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Waldorf Q Phoenix Edition Test

DETAILS- Der Q kommt als Phoenix-Edition in einem seriösen schwarzen Outfit daher. Vorbei also die Zeit, in der der Synthie mit seinem Quitscheentchen-Gelb oder -Blau auf der Bühne mit den Scheinwerfern um die Wette leuchtete. Auf den ersten Blick fallen natürlich die vielen Drehpotis (58 an der Zahl) ins Auge, die dem Q bereits äußerlich seine analoge Aura verpassen. Klangtüftlern dürfte angesichts dieses Direktzugriffspotentials das Wasser im Munde zusammen laufen.

Die ungewichtete Tastatur umfasst fünf Oktaven, ist mit Aftertouch ausgestattet und fühlt sich sehr solide an. Links neben ihr befinden sich Modulationsrad und Pitch-Bend sowie zwei programmierbare Taster. Das Bedienpanel selbst ist in verschiedene, optisch getrennte Bereiche aufgeteilt. In etwa dem Signalfluss entsprechend, findet man hier von links nach rechts die Stationen einer subtraktiven Klangsynthese.

Fotostrecke: 3 Bilder Modulationsrad und Pitch-Bend (Click to enlarge)
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Neben dem Volumen-Poti und der LFO-Section liegen die Potis und Taster für die drei Oszillatoren. Rechts daneben lässt sich das Mixing derselben und das Filter-Routing erledigen. Zentral gelegen ist der so genannte Masterbereich des Synthies. Dieser besteht aus einem recht kleinen Display, einem gerasterten Wählrad, zwei Potis für die jeweils im Display angezeigten Parameter und einigen Tastern mit unterschiedlichen Funktionen (dazu später mehr). Der Verlauf der Klangsynthese wird auf der rechten Seite des Bedienpanels mit der Filter-, Amp-, und Effektsektion abgeschlossen. Unterhalb dieser befindet sich der Step-Sequenzer, der sich die Potis für die einzelnen Steps mit den vier Hüllkurvengeneratoren teilt. Zu guter Letzt liegen rechts außen noch Arpeggiator und On/Off-Schalter.

Auf der Rückseite wartet der Synthie mit recht umfangreichen Anschlussmöglichkeiten auf. Neben dem Stereo Main-Out findet man ebenfalls zwei Stereo Sub-Outs, einen Digital-Out, das MIDI-Trio sowie drei Pedal-Anschlüsse und ein Stereo-In.

Grundsätzlich ist der Waldorf Q in zwei Modi zu betreiben: Im Single- und im Multi-Modus. Ersterer liefert die Sounds, letzterer kann bis zu 16 von ihnen kombinieren. Zur Klangsynthese stehen einem drei Oszillatoren zur Verfügung, die Puls-, Sägezahn-, Dreieck- und Sinuswellen von sich geben können. Daneben verfügen zwei Oszillatoren zusätzlich über zwei Wavetables mit 128 Waves an Bord. Die Oszillatoren können via FM und Ringmodulator miteinander in Kontakt treten. Anschließend werden die drei Signale gemischt und an die beiden Filter weitergeleitet. Diese sind übrigens stufenlos seriell oder parallel einsetzbar. Die Filter selbst lassen in ihrer Einsatzvariabilität und Klangqualität keine Wünsche offen. Zu wählen ist zwischen Tief-, Band- und Hochpass  sowie Notch- und Kamm-Filter, jeweils mit 12 und 24 dB Flankensteilheit. Für Feinschmecker wurde ein PPG Lowpass-Filter beigelegt, der in den PPG Wavetable-Synthesizern verbaut wurde. Hier also ein dezenter Verweis auf die Waldorf-Tradition und ihr PPG-Erbe. Im Filterbereich liegt übrigens auch der Unterschied vom Q zum Q+. Letzterer wurde mit einem echt-analogen Tiefpassfilter ausgestattet. Doch bereits die Filter im Q werden ihrem guten Ruf gerecht und klingen echt sahnemäßig.

Audio Samples
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Ass Age (Filter)

Weiterhin hat man vier Hüllkurven für Filter, Amp und zwei frei wählbare Modulationsziele zur Verfügung. Über eine Doppelbelegung der Potis per Shift-Taste kommt man sogar in den Genuss von zwei Decay- und Sustain-Phasen pro Durchlauf, um so komplexere Verläufe zu generieren. Schließlich runden drei LFOs und eine Effektsektion den Bereich der Klanggestaltung ab. Mit jeweils zwei Effekten kann jeder Sound dekoriert werden. Neben Reverb und Chorus gibt es Flanger, Phaser, Overdrive, Five FX (einer Kombination aus Sample&Hold, Overdrive, Ring-Modulation und Delay; also was zum richtig schön kaputt machen) und ein komplexes Delay, das sogar kinomäßigen Surround-Sound liefert. Außerdem ist ein Vocoder-Effekt mit an Bord, der sowohl Externes, wie zum Beispiel Stimme, über den Audio-Eingang als auch interne Signale als Analyse-Trigger verwerten kann.

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Profilbild von Kevin Fremgen

Kevin Fremgen sagt:

#1 - 08.06.2013 um 17:01 Uhr

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Der Bericht ist sehr zutreffend. Ich besitze den Q+ seid 2009 und bin begeistert. Er ersetzte meinen in die Jahre gekommenen Prophet 5 zufriedenstellend , und ist voll verlässlich dabei.

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