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Zoom LiveTrak L-12 Test

Der Papierform nach ist der LiveTrak L-12 eine interessante Kombination aus USB-Audiointerface, Livemixer und Stand-alone-Rekorder. Auf dem ersten Blick würde man dem kompakten Gerät kaum eine derartige Funktionsvielfalt zutrauen: Zwölf Eingangskanäle, Effektsektion, fünf Monitorwege und die Möglichkeit, alle Eingangssignale einzeln über das eingebaute USB-Interface aufzuzeichnen – das ist schon eine Ansage. Wir lesen das Kleingedruckte und testen das Gerät auf Herz und Nieren.

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Details

Widmen wir uns dem Lieferumfang. Neben dem LiveTrak gibt es eine Kurzanleitung, ein USB-Kabel und ein externes Netzteil. Eine SD-Karte muss zusätzlich erworben werden. Das kompakte Kunststoffgehäuse ist gut verarbeitet und übersichtlich strukturiert.
Auf der linken Seite befinden sich zwölf Eingänge. Kanal 1 – 8 sind mikrofontauglich, wobei die ersten beiden Kanäle auch den Anschluss von Bass und E-Gitarren (Hi-Z) erlauben. Die Kanäle 9/10 und 11/12 sind stereo ausgelegt und bieten wahlweise Klinken- oder Cinch-Eingänge. Die Mikrofonkanäle verfügen über Gain-Potis samt Pad-Taster; für Kondensatormikrofone steht eine in Viererblöcken schaltbare Phantomspeisung bereit. Die Kanäle 1 – 8 besitzen zudem einen Ein-Knopf-Kompressor.
Über den Select-Taster lässt sich in jedem Kanal ein digitaler Channelstrip aktivieren. Dieser verfügt über einen dreibandigen EQ mit semi-parametrischen Mitten, Low Cut, Pan-Poti und FX-Send-Encoder. Auf der rechten Seite notieren wir gleich fünf Kopfhörerausgänge, die das Summensignal oder bis zu fünf unabhängige Monitormixe ausspielen.
Darunter residiert die Steuerung des SD-Card-Rekorders, der die Aufnahme von 14 Spuren erlaubt (12 Eingangskanäle + Stereosumme). Verwaltet wird das Gerät über ein LC-Display. Ein Push-Encoder führt den Anwender durch das übersichtliche Menü. 

Der Lieferung des LiveTraks mit Netzteil, USB-Kabel und Kurzanleitung ist ordentlich. Lediglich eine SD-Karte für den eingebauten SD-Rekorder steht auf der Vermisstenliste.
Der Lieferung des LiveTraks mit Netzteil, USB-Kabel und Kurzanleitung ist ordentlich. Lediglich eine SD-Karte für den eingebauten SD-Rekorder steht auf der Vermisstenliste.

Kopfhörermixe und Szenensteuerung

Um einen der fünf Kopfhörermixe zu erstellen, wählt man den entsprechenden Bus (Master oder Bus A bis Bus E) über die Fader-Mode-Taster. Die Mixe werden dann ähnlich dem bekannten Sends-on-Fader-Mode erstellt und über die korrespondieren Kopfhörerausgänge in der Monitor-Out-Sektion ausgespielt. Da der Kandidat keine Motorfader besitzt, zeigen die Meteranzeigen beim Wechsel der Monitorbusse die Einstellungen für einige Sekunden an, bis sie wieder ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen. Mit etwas Eingewöhnungszeit navigiert man sicher durch die entsprechenden Mixe und gelangt schnell zu einem ansprechenden Ergebnis.
Spielt man in mehreren Bands oder arbeitet an unterschiedlichen Projekten, dann dürfte die eingebaute Szenensteuerung ein willkommener Helfer sein. Auch hier gilt die Devise: einfach aber effektiv. Über die On-Taste wird die Szenensteuerung aktiviert. Neun Speicherplätze stehen zur Verfügung, deren Verwaltung gelingt über die Taster Save und Recall.

Spezialeffekte

Der LiveTrak stellt 16 Hall- und Delay-Algorithmen zur Auswahl. Diese lassen sich über zwei Encoder (Tone und Time sowie Decay und Feedback) verfeinern. Über den Channelstrip wird der Effektanteil für jeden Eingangskanal über den Send-EFX-Encoder zugemischt. Dem Effekt-Return wurde sogar einen eigener Fader samt Meteranzeige und Mute-Taste spendiert. Schade allerdings, dass in der Effektsektion Modulationseffekte wie Chorus und Flanger fehlen.
In den Audiobeispielen findet ihr neben der Hall- und Delay-Abteilung zwei Soundfiles (Vocals und Drums), welche die Arbeitsweise der Ein-Knopf-Kompressoren demonstrieren. Hier wird die Kompression nach und nach auf 100 Prozent und wieder zurück gemischt, so dass die Arbeitsweise des Kompressors deutlich zu hören ist.  

Die fünf Kopfhörerverstärker können wahlweise die Summe oder einen individuellen Kopfhörermix ausspielen. Die Effektabteilung des L-12 befindet sich rechts neben dem digitalen Channelstrip.
Die fünf Kopfhörerverstärker können wahlweise die Summe oder einen individuellen Kopfhörermix ausspielen. Die Effektabteilung des L-12 befindet sich rechts neben dem digitalen Channelstrip.
Audio Samples
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Analog Delay Hall2 Pingpong Delay Plate Reverb Spring Reverb Vocal2 Vocal Kompressor Drums Kompressor

Recording

Der LiveTrak L-12 kann am Mixer anliegenden Signale auf zweierlei Weise aufnehmen: Über das eingebaute USB-2.0-Audiointerface lässt sich der L-12 mit einer DAW verbinden. Für macOS und Windows werden Treiber benötigt, in einem speziellen Class-Compliant-Modus arbeitet es auch treiberlos mit iOS-Geräten zusammen.
Noch einfacher ist es, alle Spuren mit dem eingebauten SD-Card-Rekorder aufzuzeichnen. Der Menüpunkt „SD Card Remain“ verrät jederzeit den verfügbaren Restspeicherplatz. Aufnehmen lassen sich die zwölf Eingangskanäle und die Stereosumme im Wave-Format. Der Recorder erlaubt es außerdem, Projekte/Songs anzulegen, ein Metronom über die Kopfhörer auszuspielen und Aufnahmen mit Overdubs zu vervollständigen.
Das gut ablesbare Display des Recorders zeigt die wichtigsten Parameter (z. B. Songlänge) an. Sollte der LiveTrak L-12 nicht im gleichen Raum wie die Musiker stehen, ist die Kommunikation zwischen Aufnahme- und Regieraum über das eingebaute Talkback-Mikrofon möglich. Ein Rundum- Sorglos-Recording-Paket.

Fotostrecke: 6 Bilder Kompakt und erstaunlich vielseitig – die Zoom LiveTrak L-12 All-in-One-Lösung
Fotostrecke
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Profilbild von Rob F

Rob F sagt:

#1 - 01.07.2020 um 21:20 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Meine Erfahrungen mit diesem Teil sind:
1. Batterien sind ein Notbehelf, eine USB Powerbank, die 5000 oder besser 10000 mA/h Kapazität hat, ist besser.
2. Um Energie zu sparen, sind manche Funktionen einfacher gestaltet, die Klangregelung ist ein 3 Band EQ mit festen Frequenzen. Bei Aufnahmen und Podcasts sicher ok, bei Livemusik kann es schon mal schwer werden, Rückkopplungen zu vermeiden.
Ich habe einfach für die Gesänge und Sprache die TC Electronic Geräte Mic Mechanic und Duplicator vorgeschaltet, die den Stimmenklang bearbeiten, so dass er deutlich besser kommt.
3. Eingangsanzahl ist begrenzt. Meist komme ich aus, manchmal nicht. Ich habe dann mir einen kleinen Mixer für 2 Mikrofone zugelegt, der über USB mit Strom versorgt wird. Darüber laufen 2 Gesangsmikrofone, die im Zoom denselben Effekt und Effektanteil bekommen.
4. Am besten gefallen mir die Effektprogramme, die für Vocal gedacht sind, ich kann damit einen recht dichten, angenehmen Hall abrufen oder einen Sound, der mehr nach Echo klingt.
5. Manche Funktionen nutze ich nicht, wie die Funktion, mit der man WAV-Dateien abspielen kann. Aber ich kann mir schon vorstellen, dass diese bei Radiosendungen sicher punktet.
Überhaupt nutze ich ja dieses Teil nicht richtig aus.
So richtig dürfte das Teil aufblühen, wenn man damit einen Livestream mit Ton versorgt, nebenbei noch für die Aufzeichnung alles mehrkanalig aufnimmt.

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