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Source Audio Aftershock Test

Praxis

Jetzt teste ich erst einmal die “Out Of The Box”-Funktionalitäten und Onboard-Sounds des AfterShocks, ohne ein Smartphone/Tablet und die Editor-App zu bemühen. Dazu widme ich mich den drei Grundcharakteristika des Pedals.
Der Name “Tube” verrät schon mal, wo die Reise hingeht: Gemäßigte Verzerrung, die dem Klang von übersteuerten Röhren ähnelt, und eine leichte Betonung der Hochmitten. “Heavy” ist ebenfalls selbsterklärend, hier geht es in den High-Gain-Bereich mit deutlich mehr Distortion und Aggressivität bei gleichen Einstellungen der Regler. Zudem ist eine Absenkung der Mitten zu vernehmen, sodass der Bass- und Höhenbereich präsenter erscheint.

Gleich mal den Treter aktivieren und in die zahlreichen Sounds reinhören!
Gleich mal den Treter aktivieren und in die zahlreichen Sounds reinhören!

In der Einstellung “Fuzz” wird der Sound gleich synthetischer und bekommt den typischen kratzenden “Kreissägen”-Charakter dieser Art der Verzerrung. Einen Sound zu beschreiben ist ja ohnehin immer etwas heikel, da die Empfindung ja stark subjektiv ist und Ausdrücke wie “cremig”, “seidig” etc. relativ nichtssagend sind. Deshalb verweise ich hier lieber gleich auf die Soundfiles!
Bei den folgenden Beispielen habe ich mit jedem Preset je einen Finger-, einen Plektrum- und einen Slapgroove gespielt. Alle Regler befinden dabei in der 12-Uhr-Stellung (bis auf Level). So kannst du die Unterschiede der drei Grundsounds gut wahrnehmen. Achtung: Zu Beginn hörst du das Lick immer erst ohne Effekt!
Fingerstyle:

Audio Samples
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Clean Tube Heavy Fuzz

Hier die Beispiele mit dem Plektrum: 

Audio Samples
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Clean Tube Heavy Fuzz

Und hier etwas Slapping:

Audio Samples
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Clean Tube Heavy Fuzz

Mit dem Regler “Tone” lässt sich der Sound natürlich noch den individuellen Bedürfnissen anpassen. Von bedeckt und dunkel bis höhenreich und bissig verläuft hier das Spektrum. Um die Wirkung zu hören, wähle ich folgende Einstellungen: Clean auf 0 % und Drive 100 %. Im Verlauf des nachfolgenden Videos drehe ich bei jedem Preset den Tone-Regler von Minimal- auf Maximal-Stellung und zurück.

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Der Level-Regler kann auf zwei Arten verwendet werden. Zum einen nivelliert er die Lautstärke- Verhältnisse zwischen ausgeschaltetem und aktivierten Pedal. Er kann aber natürlich auch als Booster “missbraucht” werden, z.B. wenn man den AfterShock für einen Solospot benutzt, der etwas lauter sein soll.
Der After Shock kann schon im “Out Of The Box”-Zustand eigene Presets auf je eine Stellung des Kippschalters speichern, was also drei User-Presets ergibt. Die werksseitigen Presets bleiben ebenfalls erhalten – das macht in der Summe also sechs. Um eigene Presets zu speichern oder abzurufen, muss man zunächst den Preset-Modus aktivieren. Dazu drückt man im ausgeschalteten Zustand den Fußschalter mehr als fünf Sekunden (dasselbe gilt auch für die Rückkehr zum Werks-Modus!). Die Aktivitäts-LED wechselt dann von Grün auf Rot. Auf diese Weise weiß man stets, in welchem Modus man sich befindet.
Jede Veränderung der Reglerpositionen quittiert der AfterShock mit einem kurzen Blinken. Habe ich meinen persönlichen Sound gefunden, drücke ich den Fußschalter so lange, bis die LED dreimal kurz hintereinander blinkt. Mein Preset wird dann auf die von mir gewählte Kippschalterposition gespeichert.

Was für ein Soundchamäleon!
Was für ein Soundchamäleon!

Das klingt vergleichsweise kompliziert, geht aber ziemlich einfach und schnell vonstatten. Allerdings kann ich mir den Wechsel der Presets im hektischen Livebetrieb etwas hakelig vorstellen. Beim Wechseln der Modi fünf Sekunden Wartezeit in Kauf zu nehmen, fällt sicherlich aus – zumal, wenn der Wechsel in einem Song stattfinden soll! Das ist vielleicht noch zu verschmerzen, da ich mir meine Lieblings-Sounds ja in den dafür vorgesehenen Modus legen kann.
Für den Presetwechsel muss man sich allerdings bücken und den Kippschalter per Hand bewegen. Das ist während des Spielens dann doch eher problematisch, da die Hände ja eigentlich beschäftigt sind. Praktischer wäre da doch die umgekehrte Anordnung: den Wechsel der Modi per Kippschalter (kommt sicherlich weniger häufig im Laufe eines Songs vor!) und die der Presets per Fuß.

Äh, kann dieser kleine Treter vielleicht auch Kaffee kochen?
Äh, kann dieser kleine Treter vielleicht auch Kaffee kochen?

Soweit zu den Fähigkeiten des AfterShocks ohne Software-Tuning. Nun verbinde ich den Output 2 mit dem Kopfhörereingang meines Smartphones über das mitgelieferte Spezialkabel. Mit der kostenlosen App “Neuro”, die für iOS ab Version 8.0 und Android verfügbar ist, lässt sich die Motorhaube des Pedals öffnen, und man erhält Zugriff auf über 30 (!) Parameter, die gemäß der eigenen Vorstellungen modifiziert werden können. Außerdem kann man den Reglern am Pedal hier auch bei Bedarf andere Funktionen zuweisen.
Es besteht sogar die Möglichkeit, mehrere Verzerrer unterschiedlicher Art (Tube, Fuzz…) zu kombinieren – egal, ob parallel oder seriell. Zusätzlich stehen bereits viele fertige Sounds von Source Audio selbst oder anderen Usern als Download zur Verfügung. Hat man eigene Sounds kreiert, kann man diese natürlich ebenfalls uploaden und anderen Bassisten zur Verfügung stellen. Die Möglichkeiten gehen wirklich ins Unendliche – alle zu beschreiben würde jeden Rahmen sprengen! Deshalb beschränke ich mich hier auf ein paar Soundbeispiele, die auf Werkspresets des Download-Angebots beruhen:

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Als wäre das alles nicht schon genug, hält der AfterShock aber noch weitere Möglichkeiten parat. Per Controller- oder Expression-Pedal lassen sich nämlich bestimmte Parameter steuern und in Echtzeit verändern! Und mit einem Midi-Controller hat man sogar Zugriff auf bis zu 128 Presets. Auch die Stereo-Option sei noch erwähnt – der Leser möge mir aber bitte verzeihen, dass ich bei diesen erweiterten Features nicht in die Tiefe gehe. Ich bin mit den bisher besprochenen Möglichkeiten des AfterShocks durchaus schon gut gefordert!

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