Microsoft hat MIDI für Windows 11 radikal überarbeitet !

Microsoft hat MIDI überarbeitet und den neuen Standard Windows MIDI Services für Windows 11 eingeführt. 

Windows MIDI Services (Bildquelle: Microsoft)
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Windows MIDI Services

Microsoft hat Windows 11 mit dem Windows MIDI Services ein riesiges MIDI-Update verpasst. Die Reise ist eindeutig: Es geht in Richtung Plug and Play und Class Compliance. Ob das der richtige Schritt ist, wird natürlich schon in der Szene diskutiert. Musiker und Produzenten dürfen sich nicht nur über vollständige MIDI-2.0-Unterstützung freuen, sondern auch über grundlegende Verbesserungen für MIDI 1.0.

MIDI 1.0 wurde auf der NAMM Show 1983 präsentiert, um einen neuen offenen, digitalen Standard zu etablieren. Dieses Ziel ging auf und 2020 wurde von der MIDI Association MIDI 2.0 veröffentlicht. Nach über 40 Jahren wird der Standard, der das Rückgrat der elektronischen Musikproduktion bildet, endlich fit für die Zukunft gemacht.

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Was kann Windows MIDI Services?

Es ist nun möglich, einen MIDI-Port oder ein MIDI-Gerät gleichzeitig von mehreren Apps zu nutzen („Multi-Client”). Laut Microsoft war dies bisher nur mit speziellen Herstellertreibern möglich. Jeder MIDI-1.0-Port und jeder MIDI-2.0-Endpoint ist Multi-Client-fähig, unabhängig von Treiber oder API. Herstellerspezifische MIDI-Treiber sind in den meisten Fällen nicht mehr notwendig oder empfohlen, sie funktionieren jedoch weiterhin, sofern es sich um Kernel-Streaming-Treiber handelt.

Windows MIDI Services (Bildquelle: Microsoft)
Windows MIDI Services (Bildquelle: Microsoft)

Es ist jetzt auch möglich, MIDI-1.0-Ports zu individualisieren. Die Geräte dürfen benannt werden oder der Name des Herstellers wird angezeigt. Selbstverständlich ist das System auch rückwärtskompatibel. Die Zuweisungen alter Projekte funktionieren nach wie vor. Allen Endpoints, sowohl MIDI-1.0-Ports als auch MIDI-2.0-Endpoints, können zusätzliche Metadaten wie Bilder und Beschreibungen zugewiesen werden. Konfiguriert wird in der MIDI-Einstellungen-App, die als optionaler Download verfügbar sein wird.

Personalize MIDI Endpoint (Bildquelle: Microsoft)
Personalize MIDI Endpoint (Bildquelle: Microsoft)

Loopback und App-zu-App MIDI

Mit Windows MIDI Services wird Loopback eingeführt. Dies erlaubt es Apps, miteinander zu kommunizieren, unabhängig davon, welche API oder welches SDK sie verwenden. Sogar WebMIDI-Seiten im Browser können mit den Loopbacks zusammenarbeiten. Loopbacks können MIDI-2.0-Funktionen umsetzen. Wie andere MIDI-2.0-Endpoints werden diese automatisch übersetzt und für MIDI-1.0-Anwendungen bereitgestellt.

 Create MIDi Loopback Endpoints (Bildquelle: Micorsoft)
Create MIDi Loopback Endpoints (Bildquelle: Micorsoft)

Volle MIDI-2.0 Unterstützung und Skalierung


MIDI-2.0-UMP-Geräte wie Yamaha Montage M und MODX, Roland A88 mk2, Waldorf Quantum und Iridium sowie Studiologic SL mk2 lassen sich im MIDI-2.0-Modus mit jeder MIDI-1.0- oder MIDI-2.0-fähigen App unter Windows nutzen. Das ermöglicht allen kompatiblen Anwendungen, die volle Bandbreite von MIDI 2.0 auszuschöpfen. Windows behandelt MIDI 2.0 damit als neuen Standard. MIDI-1.0-Geräte unterstützt Windows weiterhin, wobei das System die Werte für MIDI-1.0-Apps automatisch herunterskaliert.Die gesamte Protokollübersetzung und Wertskalierung erfolgt automatisch.

Präziseres MIDI-Timing

Das MIDI-Timing wird oft kritisiert und deswegen hat Microsoft es verbessert. Es wird jetzt ein Timestamp für ein- und ausgehende Nachrichten mit einer Genauigkeit von unter einer Mikrosekunde (1/1.000.000 Sekunde) unterstützt. Microsoft kündigt an, das Timing noch weiter zu verbessern.

Weitere Verbesserungen

Windows 11 unterstützt nun MIDI-1.0- und MIDI-2.0-Geräte mit einem neuen USB-MIDI-2.0-Class-Treiber, ältere Treiber sind aus Kompatibilitätsgründen nach wie vor zugänglich. In der Zukunft plant Microsoft, Tools für MIDI-Scripting, einen Low-Latency-USB-Audio-Treiber und neue MIDI-Funktionen wie BLE MIDI und Network MIDI 2.0 einzufügen. Die Entwicklung lässt sich auf GitHub und Discord verfolgen.

Windows MIDI Services (Bildquelle: Microsoft)
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Windows MIDI Services: Features

  • Multi-Client: Mehrere Apps können gleichzeitig denselben MIDI-Port nutzen
  • Anpassbare Endpunkt- und Portnamen inkl. benutzerdefinierter Metadaten wie Bilder und Beschreibungen
  • Rückwärtskompatibilität mit bestehenden DAW-Projekten
  • Integrierter Loopback für App-zu-App-Kommunikation
  • Apps können als vollständiges MIDI-2.0-Gerät agieren
  • Automatische Übersetzung und Skalierung zwischen MIDI 1.0 und MIDI 2.0
  • Timestamps für ein- und ausgehende Nachrichten mit Genauigkeit unter einer Mikrosekunde
  • Geplantes Senden von Nachrichten (Scheduled Messages)
  • Neuer USB-MIDI-2.0-Class-Treiber (usbmidi2.sys)
  • WebMIDI-Unterstützung für Loopback-Endpunkte im Browser
  • Kommend: BLE MIDI 1.0 und 2.0
  • Kommend: Network MIDI 2.0
  • Kommend: Low-Latency-USB-Audio-Treiber mit ASIO-Unterstützung
  • Kommend: Virtuelle Patch-Bay für erweitertes MIDI-Routing
  • Kommend: PowerShell-Projektionen für MIDI-Scripting

Making music with MIDI just got a real boost in Windows 11

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