Wenn es einen Fachmann für die deutschen Vintage-Drums aus dem Hause Trixon gibt, dann ist es Ingo Winterberg. Von seiner Leidenschaft und Expertise zeugt ein gerade erschienener, 294 Seiten starker Hardcover-Wälzer mit dem Titel „The World of Trixon Drums & Percussion“.

Man kann kaum umhin, erst einmal ein „Wow!“ auszurufen, wenn man die knapp zwei Kilo dieses wahrhaft umfassenden, DIN-4-großen, fadengebundenen, limitierten Opus in Händen hält. Das bis in jede Pore hinein mit viel Liebe gemachte Buch hat Ingo Winterberg mehr oder weniger im Alleingang erstellt. So zeichnet er verantwortlich für deutsche/englische Textpassagen, farbige Abbildungen und (Detail-)Fotos (klarer Schwerpunkt), Layout, Druckvorlagen und Vertrieb. Dem Ansatz erlaubt das dicke, glänzende Papier einen angemessenen Auftritt. Überdies ist jedes der derzeit 100 gedruckten Werke einzeln nummeriert und vom Autor signiert.

Eingearbeitete Kleinigkeiten
Mit dieser regelrechten Trixon-Bibel erreicht das gedruckte Werk Winterbergs nach „Trix on Trixon – The Story of the German Drum Company“ (2007) und „The Trixon Collection“ (2010) zweifellos seinen bisherigen Höhepunkt. Immer wieder sind es eingearbeitete Kleinigkeiten – wie beispielsweise die Verwendung des Orginal-Trixon-Briefpapier-Layouts aus den 1960er-Jahren für das Vorwort –, die das Lesen zu einer Entdeckungsreise machen, welche auch auf den zweiten und dritten Blick noch so manches bereithält.

Von den Exponaten zur Geschichte
Stichwort Entdeckungsreise: Auszugraben gibt’s in diesem Schmöker für den Ohrensessel wirklich alles, was die Trixon-Welt zu bieten hat – und das ist weitaus mehr als die „Speedfire“-Sets mit ihren ‚verbogenen’ Bassdrums oder die konischen Kessel, die man landläufig sicher als Erstes mit Trixon als Hersteller verbindet. Die vorgestellten Exponate stammen dabei fast vollständig aus Winterbergs persönlicher Sammlung und sind per Katalognummer ausgewiesen.
Über die abgedruckten QR-Codes kommt man zusätzlich zu Tonbeispielen und Videos auf Winterbergs Webseite, die er schon seit vielen Jahren betreibt und pflegt. Winterberg erzählt zu den einzelnen Exponaten – darunter über 40 Drumsets mit genauen Spezifikationen, 70 Snaredrums, Hardware, Percusioninstrumente und Vibraphone – immer wieder auch und gerade die persönlichen Geschichten, wie die einzelnen Exponate zu ihm kamen und was ihren besonderen Reiz ausmacht. Dazu gibt’s Auszüge aus historischen Katalogen, Werbeanzeigen, Zeitungsausschnitte, Fotos zum Beispiel von der Frankfurter Musikmesse und, und, und.

Leidenschaft als Motivation
Anhand dieser Sammlerstücke entfaltet Winterberg die Geschichte der 1947 von Karl-Heinz Weimer gegründeten und Anfang der 1970er-Jahre wieder verschwundenen Firma aus Hamburg, die allerdings nirgends wirklich am Stück erzählt wird. Vielmehr ergibt sich Geschichtliches immer ‚nur‘ anhand einzelner Instrumente und ihrer Eigenheiten. So ist das Buch gleichsam eine Geschichte über Sammelleidenschaft, Liebe zu Vintage-Drums, die Szene hierzulande und international sowie einfach über alles, was mit Trixon zu tun hat – und das ist, so weiß man allerspätestens nach der Lektüre dieses außergewöhnlichen Buches, so einiges, das man so vielleicht gar nicht auf dem Schirm hatte.

294 Seiten, Deutsch und Englisch, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, 49 Euro; Info/Bestellung: www.trixondrums.de























