Anzeige
ANZEIGE

Native Instruments Komplete 14 Collector’s Edition Test

Native Instruments Komplete 14 Collector’s Edition ist da! Neu daran ist Kontakt 7 – sowie 49 Kontakt-Instrumente und Erweiterungen. Außerdem gibt es im Bundle erstmals Plugins von den Soundwide-Partnern Izotope und Plugin Alliance. Mit am Start sind etwa Ozone 10 Standard und bx_oberhausen. Was sich im Vergleich zu Komplete 13 Collector’s Edition sonst noch verändert hat und für wen sich welches Bundle lohnt? Das gibt’s alles im Test! 

Native Instruments Komplete 14 Collector’s Edition Review

Native Instruments veröffentlicht die vierzehnte Auflage ihres Bundles Komplete. Es ist die erste unter dem Soundwide-Banner. Das erklärte Ziel bei der Gründung: die Produktverschmelzung der drei Plugin-Schwergewichte NI, Izotope und Brainworx. Ganz so weit ist man in der Kürze der Zeit dann aber doch noch nicht: Weder kann man Brainworx-Effekte in Kontakt integrieren, noch Module aus Trash 2 in Massive X laden. 

Dafür gibt’s die ersten Produkte der Partner mit im Paket. Izotope gibt Ozone 10 Standard, eine All-in-one-Mastering-Suite mit KI-Unterstützung, dazu. Brainworx reicht gleich sieben Plugins ein: bx_crispytune, bx_oberhausen, Knifonium, LO-FI-AF, bx_limiter True Peak, bx_console Focusrite SC und bx_console N. Je nachdem, zu welchem der vier Komplete-Bundles man greift, bekommt man unterschiedlich viele Partnerprodukte. 

Übrigens, wer selbst genau vergleichen will, was in jeder Komplete-Ausgabe der letzten Jahre dazugekommen ist, kann das in dieser hervorragend gepflegten Google-Tabelle von Andreas Nie-Fröhlich tun. 

Inhalte
  1. Komplete 14 – Versionen und Updates
  2. Komplete 14 Select – Was ist neu?
  3. Komplete 14 Standard – Die neuen Plugins und Expansions
  4. Effekte und Partnerprodukte in Komplete 14 Standard
  5. Komplete 14 Ultimate – Die “alten” Highlights
  6. Was ist neu in Ultimate?
  7. Komplete 14 Collector’s Edition – Highlights der Premiumausführung

Details

Komplete 14 – Versionen und Updates

Bei den verfügbaren Versionen ist überraschenderweise alles beim Alten geblieben. Es gibt erneut vier Ausführungen: Komplete 14 Select, Komplete 14 Standard, Komplete 14 Ultimate und Komplete 14 Collector’s Edition – von der großen Abo-Version keine Spur. Seit Komplete 13 im September 2020 erschien, hat NI 49 Expansions und Kontakt-Instrumente veröffentlicht. Je nach Version variiert NI deren Anzahl, in der von uns getesteten Collector’s Edition sind es aber alle. Einige Produkte aus den größeren Bundles sind allerdings in kleinere hochgerutscht. 

Screenshot des Software-Synthesizers Absynth 5 von Native Instruments
Absynth 5 ist bei NI nicht mehr erhältlich. 

Mit dabei ist als einzig neues Software-Instrument ist Kontakt 7. Weg fällt dafür Absynth 5. Trocken erklärte NI, dass man nach 22 Jahren nun die Entwicklung und damit den Vertrieb des experimentellen Synths eingestellt habe. Was noch fehlt? Die VST3-Versionen vieler Instrumente und die native M1-Kompatiblität bei fast allen Instrumenten und einigen Effekten. 

Man scheint sich bei NI immerhin über den Stellenwert von Kontakt in Musikproduktion, Filmmusik und Gaming-Musik bewusst zu sein: Mit dem Update zu Kontakt 6.7 bescherte der Hersteller bereits im Februar 2022 native M1-Kompatibilität zu Apple Silicon und VST3. Im August 2022 zog man mit Guitar Rig 6 nach. Kontakt 7 ist infolgedessen auch M1 Native. Dass einer der größten Player im Musikproduktionsgeschäft in einer Branche, in der der Marktanteil von Apple-Rechnern weit über dem sonstigen Schnitt liegt, hier aber trotzdem noch so hinterherhinkt, bleibt unverständlich. 

Webseite von Native Instruments über Apple Silicon Native Kompatibilität
Kaum M1 Native Kompatibilität bei den Plugins von Native Instruments

In einem Forumspost kündigte der Hersteller immerhin an, dass es von Komplete Kontrol, FM8, Maschine 2, Massive, Massive X und den Effekten im Laufe des Jahres 2022 entsprechende Updates geben werde. Die Schwergewichte Reaktor 6 und Battery 4 sollen im ersten Quartal 2023 folgen. 

Komplete 14 Select – Was ist neu?

Im kleinsten der vier Bundles taucht das Kontakt-Instrument Soul Sessions aus der Play-Serie zum ersten Mal aus. Außerdem kamen die Erweiterungen Backyard Jams, Neo Boogie und Mother Board dazu. In Soul Sessions sind ganz dem Namen nach Sounds aus dem Genre Soul von Instrumenten wie Keyboard, Bass, Gitarre und Vintage Synth enthalten. Insgesamt umfasst das Bundle 19 Instrumente und Effekte und 8 Erweiterungen.

Audio Samples
0:00
01. Soul Sessions und Mother Board (Massive) 02. Monark (Mother Board) und Prism (Factory Library) 03. Backyard Jams, Neo Boogie und Mother Board Samples

Dabei geblieben sind der Wavetable-Synth Massive und die beiden Reaktor-Instrumente Monark (eine Minimoog-Emulation) und Reaktor Prism (Additiver Synth). Außerdem ist der kostenlose Reaktor 6 Player mit dem virtuellen Modularsynth Reaktor Blocks im Paket. 

Screenshot des Sample-Instruments Soul Sessions von Native Instruments
Eine Vielzahl an Einstellungen gibt es in den Soul Sessions für jeden Layer.

Eine kostenlose Player-Version des neuen Sampler-Flaggschiffs Kontakt 7 gibt’s außerdem mit dazu. Sie bringt eine neue, hochauflösende Browser-Ansicht, das Vorhören von Sounds und die Tag-basierte Suche mit. Nur bearbeiten kann man Kontakt-Instrumente damit leider nicht. Plugins der Partner Izotope und Brainworx fehlen hier gänzlich.  

Komplete 14 Standard – Die neuen Plugins und Expansions

Unverändert sind in Komplete 14 Standard die Klassiker Reaktor 6, FM8, Massive, Massive X und der neuere virtuelle Synth Super 8. Außerdem gibt es auch eine Reihe von Reaktor-Instrumenten im Bundle wie den Granular-Synth Form, den PM-Synth Kontour, Reaktor Spark, den Sequencer-Synth Rounds, die Kick-Bass-Techno-Maschine TRK-01 und den Drum Sampler Polyplex. Insgesamt 87 Instrumente und 39 Expansions befinden sich nun in der Standardversion.

Screenshots der vier Sample-Instrumente Deft Lines, Ignition Keys, Glaze und Empire Breaks von Native Instruments
Von links oben nach rechts unten: die neuen Play-Instrumente Deft Lines, Ignition Keys, Glaze und Empire Breaks

Im Bereich der Kontakt-Instrumente findet man das Standard-Bundle mit sechs Piano-Instrumenten (Noire, The Gentleman, The Giant, The Grandeur, The Maverick und Una Corda). Es ist einen Blick wert für alle, bei denen das Klavier ein zentrales Element bei der Produktion ist. Für alle Nicht-Bassisten sind die drei Bass-Sampler Scarbee M-Bass, Scarbee-Rickenbacker Bass und der neue Session Bassist – Prime Bass hervorzuheben. Alle drei Kontakt-Instrumente klingen für gesampelte Saiten-Instrumente sehr realistisch. 

Audio Samples
0:00
04. 40s Own Drums und 40s Own Keys 05. Deft Lines, Playbox und Empire Breaks 06. Massive X (Fade + Kino), Bx_Oberhausen und LO-FI-AF

Neu im Standard-Bundle sind 40s Very Own Drums (Drum Sampler), 40s Very Own Keys (LoFi- und Trap-Piano), Deft Lines (Sounds für Trap und Drill), Empire Breaks (gechoppte Breakbeats), Glaze (Vocal-Chops für Pop), Ignition Keys (Piano für Hip-Hop und Pop), Melted Vibes (Hooks für Pop und RnB), Playbox (fertige Akkordfolgen für Pop-Produktionen), Session Bassist – Prime Bass (E-Bass-Sampler mit vorgefertigten Rhythmen), Session Guitarrist – Electric Mint (E-Gitarren-Sampler mit vorgefertigten Licks) und Stacks (Loops und Samples für Boom Bap und Oldschool Hip Hop).

Effekte und Partnerprodukte in Komplete 14 Standard

In der Effektsektion stechen vor allem der Multi-Effekt Guitar Rig 6 Pro, der Reverb „Raum“ und die Modulationseffekte Choral, Flair und Phasis hervor. Alle haben ungewöhnliche Parameter und viele Presets zum schnellen Verändern des Sounds im Gepäck – für das Sounddesign und Mixing eine gute Basis. Außerdem ist der experimentelle Delay-Effekt Replika XT nun Teil der Standardversion, vorher gab es ihn nur in den größeren Bundles. Seitens der Soundwide-Partner gibt es von Brainworx die Auto-Tune-Alternative bx_crispytuner, den virtuell analogen Soft Synth bx_oberhausen und den Lofi-Effekt Unfiltered Audio LO-FI-AF. Izotope spendiert die Mastering-Suite Ozone 10 Standard. 

Screenshot der vier Audio-Plugins bx_oberhausen, bx_crispytune, Unfiltered Audio LO-FI-AF und Ozone 10
Von Links oben nach rechts unten: bx_oberhausen, bx_crispytune, Unfiltered Audio LO-FI-AF, Izotope Ozone 10

Bei den Erweiterungen kamen die zehn seit Komplete 13 erschienenen Massive-X-Soundpacks Beam, Bounce, Bump, Charge, Fade, Haze, Kino, Our House, Quest und Wake dazu. Jedes Pack bringt bis zu 150 neue Sounds in den Wavetable-Synth. Bei den Expansions sind neu „Bumpin Flava“ und „Burnt Hues“. 

Komplete 14 Ultimate – Die “alten” Highlights

Ein Highlight in der Ultimate-Version ist und bleibt der additive Synth Razor. Wem Standard-Synth-Sounds langweilig geworden sind, der findet in Razor eine riesige Schatzkiste voller ungewöhnlicher Sounds. Außerdem sind die Reaktor-Instrumente Skanner XT (Wave Scanning) und Flesh (kreativer Sampler) im Paket. 

Screenshot der drei Software-Instrumente von Native Instruments Ashlight, Razor und Playbox
Von links oben nach unten: Ashlight, Razor und Playbox

Im Bereich der Sample-Instrumente ist die Ultimate-Version die, die ich allen empfehlen würde, die sich in der Komposition von Film- und Games-Musik oder der Werbung heimisch fühlen. Für cineastische Hintergrundstimmungen hält das Bundle im Bereich der Packs unzählige Librarys bereit. Die beiden Action-Strings-Librarys beherbergen außerdem vorgefertigte Orchesterphrasen, die oft schon mit wenig Nachbearbeitung auch in kommerziellen Produktionen funktionieren. 

Was ist neu in Ultimate?

Die drei granularbasierten „Light“-Instrumente Ashlight, Pharlight und Straylight bringen komplexe, teils minutenlang morphende Sounds für eine düstere Stimmung mit. Diese verstärken die Librarys Mysteria, Mallet Flux, Thrill und Sequis sogar noch. Die Ultimate-Version enthält natürlich alle bisher erwähnten Plugins der kleineren Bundles. Insgesamt befinden sich in diesem Paket 140 Instrumente und Effekte sowie 65 Expansions. 

Audio Samples
0:00
07. Massive (Deep Matter) + 2x Razor 08. Ashlight, Glaze, Melted Vibes und Ignition Keys 09. Piano Colors, Prime Bass, Electric Mint und Mallet Flux

Neu dabei in Ultimate sind Action Strings 2 (wie Action Strings eine Orchester-Library mit vorgefertigten Phrasen für Filmmusik), Ashlight (Granular-Synth-basierte Libary mit düsteren Basssounds), Piano Color (Wie Noire eine Piano-Library mit komplexem Sequencer), Sequis (polyrhythmischer Sequencer mit akustischen Instrumenten) und Spotlight Collection: East Asia (ostasiatische Perkussion- und Blasinstrumente).

Screenshot der drei Plugins Brainworx bx_console N, Native Instruments Spotlight Collection: East Asia, Brainworx bx_limiter True Peak
Von links nach rechts: bx_console N (Neve VXS Emulation), Spotlight Collection: East Asia, bx_limiter True Peak

Im Effektbereich möchte ich den Multi-Effekt Molekular und den Vocoder The Mouth als zwei äußerst kreative Audioeffekte fürs Sounddesign hervorheben. Aus dem Brainworx-Universum sind hier zusätzlich zu denen aus der Standardversion noch bx_console N und bx_limiter True Peak dabei. Und bei den Expansions kommen nun einige aus der großen Collector’s Edition von Komplete 13 rüber: Aquarius Earth, Artist Expansion: DJ Khalil, Basement Era, Carbon Decay, Faded Reel, Infinite Escapes und Pure Drip. Ganz neu dabei sind Liquid Energy, Rhythm Source und Soul Magic. 

Komplete 14 Collector’s Edition – Highlights der Premiumausführung

Die Königsversion bringt das cineastische Kontakt-Instrument „Lores“ sowie das zum Release von Komplete 14 veröffentlichte „Choir: Omina“ mit. Die Sounds beider Kontakt-Instrumente liegen im Bereich der cineastischen Klänge. Insgesamt sind im Bundle 148 Instrumente und Effekte und 103 Erweiterungen. 

Audio Samples
0:00
10. Arkhis und Sequis 11. Lores und Action Strings 2 12. Choir:Omnia und Knifonium

„Lores“ hat NI zusammen mit dem Filmmusikkomponisten Clinton Shorter (District 9) entwickelt. Es mischt pro Preset (300 an der Zahl) jeweils drei Sounds miteinander. NI ließ bei der Produktion Musiker ganze Phrasen mit Streich- und Blasinstrumenten wie auch eine Vielzahl von mittelalterlichen und fernöstlichen Instrumenten einspielen. In jedem der drei Sounds steckt jeweils eine dieser Phrasen, die mit den beiden anderen zu komplexen Texturen gemischt wird. 

Screenshot der Sample-Librarys Lores und Choir:Omnia von Native Instruments
Jeder der drei Sounds in Lores kann mit einem Klick auf den Namen auch mit einem anderen aus der Library getauscht werden.

„Choir: Omnia“ wurde in Zusammenarbeit mit den Sampling-Spezialisten Stresov entwickelt. Hier wurde ein Chor, bestehend aus 40 Sängerinnen und Sängern, in vier Sektionen mit einer Vielzahl an Phrasen aufgenommen. Die „True Legato“-Technologie von Stresov ist ein Hilfsmittel in Choir:Omina, um möglichst natürlich klingend von einer Note zur nächsten zu wechseln.

Screenshot der Plugins Brainworx Knifonium und bx_console Focusrite SC
Knifonium bietet unzählige Parameter zum Verändern des Sounds. 

Von Brainworx sind hier außerdem die Plugins Knifonium und bx_console Focusrite SC dabei. Knifonium emuliert den gleichnamigen, sehr seltenen Synthesizer von Knifaudio. Dieser beherbergt 26 Röhren, die auch im virtuellen Gegenstück bitterböse verzerrte Leads und Bässe erzeugen. Im Mega-Bundle sind dazu alle restlichen, seit Komplete 13 erschienenen Expansions dabei: Brunt Hues, Certified Gold, Concrete Sun, Crate Cuts, Electric Touch, Free Form, Lunar Echoes, System Clash, Trill Rays und Young Phantom.

Kommentieren
Profilbild von Fitzgeraldo

Fitzgeraldo sagt:

#1 - 28.09.2022 um 09:24 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Alleine weil NI Absynth völlig grundlos gekillt hat, interessiert mich der neue alte Aufguss herzlich wenig …

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.