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Moog Animoog Z Test

Dass der US-amerikanische Hersteller Moog nicht nur „analog kann“, hat er spätestens vor zehn Jahren mit dem iOS Synthesizer Animoog bewiesen, der auch heute noch als interessante Symbiose aus inspirierender Klangsynthese und ausdrucksstarker Spielbarkeit empfunden wird. 

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Animoog Z nennt sich das Update von 2021, das nun ebenfalls für macOS (12+) erhältlich ist. Im folgenden Testbericht  ausschließlich die für 10,99 Euro freigeschaltete „Unlock-All_Features-Variante“ der Freeware App (iOS) behandelt.Worin bestehen nun die Verbesserungen des Animoog Z und wie klingt die Synth App des legendären Herstellers? 

Details

Konzept der Klangerzeugung

Das Herz der Klangerzeugung des Animoog Z wird als Anisotropic Synth Engine oder kurz ASE bezeichnet. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Art der Wavetable- und Vektorsynthese, deren Funktionsweise ich in meinem 2014er Review des Animoog bereits ausführlich beschrieben habe – daher hier die Kurzvariante.
Ein Soundprogramm des Animoog Z (und auch des ohne Z) basiert auf bis zu acht unterschiedlichen Samples, sogenannten Timbres, deren Auslesung durch verschiedene Modulatoren und Vektoren gesteuert wird. Das erlaubt äußerst dynamische Klangverläufe. Abgerundet wird das Ganze durch die üblichen Bausteine der subtraktiven Synthese. Dazu gehören etwa Filter, Hüllkurven und LFOs sowie Effekte am Ende des Signalverlaufs.

Das Orb-Modul erlaubt das Kreieren von Pfaden und Orbits zur dynamischen Auslesung der Timbres und zur Modulation weiterer Klangparameter.
Das Orb-Modul erlaubt das Kreieren von Pfaden und Orbits zur dynamischen Auslesung der Timbres und zur Modulation weiterer Klangparameter.

Was ist neu, was ist besser?

Die namensgebende Z-Achse ergänzt die Timbre-Auslesung um eine weitere Dimension, was die Flexibilität und „Lebendigkeit“ der ASE Synth Engine zusätzlich steigert. Außerdem kann die Z-Achse als Modulationsquelle sämtlichen „Destinations“ der Modulationsmatrix zugewiesen werden. Weiterhin ist nun auch das Importieren und Aufnehmen eigener Samples möglich. Hierdurch wird der Animoog Z allerdings (leider) nicht zum Sampler, da die Aufnahmen wavetable-typisch als sehr kurze Loops abgespielt werden. Dennoch ist diese Erweiterung natürlich zu begrüßen. Außerdem wurde das GUI optisch überarbeitet und anders strukturiert.

Fotostrecke: 3 Bilder Eigene Timbres können ganz unkompliziert per iPad- oder iPhone-Mikrofon aufgenommen werden.
Fotostrecke

Der neue Arpeggiator bildet zusammen mit Looper, Filter, dem Thick- und Delay-Modul eine separate Effektsektion. Der 4-Track-Recorder entfällt. Diesen habe ich persönlich tatsächlich auch nie verwendet, sodass sich die Trauer hierüber in Grenzen hält. Ein auffallendes Upgrade hat die Modulationsmatrix erfahren, die nun zehn statt wie zuvor vier Modulationszuweisungen ermöglicht. Außerdem wurde die Polyphonie gegenüber dem alten Animoog von vier auf stattliche 16 Stimmen aufgerüstet. Wer möchte, kann die Stimmenzahl hier aber auch auf vier oder nur eine Stimme reduzieren. Der Animoog Z wird wie bereits erwähnt auch für macOS angeboten – das erfordert allerdings Version macOS 12, wofür mir auf meinen Arbeitsrechnern noch der Mut fehlt. Aus diesem Grund wird hier ausschließlich die iOS-Variante getestet. 

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Profilbild von JB

JB sagt:

#1 - 24.11.2021 um 04:55 Uhr

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Ich hatte früher Dutzende von Softsynths auf dem iPad - und bin inzwischen völlig weg davon. Es ist und bleibt eben ein schlechter Kompromiss. Das iPad taugt zum Musik produzieren nicht, im Vergleich zu einem normalen Computer ist man viel zu eingeschränkt. Das liegt nicht an den Instrumenten - Plugins sondern an den sehr rudimentären DAW’s für iOS. Es kommt keine Gefühl auf, abgesehen davon ist das Spielen auf einem Touchscreen ein Graus.Bezüglich Anymoog Z: Kein AU - keine Verwendung, zumindest für mich. Ich habe zwar den Ur - Anymoog auf dem iPad, nutze ihn aus den o.g. Gründen nie.

    Profilbild von Peter Koenemann

    Peter Koenemann sagt:

    #1.1 - 24.11.2021 um 10:35 Uhr

    Empfehlungen Icon 0

    Hallo JB,
    zum Teil gebe ich dir Recht. Auch mir fällt es schwer, mich von rechnerbasierten Hostprogrammen zu lösen und ein Touchscreen wird für einen Keyboarder niemals ein vollständiger Ersatz für eine Tastatur sein. Allerdings ist es eine tolle Ergänzung, weil man musikalisch ganz anders performen kann. Ich persönlich betrachte meine iOS-Klangerzeuger als externes Instrument, wie z.B. einen Hardware-Synth. Während man vor einigen Jahren noch sog. Docking-Stations benötigte, ist die aktuelle Audio- und MIDI-Einbindung per USB sehr komfortabel - zumindest am Mac. Ob und wie das auch am PC funktioniert, kann ich nicht beurteilen

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