Mit der Mode-Serie hat Ibanez Anfang 2026 eine neue Bassreihe vorgestellt, die das klassische Jazz-Bass-Konzept mit modernen Features und zeitgemäßer Ergonomie kombinieren soll. Im ersten Test konnte der MDM1305 bereits einen sehr guten Eindruck hinterlassen und zeigte, dass die Japaner das Thema offenbar ausgesprochen ernst nehmen. Neben einer modernen Korpusform gibt es bei allen Mode-Bässen unter anderem 24 Edelstahlbünde, die neue Delta-S-Pickup-Serie, den flexiblen Sonitech-S-Preamp mit Hexa-Mid-System sowie ultraleichte Aero-Light-Mechaniken. Diesmal schauen wir uns mit dem MDM1000 das günstigste Modell der Serie genauer an.

- überzeugende Jazzbass-Sounds von klassisch bis modern
- sehr hoher Spielkomfort und gelungene Ergonomie
- extrem flexibler Preamp mit 6 wählbaren Mittenfrequnezen
- Tonblende im aktiven Betrieb
- sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
- Bundierungsprobleme bei unserem Testinstrument
- Jazz Bass mit modernem Touch
- Sinnvolle Features für leichtes Handling
- Solide, nutzerfreundliche Hardware
- Der MDM1000 bietet eine flexible Klangregelung
- Gezielte Bearbeitung dank Hexa-Mid-System
- Gigbag und Werkzeug inklusive
- In der Praxis: angenehme Haptik und optimale Bespielbarkeit
- Bundierung mit leichten Problemen
- Sehr gute klangliche Abstimmung
- Brummfrei und fein dosierbar
- Außer den klassischen Sounds geht noch viel mehr
- Die Elektronik ermöglicht maximale klangliche Flexibilität
- Ibanez MDM1000 PW – das sind die Alternativen
- Fazit
Der Viersaiter bildet zusammen mit dem fünfsaitigen MDM1005 und dem sechssaitigen MDM1006 die Einstiegsklasse innerhalb der Mode-Familie. Im Gegensatz zu den höher positionierten 1300er-Modellen mit Eschekorpus, geröstetem Ahorngriffbrett und transparenter Lackierung setzt der MDM1000 auf einen Erlekorpus, ein Palisandergriffbrett und deckende Finishes. Erhältlich ist die Baureihe wahlweise in „Pearl White“ oder „Midnight Arctic Ocean Matte“ – zum Test trat die weiße Version an. Ob der günstigste Mode-Bass klanglich und spieltechnisch mit seinen teureren Geschwistern mithalten kann?
Jazz Bass mit modernem Touch
Der offensichtlichste Unterschied des MDM1000 beziehungsweise der gesamten 1000er-Serie zu den übrigen Mode-Bässen ist die deckende Lackierung. Alle drei Modelle sind wahlweise in „Pearl White“ oder „Midnight Arctic Ocean Matte“ erhältlich. Beide Finishes besitzen einen dezenten Metallic-Effekt und verleihen den Instrumenten einen frischen, modernen Look. Mir liegt der Viersaiter in Pearl White zum Test vor. In Kombination mit der schwarzen Hardware, der dunklen Kopfplatte und dem durchsichtigen Pickguard ergibt sich ein stimmiger, sehr cleaner Look, der mir persönlich ausgesprochen gut gefällt.

Trotz aller Modernisierungen bleibt die Verwandtschaft zum klassischen Jazz Bass auf den ersten Blick klar erkennbar. Es ist allerdings ziemlich offensichtlich, dass Ibanez die Form an vielen Stellen überarbeitet hat. Besonders auffällig ist das tief ausgeschnittene, untere Cutaway, das einen ungehinderten Zugang bis zum 24. Bund ermöglicht. Dazu kommt ein sehr schlank ausgeführter Hals-Korpus-Übergang für ein angenehmes Greifgefühl in den höchsten Lagen. Zusammen mit den deutlichen Konturen für Arm und Bauch ergibt sich ein Korpus, der sich angenehm an den Körper schmiegt und den MDM1000 ausgesprochen komfortabel wirken lässt. Ergonomie ist bei Ibanez ein wichtiges Thema, und das merkt man auch der Mode-Serie an.
Sinnvolle Features für leichtes Handling
Der Hals wird aus geröstetem Ahorn gefertigt und klassisch mit vier Schrauben am Korpus befestigt. Beim MDM1000 kombiniert Ibanez ihn mit einem Palisandergriffbrett, das 24 Edelstahlbünde sowie schlichte Dot-Inlays trägt. Ebenfalls an Bord sind die fluoreszierenden Side-Dots an der Griffbrettkante, die auf dunklen Bühnen für zusätzliche Orientierung sorgen. Manche halten die leuchtenden Dots vielleicht für Schnickschnack, wer schon einmal auf einer dunklen Bühne einen Song starten musste, weiß das Feature allerdings zu schätzen. Die Einstellung der Halskrümmung erfolgt über das Trussrod-Wheel am Griffbrettende. Das funktioniert schnell und unkompliziert, ohne dass man erst nach dem passenden Werkzeug suchen muss. Ein kleiner Metallstift zum Verstellen liegt dem Bass selbstverständlich bei.
Auch die Kopfplatte geht einen gelungenen Mittelweg zwischen Tradition und Moderne. Sie wirkt deutlich klassischer als viele andere Ibanez-Designs, besitzt aber genug Eigenständigkeit, um nicht beliebig auszusehen. Mir gefällt die Form jedenfalls gut und sie harmoniert hervorragend mit dem Gesamtbild des MDM1000. Ein ähnliches Headstock-Design kennt man bereits von den AZ-Gitarren der Japaner.

Solide, nutzerfreundliche Hardware
Werfen wir als Nächstes einen Blick auf die Hardware. Bei den Stimmmechaniken kommen die von Ibanez entwickelten AeroLight-Tuner zum Einsatz, die ihrem Namen alle Ehre machen. Die Dinger sind erstaunlich leicht und wirken sich damit sicherlich positiv auf die Balance des Basses aus – mehr dazu im Praxisteil. Konstruktiv erinnern sie durchaus an die bekannten Hipshot Ultralites, wirken durch ihre etwas filigraneren Flügel aber zunächst weniger massiv.
In der Praxis gibt es dafür allerdings keinen Grund zur Sorge. Die Mechaniken sind stabil, laufen angenehm leichtgängig, arbeiten präzise und hielten bei meinem Testbass die Stimmung jederzeit zuverlässig. Für ausreichend Anpressdruck auf die Saiten sorgt zudem ein runder Saitenniederhalter für D- und G-Saite.

Am anderen Ende der Saiten sitzt die hauseigene MR5S Mono-Rail-Brücke. Statt einer durchgehenden Konstruktion verwendet Ibanez also einzelne Brückenelemente, die eine möglichst saubere Schwingungsübertragung und Entkopplung der Saiten gewährleisten sollen. Einstellen lassen sich natürlich Saitenlage und Intonation, darüber hinaus kann auch der Saitenabstand geringfügig angepasst werden. Ab Werk kommt der MDM1000 mit einem String-Spacing von 19 mm. Sehr praktisch: Die Ball-Ends werden einfach von hinten in die einzelnen Elemente eingehängt, was den Saitenwechsel angenehm unkompliziert macht.
Der MDM1000 bietet eine flexible Klangregelung
Für die Tonabnahme setzt Ibanez beim MDM1000 auf zwei Delta-S4J-Pickups aus eigener Entwicklung. Optisch wirken die Pickups wie klassische Jazzbass-Single-Coils, tatsächlich arbeitet unter den Kappen jedoch ein brummfreies Humcancelling-Design. Ibanez verspricht den typischen J-Bass-Charakter, allerdings ohne die lästigen Nebengeräusche und mit einer leicht aggressiven Note – ob das stimmt, werden wir im Praxisteil sehen und hören. Auch optisch wurden die Tonabnehmer auf die Mode-Bässe abgestimmt: Die geschwärzten Polepieces fügen sich nahtlos in die schwarze Hardware-Ausstattung ein und unterstreichen den modernen Look der Bässe.

Spätestens beim Blick auf die Regler wird klar, dass der MDM1000 deutlich mehr sein möchte als ein gewöhnlicher Jazz Bass. Zur Grundausstattung gehören ein Volume-Regler, ein Balance-Poti sowie eine passive Tonblende, die erfreulicherweise auch im Aktivbetrieb zur Verfügung steht. Dazu gesellen sich drei weitere Regler für den aktiven Dreiband-EQ.
Gezielte Bearbeitung dank Hexa-Mid-System
Besonders interessant und flexibel ausgelegt ist dabei die Mittensektion. Über einen kleinen Dreiwegeschalter auf der Decke lassen sich zunächst Tiefmitten, Mitten oder Hochmitten anwählen. Wer noch gezielter eingreifen möchte, findet auf der Rückseite des Basses einen zusätzlichen Minischalter, der sämtliche Frequenzen in einen tieferen Bereich verschiebt. Dadurch stehen insgesamt sechs verschiedene Mittenfrequenzen zur Verfügung: 250 Hz, 450 Hz und 850 Hz in der einen sowie 350 Hz, 600 Hz und 1 kHz in der anderen Schalterstellung. Ibanez bezeichnet dieses Konzept passenderweise als „Hexa-Mid-System“. Ob sich die vielen Eingriffsmöglichkeiten im Alltag tatsächlich bewähren, klären wir ebenfalls später im Praxisteil.

Die Stromversorgung übernimmt eine einzelne 9-Volt-Batterie, die in einem separaten Batteriefach auf der Rückseite untergebracht ist. Sollte die Batterie einmal leer sein oder man den Bass bewusst passiv betreiben wollen, genügt ein Zug am Tonpoti. Der MDM1000 funktioniert dann wie ein klassischer passiver Jazz Bass – auf die Eingriffsmöglichkeiten des aktiven EQs muss man dann allerdings verzichten.
Gigbag und Werkzeug inklusive
Zum Lieferumfang des MDM1000 gehört ein passendes Gigbag, in dem Ibanez auch gleich das notwendige Einstellwerkzeug unterbringt. Neben den Inbusschlüsseln für die Brücke findet man hier auch den bereits erwähnten Metallstift für das Trussrod-Wheel. Das Gigbag selbst macht einen ordentlichen Eindruck und bietet in seinen beiden Außentaschen reichlich Platz für Kabel, Noten oder sonstiges Zubehör. Die Polsterung fällt allerdings eher sparsam aus. Für den Transport zur Probe, zum Unterricht oder zum Gig reicht das völlig aus, wer mit dem Bass auf Tour geht, dürfte mit einem stabileren Case oder hochwertigeren Gigbag jedoch besser beraten sein.






