Anzeige

Drum-Programming Tutorial #1 – MIDI-Basics

Ein wasserfestes Grundwissen zum Thema MIDI und zu den Zusammenhängen in der DAW kann beim Drum-Programming nicht schaden! Deshalb konzentriert sich der erste Teil unserer Workshop-Reihe auf die technischen Grundlagen. Keine Lust auf Theorie? Dann geht es hier zu Folge 2.

Teaser_1_Einfuehrung_MIDI_Basics_1260x756_v01


Die Frage, mit welcher DAW-Software man arbeitet, scheint auf den ersten Blick entscheidend zu sein – und natürlich stimmt es, dass Anwendungen wie Cubase, Studio One, Live, Logic oder Pro Tools in ihrem grafischen Layout, in der konkreten Bedienung und in einigen Alleinstellungsmerkmalen voneinander abweichen. Die allgemeinen Prinzipien sind aber die gleichen. Und wenn man diese verstanden hat, ist es ein Leichtes, sich in allen möglichen Software-Umgebungen so zurechtzufinden, dass man relativ schnell mit dem kreativen Part des Programmierens loslegen kann.

MIDI-Spur und Klangerzeuger

Zunächst gilt für das Programmieren von Drums das Gleiche wie für das Programmieren von allen anderen Instrumenten auch: Man arbeitet mit einer Instrumentenspur, die selbst wiederum eine Kombination aus einer MIDI-Spur und einem Klangerzeuger ist. Auch wenn dieser Spurtyp nicht in allen DAWs den gleichen Namen hat, ist das Konzept doch überall zu finden.

Bei einer Instrumentenspur handelt es sich um eine Kombination aus einer MIDI-Spur und einem Klangerzeuger.
Bei einer Instrumentenspur handelt es sich um eine Kombination aus einer MIDI-Spur und einem Klangerzeuger.

Der Part der MIDI-Spur beschäftigt sich im Wesentlichen mit der Frage, wann welche Note gespielt wird, wie lange sie gehalten wird und wie hoch die Anschlagstärke ist. Es geht hier also um reine Steuerdaten, die im Fachjargon als Note-On, Note-Off und Velocity bezeichnet werden. Man kann sich das wie ein eine Art Notenblatt vorstellen, das man im Prinzip auch einem Musiker aus Fleisch und Blut vorlegen könnte. Ob dieser nun in einem Top-Studio sitzt und ein edles Drumset bedient oder ob er mit Kochlöffeln auf Mutters Töpfen trommelt, steht auf einem anderen Blatt.

Fotostrecke: 5 Bilder Ableton Live enthält standardmäßig das Drum Rack, das man zum Erzeugen einer Instrumentenspur (in Live heißt es offiziell MIDI-Spur) ganz einfach aus dem Browser in den Drop-Bereich zieht. Die zugehörigen Bedienelemente finden sich im unteren Fensterbereich.
Fotostrecke

MIDI-Editoren und Mapping

So weit so gut! Aber wie bringt man denn nun die Noten auf die MIDI-Spur? Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Variante wäre, einen MIDI-Controller wie ein Master-Keyboard oder Drum-Pads im MPC-Style über USB oder MIDI mit dem Rechner zu verbinden sich im Finger-Drumming zu üben. Auch ein komplettes E-Drumset lässt sich natürlich verwenden. Wenn man ganz einfach Noten mit der Maus setzen will, dann macht man das über einen MIDI-Editor. Dabei handelt es sich um ein Standard-Werkzeug in jeder DAW.
Der Aufbau eines MIDI-Editors folgt typischerweise dem Piano-Roll-Prinzip und so ein Editor wird gerne auch als Key-Editor bezeichnet. Noten werden in einem horizontalen Zeitraster bzw. Gitter oder Grid angezeigt (lässt sich in der Auflösung anpassen auf Achtelnoten, Sechzehntelnoten, etc.) und orientieren sich vertikal mit ihrer Tonhöhe an den schwarzen und weißen Tasten einer Klaviatur, die auf der linken Seite dargestellt wird. Zum Einzeichnen von Noten wählt man ein Stift-Werkzeug aus und programmiert drauflos. Die Anschlagstärke (Velocity) zeigt sich in den meisten DAWs einerseits durch farbliche Schattierungen der Noten und andererseits durch eine Controller-Spur, die sich für gewöhnlich im unteren Bereich des Editors einblenden lässt.

Fotostrecke: 6 Bilder Der MIDI-Editor in Ableton Live beim Bearbeiten eines Clips, der auf einer Instrumentenspur mit dem Drum Rack sitzt. Die Anschlagstärke der einzelnen MIDI-Noten kann im Bereich unterhalb des Piano-Roll-Editors bearbeitet werden.
Fotostrecke

Bei der Frage, welcher Sound von welcher Taste auf der Klaviatur getriggert wird, kommt das Mapping ins Spiel. Viele Standard-Mappings, die beim Laden eines Klangerzeugers/Presets automatisch abgerufen werden, zeigen eine leichte Anlehnung an den alten General-MIDI-Standard bzw. GM-Standard. So findet man beispielsweise häufig eine Bassdrum auf dem C1 und eine Snaredrum auf dem D1. Sehr hilfreich ist, dass viele DAWs bei Verwendung der mitgelieferten Plug-ins die Namen der verknüpften Sounds direkt in den MIDI-Editoren anzeigen. 
Gerade bei der Verwendung von komplexen Klangerzeugern, die auf akustische Drums spezialisiert sind, kann das Mapping allerdings sehr vielschichtig werden. Das hängt vor allem mit einer oft großen Anzahl von Artikulationen pro Instrument zusammen. Der Toontrack Superior Drummer 3 bietet beispielsweise bis zu 27 verschiedene Möglichkeiten, eine Hi-Hat anzuspielen und sorgt damit für einen extrem hohen Realitätsgrad. Wenn man zumindest eine Auswahl dieser Spielweisen aus einer MIDI-Spur heraus ansteuern will, dann müssen diese über ihren jeweils eigenen Tasten auf der Klaviatur spielbar sein. So komplexes Mapping lässt sich bei den meisten Klangerzeugern über die Benutzeroberfläche und zum Teil im Zusammenspiel mit (zumeist mitgelieferten) Mapping-Presets einrichten.

Fotostrecke: 3 Bilder Bei einem simplen Klangerzeuger wie Impact aus Presonus Studio One regelt sich das Mapping dadurch, dass man einzelnen Pads unterschiedliche Sounds zuweist, von alleine. Die zugehörige Tonhöhe ist in der linken unteren Ecke jedes Pads zu sehen.
Fotostrecke

Letztendlich ist bei komplexem Mapping immer wieder ein Blick auf die Programmoberfläche des Klangerzeugers oder eventuell in die Dokumentation nötig, um abzugleichen, auf welcher Taste der Klaviatur welcher Sound liegt. Dies ist alleine schon wichtig, da man oft nicht einmal den Überblick darüber hat, wie viele Artikulationen eines Instruments überhaupt verfügbar sind. Zumindest Cubase und Studio One bieten allerdings die Möglichkeit, eigene Drum-Maps zu erstellen und den Tasten im Editor zusätzliche schriftliche Bezeichnungen zu verpassen. Das kann sehr hilfreich sein!

Fotostrecke: 2 Bilder Der Dialog zum Erstellen einer Drum-Map in Presonus Studio One.
Fotostrecke

Ein weiterer Punkt ist, dass manche Klangerzeuger interne MIDI-Sequencer bieten, die sich mit der Wiedergabe der DAW synchronisieren. Dies gilt beispielsweise für den bereits angesprochenen Toontrack Superior Drummer 3 oder auch FXpansion BFD 3. In diesem Fall ist das Mapping natürlich kein Thema, da keine Übersetzung zwischen den Tonhöhen in der MIDI-Spur und den internen Sounds stattfinden muss. Ein Nachteil ist, dass die zugehörigen Editoren oft nicht so flexibel sind wie die Tools einer DAW.

Der Toontrack Superior Drummer 3 bietet eine interne MIDI-Spur und einen recht vollständigen Grid-Editor, bei dem man sich keine Gedanken über das Mapping machen muss.
Der Toontrack Superior Drummer 3 bietet eine interne MIDI-Spur und einen recht vollständigen Grid-Editor, bei dem man sich keine Gedanken über das Mapping machen muss.

Zusammenfassung

Beim Drum-Programming arbeitet man mit einer Kombination aus einer MIDI-Spur und einem Klangerzeuger, wobei die MIDI-Spur nur die Patterns enthält und der Klangerzeuger für das Abspielen der Sounds zuständig ist. Eigene Grooves und Patterns lassen sich über einen MIDI-Editor programmieren, der typischerweise nach dem Piano-Roll-Prinzip aufgebaut ist. Vor allem bei der Verwendung von vielen Sounds bzw. Artikulationen ist es dabei wesentlich, sich einen Überblick über das das Mapping zu verschaffen und zu wissen, welche Artikulationen zur Verfügung stehen und auf welchen Tonhöhen sie liegen.
So viel zu den MIDI-Basics in Bezug auf das Drum-Programming. Wer sich weiter in die Materie einlesen und noch mehr Hintergründe erfahren will, der findet hier einen allgemeiner gehaltenen Workshop zum Thema. In der nächsten Folge geht es mit den ersten selbst programmierten Patterns los.
Hier findet ihr die wichtigsten DAWs CubaseStudio OneLivePro Tools sowie Toontrack Superior Drummer 3Fxpansion BFD 3 bei Thomann.de.

Hot or Not
?
Teaser_1_Einfuehrung_MIDI_Basics_1260x756_v01 Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Alexander Berger

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht

Tech House Tutorial mit FL Studio #2 – MIDI Programming

Workshop

Um den Groove zu komplettieren, bauen wir in dieser Folge eine Bassline, Leads und FX-Sounds. Außerdem erfahrt ihr hier, wie ihr stilechte Vocal-Slices bauen könnt.

Tech House Tutorial mit FL Studio #2 – MIDI Programming Artikelbild

In der ersten Folge dieses Tutorials haben wir die Drums programmiert und somit die Basis für unseren Track erstellt. Für einen kompletten Tech-House-Groove fehlen nun aber noch stilechte Elemente, die für den harmonischen Teil zuständig sind. Daher zeigen wir euch in dieser Folge, wie ihr Bassline, Leads und Filtersweep-Sounds idealerweise einsetzt. Zu guter Letzt erfahrt ihr, wie ihr Vocals ganz leicht sampeln und slicen könnt, um Tech-typische Vocal-Schnipsel zu bauen. Auf geht’s!  

Tech House Tutorial mit FL Studio #1 –Drum Programming

Workshop

Tech House ist seit jeher ausgesprochen groovelastig ist. Im ersten Teil des Tutorials beginnen wir daher auch mit der Programmierung des Drums!

Tech House Tutorial mit FL Studio #1 –Drum Programming Artikelbild

Tech House verbindet nicht nur zwei Musikgenres, sondern auch die Menschen, die im Club das Tanzbein schwingen und an der entsprechenden Stelle die Hände in die Luft schmeißen. Zumindest dann, wenn wir beim Groove alles richtig gemacht haben. Tech House gehört nämlich zur elektronischen Tanzmusik, die seit jeher ausgesprochen groovelastig ist. In diesem ersten Teil des Tutorials beginnen wir daher mit der Programmierung des Drum-Grooves, mit dem wir die Crowd zum Tanzen bringen! Los geht’s!

Bitwig Studio Tutorial #1 – Basics für Einsteiger und Beginner

Software / Workshop

In der ersten Folge gibt es einen Überblick für den ganz schnellen Einstieg in Bitwig Studio: Wie bekomme ich ohne Umwege verwertbare Sounds aus Plugins und Instrumenten?

Bitwig Studio Tutorial #1 – Basics für Einsteiger und Beginner Artikelbild

Willkommen bei der Bitwig-Studio-Basics-Serie für Einsteiger. In dieser ersten Folge möchte ich euch einen Überblick über den ganz schnellen Einstieg in Bitwig Studio geben. Die voll funktionsfähige Demo-Version von Bitwig Studio ist zeitlich limitiert, also lassen wir erst mal den ganzen Feature-Kleinkram beiseite und widmen uns den wesentlichen Dingen: Wie bekomme ich ohne Umwege verwertbare Sounds aus Plugins und Instrumenten?

Virtual DJ Basics: Von der Einrichtung bis zum ersten Mix

DJ / Workshop

VirtualDJ bietet ein Vielzahl von Funktionen und richtet sich Einsteiger aber auch professionelle DJs. Hier erfahrt ihr, wie ihr die ersten Schritte erfolgreich meistert.

Virtual DJ Basics: Von der Einrichtung bis zum ersten Mix Artikelbild

Virtual DJ Basics lassen sich leicht erlernen: Die Software von Atomix wird seit über 20 Jahren angeboten und rangiert funktional und qualitativ in der gleichen Liga wie die etablierten DJ-Produkte Traktor Pro, Serato DJ Pro und Rekordbox DJ. Die Software bietet einen stetig wachsenden Funktionsumfang und richtet sich an unterschiedlichste Nutzer, angefangen von Rookies, die die ersten digitalen Mixe in Angriff nehmen möchten, über kreativ arbeitende Club-DJs bis hin zu mobilen Hochzeits-DJs und Event-Beschallern.

Bonedo YouTube
  • Knobula Kickain Sound Demo (no talking)
  • Buchla Tiptop 245t and 257t Sound Demo (no talking)
  • Korg Drumlogue Sound Demo (no talking)