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Arp Axxe Vintage Synth

Der Arp Axxe ist ein echter Sonderling unter Seinesgleichen. Tri Top, Brauner Bär, Arp: Diesem Synthesizer stehen die 1970er ins Gesicht geschrieben! Das bereits optisch: über den Gehäuserand überstehende Tasten, seltsame Gummi-Drucktaster und hakelige Schieberegler mit „bunten Mützen“. Der Arp Axxe ist ein unbekannterer Vertreter der monophonen analogen Synthesizer, was vielleicht auch an eben diesem schrägen Design lag. An seinen „inneren Werten“ lag es bestimmt nicht, wie man hier erfahren kann!

Arp Axxe: analoger Vintage Synthesizer
Arp Axxe: analoger Vintage Synthesizer

Der amerikanische Hersteller Arp baute den monophonen Axxe als Budget-Modell in den Jahren 1975 bis 1981. Der Axxe hatte es aber damals schwer, sich gegen seinen älteren und vielseitigeren Bruder, den Arp Odyssey, durchzusetzen. Für diese Story kam ein späteres Modell zum Einsatz, das von der Optik an den Odyssey Mk III angelehnt ist. Es gibt auch noch ein früheres Modell mit schwarzer Front.

Details & Praxis

Arp Axxe Vintage Synthesizer
Der Axxe in der Frontansicht. (Quelle: Bonedo)

Arp Axxe: Oszillatoren

Der Arp Axxe verfügt über einen VCO mit Sägezahn- und Pulswelle und einen Rosa-Rausch-Generator. Zur weiteren Ausstattung gehört ein LFO mit Puls- und Sinuswelle. Für den Rauschgenerator, das Filter und den LFO stehen obendrein ein zuschaltbarer Random-S/H-Generator zur Verfügung.

Filtersektion des Axxe

Das analoge 4-Pole Low Pass Filter des Synthesizers liefert den klassischen Arp Sound und klingt so, wie man es von Arp-Synths erwartet. Verbaut wurde ein Arp 4075 Filter, welches auch im größeren Odyssey zum Einsatz kommt. Das Filter ist resonanzfähig.  Auch einen Eingang für externe Audiosignale hat der Axxe zu bieten.

Arp Axxe: Tastatur_überbiss
Arp Axxe: Der “Überbiss” der Axxe-Tastatur. Quelle: Bonedo)

Hüllkurven & Modulation

Der Axxe ist mit einem Envelope ausgerüstet. Als Besonderheit kann man auch eine Art “Drone”-Sound dazu regeln, sodass der Envelope beispielsweise nur fürs Filter verwendet wird. Der Ton erklingt dann allerdings stetig, was bei der Nutzung als Legato-Subbass durchaus gewünscht sein kann.  Eine weitere eigenwillige – aber auch nützliche – Funktion ist „Keyboard Repeat“. Diese Funktion wiederholt den Ton im Tempo des LFO so lange, wie eine Taste des Keyboards gedrückt ist. Im Modus „Auto Repeat“ sogar ohne letzteres bzw. solange bis man einen neuen Ton anschlägt.

Proportional Pitch Control
Proportional Pitch Control im Axxe: Ein ganz neues Bending-Gefühl!

Arp Axxe Steueranschlüsse

Auf der Rückseite des Synthesizers befinden sich CV/Gate Ein- und Ausgänge sowie Trigger In/Out und Pedal. Damit lassen sich beispielsweise mehrere Exemplare synchronisieren. Bei Einsatz eines handelsüblichen MIDI/CV-Konverters von z. B. Döpfer oder Kenton, kann man den Axxe auch in ein aktuelles MIDI-Setup integrieren.

Video: Arp Axxe Vintage Synth

Fazit

Das Einsatzgebiet des ARP Axxe erstreckt sich von Bässen über Leads hin zu Effektklängen. Er ist ein Spezialist für „schräge“, seltener gehörte Sounds, kann aber auch ein richtiger Schönklinger sein! Wer den Sound eines Korg MS-10 mag, wird auch den Axxe lieben! Der ARP Axxe ist ein sehr seltener Klassiker, der aufgrund seiner Andersartigkeit viel Spaß macht und in den nächsten Jahren wohl noch an Wert gewinnen wird. Allerdings Vorsicht: Ersatzteile sind hier anders als z. B. bei Roland wirklich Mangelware!

Features

  • VCO: 1 Oszillator mit Sägezahn- und Pulswelle
  • Rauschgenerator: extra zumischbar, rosa Rauschen
  • VCF: 24dB Lowpass Filter mit Resonanz, ARP 4075 (wie im Odyssey)
  • Envelopes: 1 Hüllkurvengenerator mit ADSR
  • VCA: wird per Env moduliert
  • LFO: Sinus-, Puls- und Zufallswelle. LFO kann VCO, Hüllkurve und Filter modulieren.
  • Modulationsquellen: LFO, Ext. Signal Envelope Follower, Proportional Pitch Control Taster
  • Keyboard: 37 Tasten
  • Spielhilfen: Taster für Proportional Pitch Control, Oktavtransposition
  • Ext. Anschlüsse: CV/Gate, Trigger, Audio In
  • Speicherplätze: keine
  • MIDI: nicht vorhanden
  • Sonstiges: KYBD Repeat/Auto Repeat wiederholt einen Ton in der Geschwindigkeit des LFO
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