

Manchmal sind es die kleinen Dinge im Leben, die Freude bereiten oder die wie in diesem Fall schlicht den Workflow beschleunigen. Auch Logic X 10.2 bringt wieder eine Reihe kleiner Funktionen mit, deren großer Nutzen nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich wird:

Spuren anlegen mit Instrument- und Channelstrip-Preset

Gleich beim Erstellen eines neuen Projektes sprang mir beim Anlegen einer Spur ein neues Feature entgegen, mit dem sich Channelstrip-Einstellungen und auch AU-Instrument, also sogar die der Dritthersteller, schon für die anzulegende Spur öffnen lassen. Somit wird eine Instrument-Spur gleich mit dem Instrument geöffnet, das dafür benötigt wird.

Fotostrecke: 3 Bilder Beim Erstellen neuer Spuren,…
Fotostrecke

Reverse

Eine Funktion hat mir besonders gut gefallen: eine nondestruktive Reverse-Funktion. So können Audio-Regionen rückwärts abgespielt werden, ohne dazu das eigentliche Audiomaterial zu invertieren. Das klingt zunächst unspektakulär, im Workflow erspart es jedoch ein vorheriges Bounce-In-Place, das bisher nötig war um nur eine einzige Region zu invertieren. Da die neue Reverse-Funktion aber nondestruktiv ist, wird nicht die eigentliche Audiodatei auf der Festplatte, sondern nur die Region rückwärts abgespielt. Für mich ist das ein kleines Workflow-Highlight – klein aber fein! 

Kommentieren
Profilbild von Krypto

Krypto sagt:

#1 - 08.10.2015 um 10:01 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Der Test hört sich nach Apple und Logic fan.
Doch wie eben erwähnt, ärgern sich die anderen, was es auch tut.
Nicht das Apple damals Logic übernommen hatte, nein, es muss auch auch Alchemy übernehmen um nur auf ihren Kisten und DAW zum laufen zu bringen.
Ich kenne keine andere Firma die sowas tut. Und dann wundert man sich warum es Apple-hater gibt.
2 mal hat Apple mir gute Software weg genommen und nein ich gebe nicht soviel Geld für diese Kisten aus damit ich weiter arbeiten kann.

    Profilbild von Henry

    Henry sagt:

    #1.1 - 11.10.2015 um 22:48 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Immer wieder schön zu lesen, solche Kommentare. Wo steht denn bitte, dass du mit deiner gegenwärtigen Software nicht weiter arbeiten kannst, nur weil es neue Versionen gibt?
    Und ja, andere Softwarefirmen machen sowas auch, und zwar dauernd. Adobe, Facebook, Google, Microsoft, Oracle usw. kaufen ständig andere kleine Firmen auf, um ihr Portfolio zu erweitern. So funktioniert die Welt.

    +1
Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.