Anzeige
ANZEIGE

Sound-Workshop: Der Bass aus “My Love” von Route 94 feat. Jess Glynne

In diesem Workshop programmieren wir den Bass-Sound aus dem Hit „My Love“ von Route 94 feat. Jess Glynne nach. Zum Einsatz kommt diesmal Hardware – für diesen fetten, klassischen Synth-Bass lag es nahe, den Moog Little Phatty anzuwerfen. Einen ähnlichen Sound solltet ihr aber mit vielen subtraktiven Synthesizern mit zwei Oszillatoren fabrizieren können. Ein Preset für den Moog Little Phatty findet ihr am Ende dieser Folge als SysEx-Datei zum Download. Außerdem gibt’s auch wieder ein Patch für den Freeware-Softsynth Tyrell N6, das allerdings mit dem Moog soundmäßig nicht ganz mithalten kann.

bonedo_Workshop_Synthesizer_Soundprogrammierung_Route_94_My_Love


Ausgangspunkt für unsere Schraubsession ist das Default-Preset namens „CALIBRATION“, das beim Little Phatty auf einem eigenen, nicht überschreibbaren Speicherplatz liegt. Es besteht aus einem Oszillator, der eine Schwingung irgendwo zwischen Sägezahn und Rechteck liefert, und klingt so:

Audio Samples
0:00
Schritt 1: Das CALIBRATION-Preset

Als erstes dreht ihr die Schwingungsform WAVE von Oszillator 1 etwas weiter in Richtung Rechteck (etwa 2/3 zwischen Sägezahn und Rechteck). OCTAVE belasst ihr auf 16′. Nun bringen wir den LFO zum Einsatz, der die Schwingungsform modulieren soll. Dafür selektiert ihr in der Abteilung MODULATION unter SOURCE eine Dreieckschwingung und unter DESTINATION die Option WAVE. LFO RATE dreht ihr leicht auf, sodass der LFO für einen Zyklus etwa eine Sekunde braucht – die pulsierende LED hilft bei der Einstellung. Dann solltet ihr AMOUNT ungefähr zur Hälfte aufdrehen und schließlich noch das Modulationsrad ganz aufreißen – beim Phatty wird eine LFO-Modulation nur aktiv, wenn das Rad aufgedreht wird. 

Audio Samples
0:00
Schritt 2: Pulsbreitenmodulation

Jetzt kommt der zweite Oszillator hinzu. Seine Schwingungsform WAVE wird ca. zur Hälfte zwischen Rechteck und schmaler Pulswelle eingestellt, OCTAVE auf 16′ belassen und OSC2 LEVEL ganz aufgedreht. Indem ihr OSC2 FREQ ganz leicht gegenüber Oszillator 1 verstimmt, wird der Sound noch fetter. Das macht man am besten per Gehör.

Audio Samples
0:00
Schritt 3: Zwei Oszillatoren
Dieses Mal im Einsatz: Der Moog Little Phatty
Dieses Mal im Einsatz: Der Moog Little Phatty

Die VCA-Hüllkurve (VOLUME) wird so eingestellt: ATTACK ganz runter, DECAY ein kleines bisschen aufdrehen, aber noch sehr kurz (zweite LED), SUSTAIN etwa auf 2 Uhr und RELEASE etwa auf ein Drittel. 

Audio Samples
0:00
Schritt 4: VCA-Hüllkurve

Jetzt kommen wir zum Filter. Dreht CUTOFF auf etwa ein Drittel zurück und RESONANCE auf knapp 9 Uhr leicht auf. EG AMOUNT wird auf ca. 3 Uhr eingestellt. Die Filterhüllkurve bekommt folgende Werte: ATTACK ganz am linken Anschlag, DECAY auf ca. 3 Uhr, SUSTAIN am linken Anschlag und RELEASE wie bei der Amp-Envelope, also etwa auf ein Drittel. OVERLOAD dreht ihr leicht auf, sodass es gerade eben nicht wirklich zu zerren beginnt.

Audio Samples
0:00
Schritt 5: Filter mit Envelope

Damit kommen wir dem Original-Sound schon recht nahe. Ich habe den Little Phatty anschließend noch durch einen analogen Chorus geschickt (Electro Harmonix Stereo Polychorus), um einen Stereoeffekt und zusätzliche Schwebungen hinzuzufügen. Der Chorus war dabei so eingestellt: MODE = Chorus, SWEEP FILTER = On, WIDTH = 9 Uhr, RATE = 8 Uhr, TUNE/DELAY = 9 Uhr, FEEDBACK = 8 Uhr.

Audio Samples
0:00
My Love – der fertige Sound

Das Preset für den Little Phatty könnt ihr euch hier als SysEx-Datei (SYX) herunterladen. Man kann es mit einem der vielen kostenlosen SysEx-Utilities auf den Synth übertragen, zum Beispiel SysEx Librarian für Mac oder MIDIOX für PC.

Für alle, die keinen Little Phatty haben, habe ich einen ähnlichen Sound mit dem Softsynth u-he Tyrell N6 gebaut. Klanglich zieht er aber ganz klar den Kürzeren gegenüber der Analogpower. Das Tyrell-Preset gibt es hier ebenfalls zum Download. Wie ihr die H2P-Datei in das Plugin laden könnt, erfahrt ihr hier.

Audio Samples
0:00
Ein ähnlicher Sound vom Tyrell N6
Fotostrecke: 2 Bilder Der fertige Sound im Moog Little Phatty VST/AU-Editor
Fotostrecke
Hot or Not
?
bonedo_Workshop_Synthesizer_Soundprogrammierung_Route_94_My_Love Bild

Wie heiß findest Du diesen Artikel?

flame icon flame icon flame icon flame icon flame icon
Your browser does not support SVG files

von Lasse Eilers

Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Für dich ausgesucht
Lewitt lädt zur Music Challenge feat. Spitting Ibex ein und verlost Mikrofon-Bundles
Recording / News

Wer die Lockdown Zeit kreativ nutzen möchte, der kann sich bei der Lewitt Music Challenge austoben, bei der ihr einen Song der Band Spitting Ibex aus Österreich komplett neu gestalten könnt und die Chance auf den Gewinn diverser Lewitt Mikrofone habt.

Lewitt lädt zur Music Challenge feat. Spitting Ibex ein und verlost Mikrofon-Bundles Artikelbild

Bei der Lewitt Music Challenge könnt ihr eurer Kreativität freien Lauf lassen und einen Song der österreichischen Band Spitting Ibex neu arrangieren, remixen oder von Grund auf neu gestalten. Als Belohnung winkt die Chance auf den Gewinn verschiedener Lewitt Mikrofone und Bundles. Alles was ihr tun müsst, ist euch die Einzelspuren des Songs "The seeds of your Sorrow" per Download auf euren Rechner zu laden und euch von der Muse küssen zu lassen.

Sound Objects GEK.KON erzeugt Klänge aus digitalen Artefakten
Keyboard / News

Sound Objects und Modular Moon zeigen mit GEK.KON einen kleinen Hybridsynthesizer, der seine Klänge aus digitalen Artefakten schöpft.

Sound Objects GEK.KON erzeugt Klänge aus digitalen Artefakten Artikelbild

Der monophone Desktop-Synthesizer GEK.KON ist eine Kooperation der russischen Entwickler von Sound Objects mit Modular Moon. GEK.KON sieht aus wie ein kleiner Analogsynth, schöpft seine Sounds aber aus den Artefakten zweier digitaler „Lo-fi-Oszillatoren”. Das klingt doch spannend!

Erica Synths mki x es.EDU VCO - klassischer DIY-Analogoszillator aus Educational Serie von Erica Synths und Moritz Klein
Keyboard / News

Erica Synths veröffentlicht mit mki x es.EDU VCO einen klassischen Analogoszillator, das erste DIY-Modul aus der neuen Educational Serie von Erica Synths und Moritz Klein.

Erica Synths mki x es.EDU VCO - klassischer DIY-Analogoszillator aus Educational Serie von Erica Synths und Moritz Klein Artikelbild

Erica Synthsveröffentlicht mit mki x es.EDU VCO einen klassischen Analogoszillator, das erste DIY-Modul aus der neuen Educational Serie von Erica Synths und Moritz Klein. Neben vielen regulären Produkten hat Erica Synths in der letzten Zeit auch an einer neuen Reihe von DIY-Eurorack-Modulen zusammen mit Moritz Klein gearbeitet. Das erste Modul aus dieser Kooperation, der mki x es.EDU VCO ist jetzt bestellbar. Der mki x es.EDU VCO ist das erste educational DIY-Kit dieser Serie, ein analoger Sägezahn-Core-Oszillator mit einer einigermaßen genauen Volt/Oktave-Nachführung, der aus nur einer Handvoll Grundkomponenten besteht. Es verfügt über Sägezahn- und Puls-Ausgänge sowie 1 V/Oct-, FM- und PWM-Eingänge. Erica Synths und Moritz Klein haben unter dem Markennamen mki x es.EDU eine Reihe von educational DIY-Kits mit einem bestimmten Ziel entwickelt, um Menschen mit wenig bis keiner Vorerfahrung beizubringen, wie man analoge Synthesizer-Schaltungen von Grund auf lernt. Was man in der Box findet, ist nicht dazu gedacht, einfach zusammengelötet zu werden und im Eurorack verschwinden zu lassen. Stattdessen will Erica Synths den Interessierten Schritt für Schritt durch den Schaltungsdesignprozess führen und jede getroffene Funktion erklären, so erklären, wie sich diese auf das fertige Modul auswirkt. Insgesamt wurden neun Kits entwickelt, um einen voll ausgestatteten modularen Monosynth zu bauen: Einen Sequenzer, einen VCO, einen Wavefolder, ein Noise/S&H-Modul, einen Mixer, einen VCF, einen Hüllkurvengenerator, einen dualen VCA und einen Ausgangsstereo Mixer mit Kopfhörerverstärker. Außerdem wird ein günstiges Eurorack-Gehäuse mit einem DIY-Netzteil erhältlich sein. Obwohl diese Kits einfach zu bauen sind, wurden bei Design und Funktionalität keine Kompromisse eingegangen. So wird in regelmäßigen Abständen ein neues Kit veröffentlicht, jedes Kit wird mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung (40+ Seiten) geliefert, die nicht nur tief in die Elektronik hinter jeder Schaltung eintaucht, sondern auch in die grundlegenden Prinzipien der Klangsynthese. Erica Synths hofft, dass das Projekt mki x es.EDU zukünftige Ingenieure inspiriert und zur ständig wachsenden Vielfalt der elektronischen Musiktechnologie beiträgt. Hinweis:

Bonedo YouTube
  • Red Panda Raster V2 Sound Demo (no talking) with Waldorf M
  • Meris LVX Modular Delay System Sound demo (no talking) with Waldorf M
  • Black Corporation Deckard's Dream MK II Sound Demo (no talking)